Dienstag, 26. Juli 2016

Bei dir quarkt´s doch! Kochen mit Milchprodukten

Bei Dir quarkt´s doch! Kochen mit Milchprodukten

Es gibt wirklich nichts Schöneres als Kochen! Diesmal durfte ich im Auftrag des Milchlands Bayern und der Dehoga Bayern mit den Auszubildenden aus München ein cooles Menü rund um Milch und Milchprodukte kochen.

Zusammen mit Fritz Obojkovitz, der normalerweise für die IHK und den SES der Bundesregierung als kulinarischer Experte auf der ganzen Welt unterwegs ist, war es eine Riesengaudi mit unseren jungen Kollegen ein Milchmenü zu zaubern.

Damit die Theorie nicht zu kurz kommt, gab es natürlich auch noch allerhand Infos rund um den weißen Zaubertrank.
Und dann ging es auch schon los, da wurde ein Quarkteig hergestellt -  für die Tart aus sonnengetrockneten Tomaten mit getrüffelten Quarknockerln.


Mit vereinten Kräften wurde Gemüse geschnippelt und die Perlhühner mit Rucola, Ricotta und Wildkräutern gefüllt.

In einer anderen Ecke der Küche wurden Reherl geputzt und ein Risotto mit Creme Fraîche und einem bisserl Weißbier gekocht.
Von der Joghurtcrème für das Dessert wurde so ausgiebig genascht, dass wir nochmal eine Masse machen musstenJ
Das Portweinsaucerl köchelte auf dem Herd vor sich hin und langsam bekam man richtig Hunger.

Natürlich wurden noch die Frischkäsecremes, die wir vorher noch gezaubert hatten, auf den Tischen eingestellt und dann trafen auch schon die Gäste ein.
Molkereichefs aus ganz Bayern, Vertreter der Dehoga und aus der Industrie waren als Gäste geladen worden.

Also bloß kein Stress, sind ja nur die Leute, die wirklich was von Milch verstehen.

Aber wir hatten ja noch eine Geheimwaffe, meinen Chef Andreas Geitl, der den Gerichten dann noch den letzten Schliff verpasste, da konnte schon gar nix mehr passieren bei so einer Unterstützung. Ein toller Chef eben und ein Wahnsinns Fachmann, da macht kochen Spaß.

Wirklich der Hammer - ein Traumjob,  ein cooler Tag, rundum glücklich, kulinarisch verwöhnt und ich durfte mit jungen Kollegen kochen, besser geht nicht.

An festlich gedeckten Tafeln, von unserem wundervoll aufmerksamen Service Kollegen Herrn Hahn gezaubert, ging es dann ans Essen und die Auszubildenden stellten den Gästen die Gänge vor, die sie zubereitet hatten.
Ich wurde langsam aber sicher vollkommen zum glücklichen Milchbubi und erfreute mich ebenso an den Schmankerln.

Mein Dank für diesen schönen Tag geht auch an Frau Hohenhausen vom Förderverein der Dehoga, die wieder einmal alles super organisiert hatte und natürlich auch an das ganze Team vom Milchland Bayern.

Jetzt geht’s erst mal in den Urlaub und ich werde mich ausgiebig der italienischen Küche widmen und vielleicht auch a bisserl mit kochen, natürlich mit Milch & KäseJ

Also Ihr Lieben, bis bald und Ciao,
Euer
Alexander Reiter



Samstag, 16. Juli 2016

Granteln 2.0 - das macht mich kuli-narrisch!!

Granteln 2.0 -  Das macht mich kuli-narrisch!!


Ich Grantel ja normalerweise nicht rum, aber heute muas des einfach mal sein.
Liebe Gäste, die meisten von Euch sind wunderbare Kunden und hochgeschätzte Gäste für uns, die sowohl unsere Speisen, als auch unseren Service zu schätzen wissen und dafür ein herzliches Dankeschön.
Leider gibt es aber in der Hotellerie und Gastronomie nicht nur nette Gäste und daher möchte ich mich heute einmal ausgiebig diesem Teil der Gästeschicht widmen.

Da es jetzt gleich ein bisserl deftiger wird, bitte ich jetzt alle Zartbesaiteten, die sich nicht meinen Kraftausdrücken hingeben wollen, jetzt aufzuhören, diesen Blog zu lesen.
 Damit es leichter wird, habe ich mir erlaubt, mir die einzelnen Gästetypen in Kategorien einzuteilen.

Da gibt es zu allererst den Typ „Bösartiger Schreihals“ 
Der bösartige Schreihals ist eine besondere Spezies, der meist mit einer recht zurückhaltenden Frau auftaucht. Er ist auch zuhause der Pascha und glaubt, er kann sich überall aufführen, wie der letzte Depp. Wenn er loslegt, bleibt kein Auge trocken, meist beleidigt er zuerst auf´s Brutalste seine Servicekraft und dann lässt er sich grundsätzlich den Küchenchef kommen. Bei diesem will er dann genauso weiterbrüllen, was aber meistens nicht so funktioniert, wie er das gerne hätte, denn der Bösartige Schreihals hat einen Nachteil, er ist meist so blöd, wie die Nacht dunkel.

Meist beschwert er sich über die Qualität des Essens, das er aber zur allgemeinen Verwunderung restlos aufgegessen hat. Er ist ein durch und durch böser Charakter, dessen einzige Intension es ist, Menschen zu schikanieren. Wir verhalten uns natürlich auch hier immer professionell und freundlich, aber nach dem Motto „Die Gedanken sind frei“, geht uns meist folgendes durch den Kopf:

`Was fällt dir ein, dass du hier rumbrüllst und den ganzen Laden zusammenschreist, du Volldepp. Woher nimmst du Pfosten das Recht die Mitarbeiter anzuschreien und zu beleidigen. Wer gibt dir das Recht hier den Pascha raushängen zu lassen. Wenn du keinen verdammten Anstand im Leib hast, geh nicht Essen, bleib daheim und sei froh, dass dir deine Frau noch nicht weggelaufen ist, denn du bist ja sicher daheim nicht besser, du Spack.

Dies und noch viel mehr spielt sich natürlich alles nur in unseren Gedanken ab. Nach außen hören wir diesem Primaten aufmerksam zu und wenden uns anschließend wieder unserer Arbeit zu.

Aber das ist nicht der einzige Typ, den es gibt. Der nächste und nicht minder schwierige ist der Typ „Ich kenne Ihren Chef“ - dieser Gästetyp ist etwas ganz Besonderes, denn er kündigt bereits bei der Reservierung an, dass er einem das Leben zur Hölle machen möchte. Er bestellt seinen Tisch mit den Worten „Ich kenne den Chef persönlich“, der bei näherem Nachfragen noch nie von der Person gehört hat, aber auch egal. Dieser Gast besticht durch seine Unverschämtheit, sich wie der Hausherr aufzuführen und den Service bis zur Weißglut zu treiben. Er erzählt hierbei dann Geschichten und hält Monologe über dies und das und findet eine höllische Freude daran, die Servicekraft dauerhaft eines Besseren zu belehren. Beim Essen findet er natürlich auch immer etwas auszusetzten, aber das wusste man natürlich bereits schon vor der Bestellung. Küche wie Service haben alle Hände voll zu tun, weil er es schafft, alle paar Minuten eine neue Änderung zu haben. Wenn ihm irgendetwas nicht passt, kommt natürlich sein vermeintlicher Trump „Das wird Ihr Chef erfahren, Sie werden schon sehen was Sie davon haben…..blabla“.

Was wir natürlich ruhig und still hinnehmen, denn wir sind Profis. Die stillen Gedanken in diesem Fall hören sich meist so an:
`Bitte bleib zuhause und komm nie wieder!! Keiner kennt dich, weder der Chef noch sonst irgendwer hat dich hier schon mal gesehen, aber du führst dich auf wie der Kaiser von China. Wir laufen uns hier die Hacken wund und du findest an allem etwas auszusetzten. Wenn es dir nicht passt, geh und kauf dir was Schönes und bleib daheim, du arroganter Pfeifenkopf. Wenn es nur solche wie dich gäbe, bräuchten wir für jeden Gast fünf Mann Personal. Möge der Blitz sie treffen, wo sie hingehen, um ihre Notdurft zu verrichten, eure Durchlaucht. 

Natürlich gibt es auch einfachere Fälle, wie den Typen „Ich bin Allergiker und brauche eine 24std rundum Betreuung“, der dann nach umfassender Studie der Karte, minutenlanger Betreuung durch den Küchenchef und vielem mehr dann meist zu 99% sagt „Ich nehm dann einen kleinen Salat und einmal den Zander mit der Krustentiersauce“, obwohl hier nach eigener Aussage mehrere Allergien vorliegen, welche auch in der Karte gekennzeichnet sind. Wenn man ihn dann darauf aufmerksam macht, sagt er nur „Des geht heut schon amoi“.
Hierzu fällt meist nicht mal mir was ein, außer vielleicht „Oh Herr, hilf“.
Der nächste Fall ist da schon wieder ein bisserl schwieriger, nämlich der „Wo bleibt mein Essen“ Typ. Dieser Gäste Typ ist ein Primat Marke „Australopeticus robustus“. Man behauptet ja die Evolution hätte uns weiterentwickelt, aber ich glaube das nicht so ganz, denn Einige der wirklich primitiven Menschenrassen existieren noch immer.

Dieser Typ setzt sich ins Restaurant, bestellt ein Filetsteak und beginnt nach zwei Minuten zu rufen    „Wo bleibt mein Essen, ich warte schon seit einer halben Stunde“. Erstens sind 2 Minuten keine halbe Stunde, zweitens steht die Zeit der Bestellung auf dem Bon und drittens dauert ein Filetsteak länger als drei Minuten du irrer Vollhonk. (Denk ich mir natürlich nur)

Dieser Gästetyp hat übrigens einen Bruder. Der heißt „Ich bin mit einer Gruppe unterwegs, komme 1 Std zu spät will, aber sofort mein Essen!“ Ähnlich dumm und definitiv eine verwandte Art. Zu dieser Spezies gehört auch der „Ich bin in einer Gruppe unterwegs, habe vorab meinen Hauptgang auswählen müssen, kann mich aber jetzt nicht mehr erinnern, was das war.“
Es gibt so viele andere noch, wie z.B. den „Ich koche ja auch Zuhause“, den orientalischen „alles auf den Boden“ Gast oder den allseits beliebten Lieblingsgast von Küche und Service, den Mac Gyver der Gäste, den „Ich stelle mir meine ganz eigenen Gerichte zusammen!!“.
Das Dienstleistungsgewerbe hat uns gelehrt immer freundlich und höflich zu sein, egal was passiert, doch sollte ein Gast auch wissen, wie man sich als Gast benimmt.

Ansonsten, liebe Nörgler und Besserwisser, liebe Unzufriedene und Life Style Hipster, liebe Flexitarier und möchte gern Promis:  Lebt Euer Leben, so traurig es auch sein mag, aber lasst uns in Ruhe die Gäste bedienen, die wir lieben und schätzen. Wir arbeiten gerne in einer Dienstleistungsbranche, aber Eure Eigenarten machen es uns nicht leicht, Euch dennoch einen perfekten Besuch zu ermöglichen oder dies zu versuchen.
Kleiner Tipp, trefft Euch alle in einem Raum, tief unter der Erde, macht das Licht aus und schmeißt den Schlüssel weg!
Jetzt fühl ich mich schon viel besser,
mit kuli-narrischen Grüßen,

Alexander Reiter