Donnerstag, 10. Mai 2018

Lebensmittel, die scharf und gamsig machen - ein nicht ganz ernst gemeinter Selbstversuch!



Dass Lebensmittel eine gewisse Erotik ausstrahlen, ist wohl unbestritten! Okay zugegeben, Erdbeeren mit Schokolade wohl ein bisserl mehr als eine Leberkässemmel :-)
Na ja, wenns´d an Handwerker fragst, findet der vielleicht sein Glück beim ersten Biss in seine Brotzeit und wenn´s a guader Leberkäs ist, dann ist das durchaus verständlich.

Doch da gibt’s auch Unterschiede, denn manchen Lebensmitteln werden ja tatsächlich aphrodisierende Eigenschaften zugeschrieben. Für alle die unter Euch, die mit der Aphrodite nix anfangen können... ich meine Lebensmittel, die gamsig machen, wie der Bayer sagt, oder "scharf" oder in Feindeutsch, die die Libido anregen.


Kurzum, Lebensmittel, die uns so richtig heiß machen.

Aber ist da wirklich was dran oder ist das alles Schmarrn von einsamen Hausfrauen, die auf der Suche nach dem Wundermittel sind, um wieder Schwung in die Kiste zu bringen?

Und da ich auf meiner Suche hierzu höchst widersprüchliche Aussagen erhalten habe, schreit des förmlich nach einem Selbstversuch.

Wer mich kennt, weiß, dass mich eigentlich jedes Lebensmittel in Verzückung versetzt, aber ich werde mal schauen, ob da auch was an prickelnder Erotik und Gefühlen rüberkommt.

Als nichtsahnender Proband und sozusagen zweite Kontrollgruppe zu meinen eigenen Erfahrungen dient mir für meine Studie meine Frau Nicole.

Angefangen hab ich mit den Erdbeeren.


Die Erdbeere gilt seit der Antike als Zeichen der Fruchtbarkeit. Schon mal ein guter Anfang! Ihr Aussehen und ihr Duft wirken bereits auf unsere Sinne.

Erdbeeren haben die Eigenschaft, direkt auf unsere Nervensystem zu wirken, sprich, sie stimulieren unsere endokrinen Drüsen, die übrigens auch für die Ausschüttung von Sexualhormonen verantwortlich sind. Klingt schon mal gut, oiso Test eins - Action.

Meine Frau fand es toll, als ich ihr täglich Erdbeeren auf den Tisch gestellt hab, mal mit Zucker, dann mit Mascarpone und einmal flambiert mit Masaschino.

Sie war da schon sichtlich angetan und wenn es schön präsentiert ist, kommt da schon was rüber. Ich hab irgendwie keine Veränderung gespürt, außer bei der Erdbeertorte von meiner Frau, ich glaub, da war ich verliebt. 

Irgendwann hab ich den Versuch dann abgebrochen, denn auch, wenn sie wahnsinnig guad sind, wenn deine Frau fragt „Hast was angestellt, weil du mir schokolierte Erdbeeren machst?“, sollte man es lassen, bevor sie merkt, dass sie ein Versuchskaninchen ist.

Ich denke, bei Erdbeeren ist es die Kombination von Duft, Geschmack und Aussehen, gepaart mit der richtigen Location und vielleicht einem kleinen Glas Champagner. Da kann dann schon Erotik aufkommen und wer kann sich nicht an diese Szene in 9 ½ Wochen vor dem Kühlschrank erinnern?
Mein Fazit bei den Erdbeeren? Das ist wirklich ein erotisches Lebensmittel!

Der nächste Test war recht schnell vorbei: Es ging um Austern.
Am Viktualienmarkt rein ins Fischgeschäft, sechs Austern und ein, zwei Glaserl' Prosecco.

Die Austern kurbeln die Testosteronproduktion an und schon der alte Casanova hat sich damit fit gehalten. Der hohe Zinkgehalt ist hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Auster als eines der aphrodisierendsten Lebensmittel gilt.

Ich bin zwar nicht Casanova, aber immer rein mit den Dingern... Meine Frau war nach einer bedient und fragte nur, ob ich jetzt langsam ne Midlife Crisis bekomme, weil ich jetzt anfange, Austern zu essen.

Kurz und gut, ich weiß nicht, ob Austern erotisch wirken. Zumindest nicht bei mir und bei meiner Frau erst recht nicht.


Nun gut, dann weiter mit Test Nr. 3, der schon eine etwas heißere Geschichte war, die Chilis!

Chilis machen scharf; das ist jedem klar, der schon mal in eine rein gebissen hat. Chili hat nämlich einiges zu bieten, es setzt Glückshormone frei und wirkt blutfüllend in den... naja Ihr wisst schon... den speziellen Regionen.

Mein Test war eine echt scharfe Sache. Ich hab mir jeden Tag, über einen Zeitraum von zwei Wochen, eine Chili gegönnt, ohne Kerne versteht sich.

Die Ergebnisse waren zumindest bei mir echt gut. Ich fühlte mich sehr energetisch, positiv aufgeladen und ja, a bisserl scharf!

Meiner Frau hab ich den Chili in Curry und Wokgerichten vorgesetzt mit einer, leider etwas anderen Reaktion „Himmel ist des scharf! Spinnst du, da krieg ich ja Wallungen!“

Welche Art von Wallungen konnte ich nicht raus finden, es waren aber nicht die gewünschten... Bei mir macht die Chili mit seinem Ruf als echtem Scharfmacher aber alle Ehre!


Der nächste Selbstversuch war eigentlich keine echte Umstellung zu meiner normalen Ernährung. Die Schokolade!

Jeden Tag ein bisschen Schokolade gibt´s bei mir schon irgendwie immer. Allein der darin enthaltene hirneigene Botenstoff Phenylethylamin löst bei uns im Körper einen verliebtheitsähnlichen Zustand aus.

Das erklärt einiges, bin seit Jahren von Glückshormonen überflutet!
Okay, funktioniert in allen Lebenslagen, Schokolade ist hier wohl unschlagbar.  Aber sehr zu beachten, wenn Ihr diese flüssig über eure Liebste träufelt, sollte die Schokolade nicht kochen!  :-)

Dann lieber schnell weiter, dieses Lebensmittel ist schon ein bisserl spezieller und weniger schmerzhaft, die Vanille.

Hier ist es für mich mehr der Duft, der mich echt anmacht, wenn ich das so sagen darf. Das liegt an den Lust machenden Pheromonen, die in der Vanille enthalten sind. Ist auch in der Industrie sehr beliebt, weil der Vanillegeruch uns alle anspricht.
Ich komm daran jedenfalls nicht vorbei und meine Frau genauso wenig. Natürlich verzaubert uns auch der Geschmack, der einfach einzigartig ist. Also Vanille ist definitiv ein Lustbringer.




Soweit so gut, Artischocken und Avocados sind noch zu erwähnen, denen auch a bisserl was nachgesagt wird, aber die bei mir mal so gar nichts auslösen. 

Klar gibt´s noch viel mehr, aber es ist wie bereits gesagt, alles relativ. Wenn Euch beispielsweise süßer Senf heiß macht, 
so be it :-)

Aber mal zurück zu unserem höchst wissenschaftlichen Test. Meiner Meinung nach ist da schon etwas dran, allerdings ist es meist eine Kombination aus Geschmack, Inhaltsstoffen und Geruch, der bei uns eine gewisse Stimulation hervorruft.

Wenn man diese Lebensmittel miteinander kombiniert in einem Menü serviert, im richtigen Ambiente, mit dem richtigen Gegenüber, dann ist, denk ich, alles möglich.

Pure Erotik gebacken von Nicole,läuft bei uns:-)

Aber da ich es mir nicht verkneifen kann... Wir Köche werden ja gerne in der Presse als besonders gute Liebhaber angepriesen. Das liegt dann wohl daran, dass wir den ganzen Tag von den Scharfmachern kosten.

Was das heißt, ist klar Lady's! Wir Köche sind einfach unwiderstehlich.

Also verführt und betört was das Zeug hält!

Euer
Alexander Reiter


Sonntag, 29. April 2018

Eine Liebeserklärung an die tollsten Menschen der Welt, Köche!



Wie wunderbar ist doch der Koch.
So einzigartig und verrückt, so leidensfähig und entzückt.
So kreativ und engagiert. Meist im Hintergrund und doch der Star. 
Manchmal laut und manchmal leise. Manchmal genial und immer fleißig.




Im eigenen Universum lebend und  doch mittendrin, strebt der Koch in seinem Sinn nach Neuem und nach Altem, nach Feinem und Deftigem, nach Frischem und Gereiftem.
Und immer im Blick - des Gastes Glück.



Nach Sternen strebend und doch meist im Schatten lebend. Auf der Suche nach Geschmack , der dem Gaumen Freude macht. Nach  Anerkennung ringend, doch meist unterschätzt.
Und doch immer füreinander da, in der Gemeinschaft einfach unschlagbar.



Wer will bewerten solch Geschmack? Wer will bewerten Herz und Seele? Wer will hier der Richter sein, im täglich neuen Kampf der Genüsse.
Jeden Tag  beweist er sich und seine Kunst und findet doch die Zeit für Liebe und Zweisamkeit.
Doch wo das Licht auch Schatten ist, lachend und weinend, müde und doch wach, manchmal allein und doch immer motiviert. Beleidigt, erniedrigt  und doch unentbehrlich.



Und trotz allem, überzeugt, begeistert und vom Kochen gefesselt.
Von großen Meistern inspiriert, an der Wissenschaft noch interessiert, strebend nach dem großen Glück.
Die eigenen Ziele fest im Blick, um zu erschaffen, zu begeistern, zu veredeln und zu sein das Beste, was ihm möglich ist:
Ein Koch mit Leib und Seele.
Mit Hochachtung an alle Kollegen, Ihr seid´s einfach a Traum!
Euer
Alexander Reiter

www.alexanderreiter.de

www.schlemmerblog-muenchen.de



Samstag, 14. April 2018

So backt man sich Frühlingsgefühle, Spargelgugelhupf mit Hollandaise!


Liebe Schlemmerlinge,

endlich ist er so richtig da, der Frühling! Kein Matsch und Schnee mehr, in der Natur beginnt langsam alles zu blühen, die Tage werden wieder länger und die Sonne lässt auch in uns die Gefühle wieder erwachen. 



Die Frühlingsgefühle! 



Bei mir schaut des folgendermaßen aus! Ich verwöhne dann meine Frau mit meinem ganz persönlichen Frühlingsschmankerl, einem Spargel Bärlauch Gugelhupf mit Sauce Hollandaise
und damit auch bei Euch daheim der Frühling einzieht, zeig ich Euch heute mal wie man seine Angebetete so richtig kulinarisch verzaubert.



Das Rezept ist wie immer kinderleicht und sollte es mal nicht klappen, einfach bei mir melden, ich kümmer mich dann um alles.... nein, nicht um Eure Frau, um den Gugelhupf!

Folgende Zutaten brauchen wir für unseren Gugelhupf:


300g Spargel 
280g Knödelbrot
200ml Milch
  30g Bärlauch
    4 Eier
  100g Schinken
    40g Butter
    und a bisserl Mehl für die Form
Bergsalz und Pfeffer aus der Mühle.


Dazu gibt`s eine Hollandaise und wie man die macht, hab ich Euch ja schon gezeigt, da folgt Ihr einfach dem Link, dann klappt des a:


Aber los geht`s:

Zuerst einmal schälen und kochen wir unseren Spargel und lassen ihn im Fond a bisserl abkühlen. Für die unter Euch, die beim Spargelkochen noch nicht so fit sind, Ihr findet auch hierzu nochmal eine kloane Anleitung unter folgendem Link:




Wenn wir den Spargel fertig haben, kann`s aber echt losgehen.



Das Knödelbrot in eine Schüssel geben und mit der Milch übergießen. Die Eier trennen und die Eigelbe dazugeben, den fein gewürfelten Schinken, die Spargelstückerl dazu und unseren wunderbar aromatischen Bärlauch, den wir in schöne feine Streifen geschnitten haben.
A bisserl würzen und anschließend vermengen.


Jetzt schlagen wir unser Eiweiß schaumig und heben es unter unsere Gugelhupfmasse.

Das Ganze nun in eine gut gebutterte und mehlierte Gugelhupfform geben und bei 160°C im Ofen für 35-40 Minuten backen.



Jetzt, meine Lieben, während Euer Frühlingsschmankerl wunderbar im Backofen aufbäckt, könntet Ihr ja schon einmal den Prosecco aus dem Kühlschrank holen und Eurer Holden zur Einstimmung ein Glaserl einschenken.



Dann deckt´s Ihr noch schnell den Tisch und ein paar Blümchen wären auch nicht schlecht.

Und wenn es langsam in der Küche beginnt zu duften, nach unserem kleinen Frühlingsgericht, dann habt Ihr alles richtig gemacht.



Wenn Ihr den Gugelhupf aus dem Ofen nehmt, lasst ihn bitte noch ca. 10 Minuten auskühlen, dann geht er leichter zum Stürzen.

Und dann heißt es auch schon, schlemmen und genießen!


Und wenn Ihr dann so ein Schmankerl auftischt und Eurer Angebeteten tief in die Augen schaut, ich versprech Euch, dann habt´s Ihr auch ganz schnell Frühlingsgefühle:-)

Lasst´s Euch schmecken und genießt die ersten warmen Tage,

Euer

Alexander Reiter




Sonntag, 4. März 2018

Mein Power Frühstück! Super Bowl nicht nur in der NFL!


Speziell jetzt in der Fastenzeit und bei der sibirischen Kälte da draußen, brauchen wir ja besonders viele Vitamine und Abwehrkräfte.

Draußen ist es immer noch recht dunkel und kalt, in der S-Bahn schnieft und hüstelt sowieso jeder und wie soll man 
denn da gesund und vital bleiben?

Da kann ich Euch vielleicht helfen!

Meine Frau und ich starten jetzt jeden Tag mit 
einem Super Fruit Bowl in den Tag!

Da reißt´s Dir die Augendeckel auf, sag ich Dir!

Und das Beste ist, es ist auch noch gesund!!!

Nach meinem selbstauferlegten Verzicht von Leberkässemmel und Co. ein echter Lichtstrahl am Horizont meiner Fastenzeit.



Und so ein  Super Smoothie Fruit Bowl, der ist leicht gemacht.

Als Grundlage dienen hier Früchte mit geringem Saftanteil, damit Deine Bowl schön dickflüssig bleibt.

Ansonsten geht alles, was gesund ist und schmeckt.

In meinem Fall immer viele Beeren, Himbeeren,
Blaubeeren, Eisbären usw.

Körner und Samen sind eh in aller Munde, also ein bisserl Chiasamen oder andere Kernderl dazu, 
die geben noch ein bisserl Biss.

Des Weiteren verwende ich immer etwas getrocknete Früchte. Kokos zum Beispiel, kann ich nicht widerstehen, 
aber auch hier gilt, alles was Euch Freude macht, geht.

Meine Frau vollendet gerne noch mit einem Löffelchen Naturjoghurt, bei mir sind es eher die Gojibeeren.

Aber was nicht fehlen darf, sind Haferflocken oder einfach Euer Lieblingsmüsli (das natürlich eh, hoffentlich, ungesüßt ist:-))

Frische Minze wäre auch noch was 
oder Acai, Granatapfelkerne oder einfach Granola.

Ihr seht, da geht so einiges und ich sag Euch,
 bei mir auch, seid ich so frühstücke.

Ich fühl mich auf alle Fälle echt toll, seid ich am Morgen statt Wurstsemmel den Früchte Turbo anschmeiß.



Vielleicht nehm ich ja auch noch a bisserl ab, scheee wärs ja :-)

Ich wünsch Euch einen schönen Start in den Frühling, 
wenn er dann mal kommt 

und wünsche Euch viel Spaß mit dem Video.

Euer 

Alexander Reiter




Sonntag, 4. Februar 2018

Braukunst Live! 2018! Bier ist mehr als nur Wasser, Hopfen, Malz...

Traditionell ist ja immer eine Woche nach der Finest Spirits die Braukunst Live! vom selben Veranstalter, Frank Böer. Wie immer mit Leidenschaft und der Hilfe der tollen Crew von Storykitchen perfekt organisiert.

Prolog:
Bier wird immer noch belächelt und unterschätzt. 
Man stelle sich eine gut gekleidete Dame in einem stylischen Getränkemarkt vor, die fragt: Was für ein Bier können Sie mir als Geschenk für einen 50jährigen empfehlen? Er isst gern Rind und bevorzugt eher robuste, gut ausgeprägte Aromen in seinen Getränken... Bei Wein völlig normal, aber bei Bier? Das wird sich ändern, denkt an meine Worte :-) 


Malerisch - Das MVG-Museum bei Nacht
Nachdem meine beiden sonst so treuen Expeditionsbegleiter Stephan und Alex dieses Mal geschwächelt haben, musste ich mich allein auf den gefährlichen Weg zum MVG Museum machen – aber es hat sich definitiv wieder mal gelohnt!

Als Münchner Schlemmeronkel liegt mein Hauptaugenmerk ja nun mal nicht auf den tollen IPA’s* und Crafts* aus aller Welt, auch wenn sie mich alle sehr beeindruckt haben und definitiv alleine schon einen Blog wert sind.



Nein, wie immer war ich auf der Suche nach regionalen, um nicht zu sagen lokalen Spezialitäten. Und das, was ich da wieder alles entdeckt habe… sensationell, meine Lieben!


Aber von Vorn…

Presseansprache durch Frank Böer
Nach der üblichen Begrüßung durch Frank Böer zogen wir (die versammelte Blogger- und Journalistenschar) im Pulk durch die Halle und tranken uns durch mancherlei unterschiedliche Biere...

Jonas Seidl, Kondrauer und  Hopster
...und eine Hopfenlimo von Hopster (lecker, im Ernst! Und nur halb so viel Zucker).

Immer mit Frank Böers Spruch im Hinterkopf nachhallend:

„Liebe Leute, da ihr ja zum recherchieren hier UND professionell seid, müsst ihr die Gläser nicht austrinken.“



Vorstellung Hallodri, Hofbräu
OH NEIN! möchte man da ausrufen… Falsch, lieber Frank J bei den vielen hervorragenden Bieren wär es definitiv unprofessionell gewesen, die (eh‘ spärlich eingeschenkten) Probiergläser nicht auszutrinken.

Und bei manchem Glas hätte definitiv auch noch ein Nachschlag geschmeckt.

Zum Beispiel beim "Leinenkugels Hallodri" vom Hofbräuhaus… Ja, der heisst wirklich so, und ja, der schmeckt auch so. Ein Craftbier mit toller Geschichte vom Großbrauer. Nur auf den ersten Blick erstaunlich, denn viele kleine Brauereien rund um die Welt gehören dazu…


Eine besondere Ecke, als „The Lab“ bezeichnet, gibt 5 Brauern eine Chance, deren Kasse eine Ausstellungsteilnahme eigentlich nicht hergibt. Bild hab ich keins. Die Stände waren derart belagert, dass man eh nur Hinterköpfe gesehen hätte! Herzlichen Dank, lieber Frank Böer, da merkt man die Leidenschaft für’s Thema!

Nach dem Presserundgang, der lecker und locker in „The Lab“ endete, wurden wir in die freie Wildbahn des MVG Museums entlassen und ich pirschte mich unauffällig, jede alte Trambahn als Deckung ausnutzend, an die Beute an.

Eine Menge spannender Biere für Mutige und Durstige hab ich –stellvertretend  für Euch- probiert und war in den Gesprächen wie immer von der Leidenschaft der Brauer mehr als beeindruckt.

Gurken Gose! Oha! Probieren!
Zum Beispiel hab ich das Gurkenbier von der Braumanufaktur Hertl probiert! Mir persönlich war das Bier ein wenig zu … gurkig und salzig, aber die anderen Biere waren dafür schön zu trinken und rund im Geschmack.

Erstaunlich war zum Beispiel der "Bourbon King", ein 6 Monate im Bourbonfass gereifter Whiskydoppelbock. Zum Hinknien - nicht nur wegen der 11 % Volumen-Alkohol.

Der Seniorchef hatte viele Anekdoten auf Lager. Einen World Beer Award haben sie auch schon gewonnen. Die kleinste Brauerei Frankens ist definitiv einen Besuch wert und man kann sogar ein Brau-Seminar mit toller Verpflegung buchen.


Ich habe Euch ja einige lokale „Geheimtipps“ versprochen, und die kommen jetzt zum Schluss. Denn da kommt bekanntlich das Beste!

die sympathischere Mafia gibt's hier!
Es wurde schwarz, stylisch, dunkel… und ich stand bei der „Munich Brew Mafia“. Die Jungs haben viel Ahnung von Bier. Das schmeckt man.

Probiert hab ich hier das sehr frische „Don Limone“ und das „Habemus Cervesiam“… Heiliger Rauch! So "smokey" und trotzdem so ausgewogen! Beim Finish schmeckt man einen halben „Früchte-Fresskorb“ Feige, Dattel, Zwetschge und mehr.


Olchinger Braumanufaktur!
Danach hat mich die Besucherwelle durch den Gang genau bis zur Olchinger Braumanufaktur gespült, die übrigens sehr malerisch im Gut Grasslfing bei Olching sitzt und hervorragendes und süffiges Bier braut.

Julian Langosch, stilecht in der kurzen Lederhosn und mit Wadlstrümpf' hat mir so viele interessante Details erzählt, dass ich nächstens unbedingt mal vorbeischauen und drüber berichten muss. Ist ja für mich fast um die Ecke.

Am Stand brummte es so sehr, dass ich praktisch nur eine Sonderabfüllung probieren konnte, nämlich „Nie Bier“...



Der Himmel der Käseliebhaber!
Langsam meldete sich auch der Hunger und ich musste dringend was essen. Meine Wahl fiel wieder mal auf einen sensationellen Kasnocken-Burger vom Tölzer Kasladen. Lecker und macht satt.

Im Stand direkt daneben gibt es Südtiroler Spezialitäten, da habe ich auch in den vergangenen Jahren des öfteren einen Kurzurlaub eingelegt. Immer großartig - vor allem der Humor der Standlbetreiber, die immer einen Spruch drauf haben,  macht gute Laune.

Das gilt im Übrigen wirklich für alle Beteiligten. Für Aussteller, Mitarbeiter, Besucher... 


Und zu guter Letzt hat es mich zur Ninja verschlagen.

Brauer Julian, Wirtin Ninjaund Schichtleiterin Danielle
Nein, wir sprechen hier nicht von fernöstlicher Kampfkunst – sondern von bayerischer Braukunst und der angeborenen Kunst des Gastgebens. Ninja Höfler ist eine von 2 Geschäftsführerinnen beim Schiller Bräu.

Zuerst dachte ich ja, beim Schiller Bräu, da gibt’s nur Bier.

Weit gefehlt! Der Schiller Bräu ist AUCH ein echtes bayerisches Wirtshaus. Traditionsbewusst aber modern eingerichtet, mit Gästezimmern UND eigener Brauerei. Vom Braukeller zum Zapfhahn sozusagen... 💘 Wie zu Zeiten vom königlich bayerischen Amtsgericht... In der Schillerstraß' 23 mitten in München zwischen Stachus und Theresienwiesn!

Nein, der steht nicht auf dem Stuhl...
Ninja hat mich aus dem Besucherstrom gefischt mit den Worten: „Servus, mogst a Bier?“  Natürlich eine rein rethorische Frage!

Mir war schnell klar, diese Frau ist eine geborene Gastgeberin mit Ahnung vom Fach.

Demnächst werd ich unbedingt hinfahren müssen, um nach der obligatorischen Brauereiführung  mit Bier-Diplom den „damischen Ochs“ von der Speiskartn zu probieren. Net nur, weil er halt einfach gut zu mir passt... Mit bayerisch Kraut, hausgemachte Bierkrapfen und einem Glasl Scheps* oder einem Weißbier. Danach einen warmen Apfelstrudel auf Dunkelbier-Schokoladensoß‘… Ich bitte für die Schwärmerei um Entschuldigung, aber hach... 😋

An dieser Stelle will, muss und möchte ich mich bei allen Ausstellern entschuldigen, die ich nicht mehr besuchen konnte um drüber zu schreiben, aber bei 98 Ständen würde der Blog noch länger, als er eh schon ist. Und ich vorher umfallen! Nächstes Mal komm ich vorbei!

Ah, ja… bevor die Nachfragen kommen von denjenigen unter Euch, die noch nicht so firm sind in der hippen Craftbier-Szene:

„IPA“ ist die Abkürzung für India Pale Ale. Bitte ohne „n“ hinter India. Immer mindestens doppelt gehopft oder sogar gestopft und mit vielerlei unterschiedlichen Geschmäckern. Sehr deutlicher Hopfengeruch und Geschmack. Soll im 19. Jahrhundert in England/Schottland für die Kronkolonien in Indien gebraut worden sein. Historisch eher dürftig belegt.

„Craft“ Bier wird üblicherweise von unabhängigen Brauern handwerklich erzeugt (craft = Handwerk). Also nix industrielles, deshalb sehr individuell, sehr hip, Nix für "Bier-aus-der-Plastikflasche-Trinker" Zumindest vom Preis. Ein Trend aus den USA der mir besser gefällt, als die meisten anderen Trends, die derzeit so rüberschwappen…

"Scheps" ist ein früher sehr beliebtes Dünnbier gewesen. Ungefiltert und mit geringem Alkoholgehalt. Die Leut sollten ja auf'm Feld arbeiten und net singen :-)

Also, ich kann einen Besuch auf der Braukunst Live! 2018 einfach jedem empfehlen, der nicht hingeht, um sich zu betrinken, sondern der sich von der Vielfalt des Bieres und der Leidenschaft seiner Brauer verzaubern lassen möchte, und neues Wissen mit nach Hause bringen will.

Und noch was: Selbst wenn ihr professionell seid und nicht jedes Glas austrinkt... Fahrt's nicht mit dem Auto, das MVG-Museum ist gut öffentlich zu erreichen... 

Hopfige Grüße

Euer Schlemmeronkel Herbert

Freitag, 2. Februar 2018

Von der jüngeren Schwester der Müllerin oder alles bloß keine Fischstäbchen!



Wenn man einen Blick auf die meisten Wirtshaus-Speisenkarten wirft, fällt auf, dass wir Bajuwaren wohl nie die großen Fischesser sein werden.
Wir sind halt so mehr die „Eingefleischten“, wenn ich so sagen darf.


Wenn man zehn Männer fragen würde was sie anstatt Fleisch essen würden, wären die Ergebnisse ungefähr so:
Sechs Männer würden antworten „Wenns koa Fleisch gibt, dann iss i hoid a Wurst!“
Drei würden fragen „Is meiner Frau was passiert?“
Und von einem käme mit Panik in den Augen „Jetzt geh ma alle drauf!“.
So oder so ähnlich würde das wahrscheinlich ablaufen; unsere Frauen aber sind da anders, sie essen auch gerne mal Fisch, nur meist heißt das für sie freitags, Backfisch mit Kartoffelsalat und Remoulade.
Oder auch sehr beliebt und eine der einzigen Fischerfahrungen der heutigen Jugend: die Fischstäbchen.

Hier wächst inzwischen eine ganze Generation heran, die mit Fisch nur etwas paniertes, rechteckiges verbindet und wohl den Fischburger beim goldenen M.

Man kann dem Kapitän nur gratulieren, die Gehirnwäsche ist fast nahtlos gelungen, aber Kinder, lasst Euch sagen, ich war erst kürzlich tauchen und da ist kein einziger Schwarm Fischstäbchen an mir vorbeigezogen, während ich da unten war. Nix!
Fische sehen anderes aus und sind nicht rechteckig! Nicht einer!
Und man kann Fisch auch essen ohne ihn zu panieren oder vorher in Backteig zu ersäufen. Kein Scheiß!!

Aber zurück zum Thema.
Unsere Fixierung auf Fleisch kennt eigentlich nur zwei Ausnahmen: Aschermittwoch und Karfreitag.
Da werden dann im ganzen Bayernland Fischkarten geschrieben und man findet neben den üblichen Verdächtigen, wie Backfisch und Co, meist noch ein Lachsfilet und hie und da auch ein paar schöne Kreationen.
Und mal Hand auf´s Herz, bei vielen sind das die einzigen Fischgerichte im Jahr!

In Bayern ist inzwischen jeden Tag Sonntag, es gibt immer Braten und Fleisch und wenn mal nicht, gibt’s halt Käsespätzle.
Wir haben uns in diesem Punkt erstaunlich wenig weiterentwickelt. Wir essen noch genauso, wie die Holzhacker seinerzeit und arbeiten körperlich aber immer weniger.
Tja, was kann man denn da tun?

Gott sein Dank achten immer mehr junge Menschen auf ihre Ernährung, leben fit und bewusst, treiben viel Sport und rauchen weniger.
Aber diese hippe, fitte Generation wird nicht im Wirtshaus einkehren, wenn wir es nicht schaffen, etwas genauso Cooles, Hippes und Gesundes auf den Tisch zu bringen.
Und als kleines Beispiel, wie so etwas aussehen kann und trotzdem regional und bayrisch rüberkommt, hab ich mal a bisserl was für Euch gekocht und versprochen, das könnt Ihr daheim auch und es ist gar nicht schwer.


Ich zeig Euch heute mal Schritt für Schritt, wie man die heiße Schwester von der Müllerin macht, nämlich eine gefüllte Forelle und wie Ihr Euch daheim die schönste Forelle braten könnt.

Als Erstes brauchen wir eine schöne Forelle, in meinem Fall aus dem Königssee, die wir ausnehmen, waschen und die Kiemen entfernen.


Anschließend schneiden wir die kleinen Flossen ab, bis auf die Hintere, die lassen wir dran.
Nun schneiden wir vom Kopf zum Schwanz mit einem Messer entlang der Rückengräte.


Wenn wir diese freigelegt haben, können wir die Rückengräte durchschneiden, das geht am Besten mit einer Fischschere.

Nun entfernen wir noch die restlichen Gräten, bis wir einen komplett grätenfreien Fisch vor uns liegen haben. Dann noch ein Spritzer Zitrone und a bisserl Bergsalz



Füllen können wir unsere scheene Forelle jetzt je nach Gusto. Ich hab mir ein Sellerie-Kartoffelpüree gemacht mit etwas Sauerrahm, aber Ihr könnt das gerne nach Lust und Laune füllen, z. B. mit Spinat oder einer Tomaten-Olivenmischung.


Anschließend geht unsere Forelle für einige Minuten in den Ofen, ein bisserl Fenchel, Petersilienwurzel und Weißwein dazu. Der Wein muss natürlich vorher intensivst auf seinen Geschmack getestet werden, ein Schluck für die Forelle, zwei für Euch. Und  dann sind wir eigentlich schon fertig.

Klar, man kann des jetzt ein Kleinwenig schön anrichten, kommt immer gut und fertig ist das besondere Fischschmankerl.

Unser zweites Gericht ist noch a bisserl einfacher. Hier entfernen wir lediglich die Flossen der ausgenommenen und gewaschenen Forelle und schneiden diese an der Haut ein.



Anschließend braten wir diese in Butter goldbraun fertig.


Oiso, Ihr Fleischpflanzerl-Junkies, Schnitzel Fanatiker und Schweinebraten Jünger da draußen, ich versteh Euch ja, doch gebt´s dem Fisch auch ab und zu eine Chance.

Oder Ihr geht´s selber Angeln, so wie ich, „ Mein Kampf mitdem Seemonster“  war schon eine Erfahrung für mich.


Doch egal was Ihr tut, habt Spaß am Kochen und verführts Eure Lieben, das geht auch mit einem Fisch, versprochen. Bei meiner Frau hats auf jeden Fall funktioniert. 

Bleibt´s brav und genießt den Beginn der Fastenzeit,

Euer Alexander Reiter


Freitag, 26. Januar 2018

Finest Spirits- die Geister die ich rief!


Servus Ihr Lieben,
wenn Ihr mal wieder nicht wisst, was Ihr an diesem Wochenende machen sollt, hab ich da vielleicht einen tollen Vorschlag für Euch. Von Heute, 26.1 bis 28.1 findet im MVG Museum die "Finest Spirits 18" statt, DIE Spirituosenmesse in München.


Hier könnt Ihr Euch von den führenden Köpfen ihrer Zunft in die Kunst der Spirituosenherstellung einführen lassen und zum Verkosten gibt´s dann natürlich auch was:-)


Wir durften uns für Euch schon einmal vorab einen kleinen Überblick verschaffen und waren be-geistert! Ach ja und morgen sicherlich verkatert! Und nein, es muss sich nicht alles reimen.


Der Rundgang unter Führung von Veranstalter Frank Böer zeigte uns auch das diesjährige Fokusthema Bourbon, der ja aus der Bar- und Cocktailkultur nicht wegzudenken ist und eine unglaubliche Entwicklung genommen hat.


Was auffällt ist, dass wir Bayern uns hier keineswegs verstecken müssen. Die wunderbaren Tröpfchen unserer Heimat sind weltweit gefragte Top Produkte, die wegen unwahrscheinlich viel Herzblut und Detailverliebtheit große Anerkennung genießen.


Besonders gefallen hat mir der Stand von Bavarian Moonshine, der mit seinem, im amerikanischen Stil, abgefüllten Moonshine ein klein wenig amerikanische Prohibition zu uns nach Bayern bringt. Der American Way of Life, abgefüllt in traditionellen Mason Jars, oiso Einmachgläsern.
Und des Ganze kommt aus Olching, liebevoll hergestellt von Markus und Alexander Schnell, die mit ihrem Moonshine für uns auf keiner Party mehr fehlen dürfen, denn cooler wird´s nun wirklich nicht mehr.


Was auch immer wieder begeistert sind die Stände von Slyrs und der Münchner Spirituosen GmbH von Johannes Schlemmer.
Wenn etwas "Spirit of Bavaria" heißt oder aber "Soul of Bavaria", dann kann des ja nur lässig sein. Und über die Qualität muss man hier nicht reden. Exclusiver wird’s kaum noch und hergestellt mit unserm guaden Münchner Wasser. 


Einzig der Rum macht mir ein bisserl Kopfzerbrechen. Der schmeckt zwar wahnsinnig guad, aber "Pirat of Bavaria", da bin ich mir nicht so sicher. Hab noch keinen getroffen, Piraten mein ich, auf dem Chiemsee, aber nach der zweiten Flasche könnt es sein, dass ich einer werde. Ja, ich glaub, so is des gemeint.
Ich war echt geflashed wie viel Tradition und handwerkliches Geschick hier präsentiert wird.


Der Schlemmeronkel Herbert hat es sich auch nicht nehmen lassen, Mike Werner, Inhaber von Mikes Whiskeyhandel, an seinem Stand noch ein kleines Geschenk zu überreichen und so muss ich sagen, war es für uns ein echt unvergesslicher und hochinteressanter Nachmittag.

Macht Sinn für mich

Wenn Ihr Euch fragt, wie wir nachhause gekommen sind, kann ich das eigentlich nur so beantworten: reine Körperbeherrschung! Ich meine von mir.
Herbert und Stephan hab ich irgendwann auf der Messe verloren.
Möglicherweise tauchen die aber bis Sonntag wieder auf, hab zur Sicherheit der Putzfrau ein Foto gegeben. 


Die ruft mich dann an, wenn sie die Beiden vergeistigt irgendwo in einer Ecke findet.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende auf der "Finest Spirits"
Euer
Alexander Reiter

(und Herbert Hörnlein und Stephan Hein, verschollen aber glücklich)