Sonntag, 4. September 2016

Willst du mich ver-äp(f)eln!


Willst du mich ver-äp(f)eln?



Ich mag die Apfelernte, wenn wieder überall die Leute auf die Bäume steigen und man schon beim Hinschauen meist den Krankenwagen rufen möchte.
Doch irgendwie schaffen sie es dann doch und schütteln die Äpfeln von den Bäumen.

Als kloana Bua bin ich wahnsinnig gern im Apfelbaum gesessen, denn von da aus hatte ich den besten Blick und zum Essen war ja auch genug da.

Das einzige Problem daran war, dass es der Baum unseres Nachbarn war und so bekam ich regelmäßig eine drüber. Aber solange ich oben im Baum blieb, konnte er mir nix, weil er nicht grad der Schlankste war. So blieb ich meist im Baum, bis es ihm zu blöd wurde und er schimpfend abzog.


Und wenn man so im Apfelbaum sitzt, hat man auch genug Zeit zum Nachdenken und so bin ich irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass sich das ganze Leben nur um Äpfel dreht!
Und erklären kann ich das natürlich auch.

Das fängt schon mit dem Apfel im Paradies an. Da die Eva hier ja unbedingt kosten musste, wurden die Menschen aus dem Paradies verbannt.
Die Einzigen, die damals wirklich gut weggekommen sind, waren wohl die Bayern; ich glaub, die hat man damals nicht verstoßen, da die Oma immer gesagt hat „Weißt Alex, wir leben im Paradies! Bei uns in Bayern ist es einfach am Scheensten“.

Und wenn Ihr mir jetzt noch nicht glaubt, dann mal aufgepasst:
Das Ganze geht schon als Baby los. Da gibt’s Apfelbrei im Glas und davon nicht zu knapp.
Im Kindergarten finden wir immer einen Apfel in unserem Rucksack und das zieht sich durch die ganze Jugend, denn was Gesundes muss sein – danke Mama!
Daheim gibt’s einen hausgemachten Apfelstrudel oder einen Apfelkuchen mit Schlag.

Ab spätestens 18 stellen wir fest, dass es auch Apfelschnaps gibt, der auch einen ordentlichen Schädel macht, wenn man zu viel davon erwischt. Was uns natürlich nicht davon abhält, Unmengen davon zu vernichten.

Auf Reisen finden wir heraus, dass es auch Äpelwoi gibt, was zum selben Ergebnis führt, nur, dass man sich, nach zu viel von dem Zeug, mindestens einen Tag krank fühlt.

Wenn wir essen gehen, gibt’s da Apfelkompott zum Kaiserschmarrn oder auf dem Volksfest einen kandierten Apfel.

In der Heimat meiner Frau, im Rheinland, isst man Apfelmus auch zu Reibekuchen oder gebratenen Blut- und Leberwürsten. Äpfel wohin man schaut.
Tja und wenn wir dann mal alt sind, bekommen wir Apfelsaft aus der Schnabeltasse und so schließt sich der Kreis.

Und da soll noch einer sagen, dass ich als kloana Bua keine tiefschürfenden Gedanken hatte!

Ach und bevor ich es vergesse, im Arbeitsleben als Erwachsener sind die Äpfel auch auf dem einen oder anderen Computer, Tablet oder Smartphone zu finden. Und wer kennt sie nicht, die englische Redewendung „An apple a day, keeps the doctor away“.

Ihr seht, die Äpfel sind überall, rette sich wer kann:-).
Und für alle, die trotz dieser erschreckenden Tatsachen immer noch nicht genug haben, hier noch ein leckeres Rezept mit, wer hätte das gedacht, Äpfeln:

Pikantes Apfelsupperl

Zutaten für 4 Personen:

4 Äpfel (am besten aus dem eigenen Garten:-)
2 Stk Lauchzwiebeln
2 El frisch gehackter Ingwer
1 El Knoblauch fein gehackt
3 El Butter
3 EL rote Currypaste
0,75 ltr. Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zitronensaft zum Abschmecken.
Etwas Crème Fraiche zum verfeinern.

Zubereitung:

Die Äpfel schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und in Scheiben schneiden. Die Lauchzwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer fein würfeln und in Butter anschwitzen, dann die Currypaste einrühren und etwas mitschwitzen lassen.
Die Äpfel zugeben und mit Gemüsebrühe aufgießen. Nun ca. 20 min leicht köcheln lassen bis die Apfelscheiben zerfallen sind. Anschließend die Suppe fein pürieren. 
Mit Salz, Pfeffermühle, Muskatnuss, Zitronensaft und Crème Fraiche abschmecken und servieren.

Mmmhh, irgendwie habe ich jetzt auch Lust auf Äpfel. Dann werde ich doch mal den Apfelbaum im Garten erklimmen…….

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter