Sonntag, 11. Dezember 2016

Franzls Weihnachtswunder



Franzls Weihnachtswunder



Es war wieder Weihnachtstag. Der Schnee glitzerte auf den Dächern der Häuser und die Straßen waren fast menschenleer.
Nur Franzl war draußen und ließ sich die Sonne auf die Nase scheinen. Seine Eltern waren zum Einkaufen weggefahren, und um Tante Trude vom Zug abzuholen. Die wie jedes Jahr bei ihnen die Weihnachtstage verlebte.

 Franzl sollte derweil den Schnee aus der Einfahrt wegräumen, was auf den ersten Blick nach einer Menge Arbeit aussah; weswegen er erstmal ein bisserl in der Nachbarschaft spazieren ging.

Den Nikolaus hatte er ja ganz gut überstanden, dachte er so bei sich und war froh, dass dieser ihn nicht in seinem Sack mitgenommen hatte. Aber er hatte sich da schon allerhand anhören müssen von dem alten Typen!

Lausbub und nur Blödsinn im Kopf und noch viel mehr! Der hatte so rumgeschimpft, dass man hätte meinen können, es zerreißt ihn gleich. Und wenn sich das nicht bessern würde, so sagte er, nähme er den Bub im nächsten Jahr einfach mit! „Überhaupt, der hatte eh keine Ahnung; der mit seinem roten Mantel kann sich schleichen, aber echt!“ motzte Franzl still vor sich hin.

Aber der Nikolaus hatte auch was von Nächstenliebe gesagt und dass er, Franzl, schauen sollte, dass er sich auch mal um andere kümmere und nicht nur um sich selbst.

„Was meint der wohl mit Nächstenliebe, der dickwammperte  Oide?" - wie er so nachdachte und durch die verschneite Nachbarschaft streifte, bemerkte er, dass viele der Nachbarn allein in ihren Wohnungen saßen und aus den Fenstern schauten. So wie der Huber von gegenüber, der ihm immer mit dem Besen nachlief, wenn er wieder mit dem Fußball gegen Huber`s Garagentor hämmerte. Oder die Frau Schwabl, die den ganzen Tag ihre Rosen im Garten schnitt - ein Wunder, dass da überhaupt noch was zum Schneiden da war so oft, wie die das machte!

Liebe deinen Nächsten hatte der rotnasige Zipfe gesagt. Mmmhh, des musste es sein... Die Nächsten zu uns san die Nachbarn. Oiso, liebe deine nächste Nachbarschaft!

Jetzt war ihm sofort alles klar und es formte sich ein Plan in seinem Kopf. Dem Nikolaus würde er es zeigen! Der nimmt mich nicht mit in seinem Sack der Viehtreiber, der windige! Dem werden die Augen ausfallen, wenn er sieht, wie brav i bin, dann steck ich den in den Sack!

Schnell lief er durch den Schnee und klingelte an der ersten Tür.
Da stand er jetzt, der Franzl, mit seinem dicken Cristkindlpullover und der Wollmütze mit Rentiergeweih vor der Tür vom Huber.

Er klopfte an und als geöffnet wurde, begann er gleich aus voller Kehle zu singen „Bei mir dahoam ist Weihnacht heut und feiern tun heut alle Leut, so pack dei Zeug und komm schnell mit, denn es gibt Plätzchen, Glühwein und Bisquit“.

So falsch er auch sang, dem Huber traten die Tränen in die Augen und er konnte sich des kleinen Buben mit seiner Rentiermütze nicht erwehren. Schnell schnappte er sich seine dicke Jacke und folgte dem Franzl von Haus zu Haus.

 Nach und nach sammelte Franzl so alle Leute aus der Nachbarschaft ein und als er seiner Meinung nach alle Nächsten" zusammen hatte, lief er mit seiner kleinen Weihnachtsprozession direkt nach Haus. Dort bewirtete er sie mit Plätzchen und Glühwein, trug Mamas vorbereitete Würstel und den Kartoffelsalat ins Wohnzimmer und schaltete die Musik ein.

So sangen sie bald alle zu den Weihnachtsliedern und Herr Huber und Frau Stangl wagten sogar ein Tänzchen miteinander.

Draußen vor dem Haus waren grad Franzls Eltern mit Tante Trude im Gepäck in die Einfahrt gebogen und als sie von außen, sahen was im Haus so vor sich ging, saßen die drei wie versteinert mit offenem Mund im Auto und sagten nur alle gleichzeitig „Oh Gott, Franzl!“

Als sie die Haustüre öffneten kam ihnen als Erstes sofort Frau Schmidt entgegen, fiel allen drei in die Arme und sagte „Frohe Weihnachten und vielen Dank für die Einladung!“ Franzls Vater stammelte nur „Einladung?“ und Frau Schmidt fuhr fort mit „Und dass Sie den Franzl vorbeigeschickt haben uns alle einzuladen, mei, was für ein Engerl Sie da haben. „Ein Engerl? Der Franzl?“ wiederholte der Vater ungläubig. „Ja und wie er uns bewirtet hat, mei all die guten Sachen, oiso das ist für uns alle das schönste Weihnachtsfest seit langem, ein Geschenk des Himmels“; mit diesen Worten drückte Frau Schmidt Franzls Vater nochmal so fest, dass ihm fast die Luft wegblieb.

Tante Trude hatte ihre gesamte Gesichtsfarbe verloren, genauso wie Franzls Mama, die sich ähnliche Lobpreisungen auf den kleinen Lausbuben anhören durften und beide hielten Ausschau nach dem Urheber der ganzen Partygesellschaft.

Dieser kam gerade mit einem Teller Äpfeln und Nüssen aus der Küche die er auf dem Wohnzimmertisch abstellte, sah seine Eltern und rannte mit strahlenden Augen direkt auf sie zu.

„Mama, Papa! Schön, dass ihr endlich da seid! Schee, jetzt können wir mit allen zusammen feiern!“.

Die beiden knieten sich zu ihrem kleinen Bub hinunter und fragten ihn: „Franzl, wie bist du denn auf die Idee gekommen?“. Franzl stemmte die Hände in die Hüfte und begann seinen Plan zu erklären „Der Nikolaus hat gesagt, dass er mich in seinem Sack mitnimmt, wenn ich mich nicht mehr um die Nächstenliebe kümmere. Nur, jetzt kann er mich nicht mehr mitnehmen, denn alle Nächsten sind bei uns dahoam! Aber Leut, ich hab jetzt keine Zeit für Euch, der Kaffee läuft grad durch für den Huber!“.

Mit diesen Worten drehte sich Franzl um und lief zurück in die Küche. Die Eltern schauten sich gegenseitig an und konnten nicht anders als zu schmunzeln, denn seine kindliche Logik war einfach unschlagbar.

Und als sich die Beiden so umschauten und die glücklichen Gesichter sahen und die Freude um sich herum spürten, merkten sie, dass Franzl, wenn auch aus anderen Beweggründen, den Weihnachtsgedanken auf wunderbare Weise umgesetzt hatte; christliche Nächstenliebe, die in unserer Gesellschaft so rar geworden ist.

Als Franzls Vater das begriff, war er unendlich glücklich und eine Träne kullerte ihm über die Wange, die seine Frau liebevoll mit einer kleinen Handbewegung wegwischte „Er ist halt doch ein Engerl unser Franzl“. Tante Trude, die sich in der Zwischenzeit von dem Schock erholt hatte, kam mit einer Flasche Eierlikör und drei Gläsern zu den beiden und meinte, “Kommt, jetzt stoßen wir erst einmal an, der ist auch selbst gemacht“.

So wurde das Weihnachtsfest bei Franzl zum schönsten, dass sie je hatten. Man feierte zusammen und fühlte regelrecht den Geist der Weihnacht, der die Herzen erhellte und Franzl wird wohl nicht in den Sack gesteckt, vorerst jedenfalls nicht.

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Also lasst den Button glühen, denn helfen kann man überall und wie wir dank Franzl gesehen haben meist schon vor der eigenen Haustür.

Euch Allen eine gesegnete Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017,

mit kulinarischen Grüßen,


Euer Team vom Schlemmerblog Herbert Hörnlein und Alexander Reiter mit unserer Gastbloggerin Nicole Savels.

Sonntag, 13. November 2016

Alle Jahre wieder! Meine Frau der Platzerl- Back-Diktator!


Alle Jahre wieder! Meine Frau, der Platzerl- Back-Diktator!



Nachdem jetzt Wiesn und Kirchweih geschafft sind, wir erfolgreich alle Horrorclowns an Halloween abgewehrt haben und die Laternen an St. Martin vorbeigezogen sind, geht’s wieder los.

Pünktlich zur Plätzchenback-Orgie meiner wunderbaren Frau fallen die ersten Flocken vom Himmel und unser traumhaftes München taucht sich in ein schlichtes aber sexy anzusehendes schneeweiß. 

Bei mir daheim ist das der Startschuss für den Back-Wahnsinn; also mit dem riesen Einkaufszettel los zum Supermarkt und ab geht´s.
Die generalstabsmäßige Planung meiner Frau umfasst alle Zutaten, die man so braucht und so füllt sich der Wagen zusehends mit genug Zeug, so dass man eine Bunderwehr-Kompanie ein Jahr mit Gebäck versorgen könnte.

Anschließend darf ich noch zur großen Freude alle Tüten in die Küche tragen und bevor ich mich galant aus dem Staub machen kann, hab ich auch schon eine Schürze an.
Auch als ich versucht habe mit einem kurzen „Ich geh mal kurz tanken“ das Weite zu suchen, bekam ich nur diesen „Du bleibst hier Blick zugeworfen“, was mich schlagartig umstimmte.

Der Plan sah folgendes vor: Backen von "haushaltsüblichen" Mengen an Platzerl, Pralinen und Kleingebäck. Sprich 10 Sorten, je mindestens 5 Kg plus ca. 3 Kg schokolierten Rosinen und Nüssen.
„Straffes Programm Schatz, kennen wir überhaupt so viele Leute, oder backen wir noch für irgendeine Supermarktkette mit?“. Ich weiß jetzt, dass man so einen Satz besser nicht sagen sollte und habe dabei auch festgestellt, dass man Haselnüsse als Wurfgeschosse nicht unterschätzen sollte.




Also meine Frau mutiert da immer regelrecht zum Platzerl-Diktator! Und ehrlich, mit Sicherheit gab es im alten Rom Galeerensklaven mit besseren Arbeitsbedingungen als meine, wenn meine Frau wieder ihre Gebäck Psychose bekommt.
Aber ich schweife ab, jetzt wurde natürlich sauber und kontrolliert gebacken, verziert und gefüllt, gepudert und überzogen.

In der Küche sah es aus wie in Neapel, wenn mal wieder 3 Monate keine Müllabfuhr kommt und der Hund hatte bunten Streuseln im Fell, was ihm einen coolen 70er Jahre Look verpasste.
Keine Ahnung, wie der Schokoguss an die Decke kam, aber auch nicht weiter wichtig.




Nach unzähligen Blechen voller Platzerl und genauso vieler Flüche meinerseits war es irgendwann auch geschafft. Es war getan, sie waren fertig!

Die Weihnachtszeit konnte kommen, aufgereiht in bunten Blechdosen standen sie jetzt da und schauten, wie meine Frau, wieder einmal zum Anbeißen aus. Meine Frau daneben, glücklich, geschafft und mit reichlich Puderzucker im Gesicht, war richtig zufrieden mit ihren Weichnachts-Zuckerln und ich, nach einer ausgiebigen Verkostung, auch wieder versöhnt.

Und am Ende hab ich mich dann doch verkrümelt und wie jedes Jahr hatten die Heinzelmännchen alles aufgeräumt, als ich wieder heimkam.
Und damit Ihr da draußen auch richtig coole Platzerl backen könnt, anbei noch ein Rezept von meinem Engel Nicole nur für Euch.

Wir haben uns für ein klassisches Rezepte entschieden, denn sind wir mal ehrlich, kein Schwein braucht glutenfreies Weihnachtsgebäck mit Chia-Samen.




Vanillekipferl:

Zutaten:

300g Mehl
60g geriebene Mandeln
50g geriebene Haselnüsse
220g Butter
70g Sandzucker
1 Prise Salz
1 Msp Zimt
2 Eigelb
Das Mark von einer Vanilleschote
190g Zucker
100g Puderzucker

Und so wird´s gemacht:

Die Butter, den Sandzucker, das Salz und den Zimt verkneten, dann das Eigelb hinzugeben. Das Mehl sieben und mit den geriebenen Mandeln und den geriebenen Haselnüssen gut mischen. Dann unter die Eigelb-Butter-Masse heben und alles zu einem Mürbeteig verkneten. Diesen dann kaltstellen.
Wenn der Teig durchgekühlt ist, zu etwa bleistiftdicken Rollen formen und diese dann in 4 cm lange Stück teilen. Die Enden der Stücke leicht spitz rollen und in Kipferln / zu Hörnchen biegen.
Alle Kipferl auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech platzieren und bei 180° C ca. 10 min backen. In der Zwischenzeit den Zucker mit dem Mark der Vanilleschote gut mischen und dann die noch heißen Kipferl darin wälzen. Zum Abschluss noch leicht mit Puderzucker bestreuen. Man kann auch beide Hörnchen Enden in Schokolade tauchen oder anstatt Haselnüsse Macadamia Nüsse verwenden. 


Also, in dem Sinne, liebe Schlemmerlinge, bleibt´s brav und backt Euch die Seele aus dem Leib,

mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

Samstag, 8. Oktober 2016

Köche- Die Superhelden des guten Geschmacks!

Köche- Die Superhelden des guten Geschmacks!


Ja Superhelden gibt es viele, mit stahlhartem Blick und Kryptonid im Blut; so schnell wie der Blitz und unbesiegbar; voller Energie und mit einem Herz aus Gold.

Was? „Die gibt´s nur in Comics und meiner Phantasie“ sagt Ihr jetzt?.
Bullshi………. Superhelden gibt es wirklich, und ich darf täglich mit ihnen arbeiten.

Die wahren Helden unserer Zeit sind für mich die Köche, ihnen allein gebührt diese Ehre.
Was? Ihr fragt auch noch warum? Okay, ich erklär das dann mal.

Köche sind die einzigen Wesen auf diesem Planeten, die es schaffen, einer wild gewordenen Meute  Herr zu werden und das auch noch mehrmals am Tag.

Sie füttern und beruhigen sie, um sie anschließend wieder ruhig hinaus auf die Wiese zum Spielen zu schicken. Übermenschliche Kräfte schlummern in diesen Köchen. Guter Geschmack und vollkommene Resistenz gegen Schmerz und Umbestellungen.

Und wenn Ihr glaubt, der Blitz ist schnell, dann habt Ihr noch nie gesehen, wie ein Koch aus dem nichts ein veganes Menü zaubert, weil dem Gast grad eingefallen ist, dass er doch Veganer ist.

Ach ja und die Beherrschung, die es dafür braucht, dem Neu-Veganer nicht ins Gesicht zu springen, ist eine weitere Superkraft, die an ein Wunder grenzt.

Aber damit noch nicht genug, Köche haben auch noch telepathische Fähigkeiten, die man nicht für möglich halten möchte.

Sie stellen sich sogar auf Dinge ein, die sie gar nicht wissen können. Geradezu unheimlich, denn tatsächlich tauchen am Abend etliche Umbestellungen auf, obwohl man bei der Menüabsprache einige Male nachgefragt hat.

Wie also wussten es die Köche, wenn nicht durch Telepathie?
Ja, die Köche sind eine kampferprobte Truppe und wenn sie sich nicht im ständigen Training untereinander abhärten, dann kämpfen sie gegen die dunklen Mächte auf der anderen Seite des Passes.

Jederzeit bereit zuzuschlagen, sind sie wohl die stärkste Eingreiftruppe der Welt. Wo sie hinkommen, da brennt die Luft, wird Wasser in Wein verwandelt, wenn es sein muss und machen sie aus dem nichts auch noch was.
Auch schrecken sie vor nichts zurück und so verbünden sie sich gelegentlich sogar mit den dunklen Mächten, natürlich nur um sie zu bekehren oder bei Bedarf auszuschalten.

Ständig unterwegs im Namen des guten Geschmacks bekämpfen sie das fast unbesiegbare Monster der Fertigprodukte und setzten sich für die Armen und schwachen Bauern aus der Region ein.

Ohne Unterlass kreieren sie neue Waffen gegen den stetig wachsenden Anteil der Fast Food Zombies und versuchen diese wieder auf den richtigen Weg zu führen.

Ohne Schmerz zu spüren, gehen sie täglich über ihre Grenzen hinaus und bezaubern die Welt. Und wie bei Superhelden üblich, passiert dies meist im Verborgenen, anonym und ohne Dank. Täglich aufs Neue kämpfen sie für eine glückliche Welt und hauchen ihren Kreationen Leben ein.

Das Ziel, fragt Ihr? das ist doch klar: die Welt zu einem Ort des guten Geschmacks zu machen und insgeheim eine etwas bessere Welt für sie, denn selbst Superhelden werden manchmal müde, vom ständigen Kampf gegen die Windmühlen der Ignoranz.

Jetzt wisst Ihr, dass es Superhelden gibt und wenn Ihr mal in Gefahr seid oder nicht weiter wisst, geht bitte nicht aufs Dach und macht Lichtsignale. Geht einfach ins nächste Restaurant und Ihr werdet Sie finden!

Mit fantastischen Grüßen,
Euer

Alexander Reiter

Sonntag, 4. September 2016

Willst du mich ver-äp(f)eln!


Willst du mich ver-äp(f)eln?



Ich mag die Apfelernte, wenn wieder überall die Leute auf die Bäume steigen und man schon beim Hinschauen meist den Krankenwagen rufen möchte.
Doch irgendwie schaffen sie es dann doch und schütteln die Äpfeln von den Bäumen.

Als kloana Bua bin ich wahnsinnig gern im Apfelbaum gesessen, denn von da aus hatte ich den besten Blick und zum Essen war ja auch genug da.

Das einzige Problem daran war, dass es der Baum unseres Nachbarn war und so bekam ich regelmäßig eine drüber. Aber solange ich oben im Baum blieb, konnte er mir nix, weil er nicht grad der Schlankste war. So blieb ich meist im Baum, bis es ihm zu blöd wurde und er schimpfend abzog.


Und wenn man so im Apfelbaum sitzt, hat man auch genug Zeit zum Nachdenken und so bin ich irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass sich das ganze Leben nur um Äpfel dreht!
Und erklären kann ich das natürlich auch.

Das fängt schon mit dem Apfel im Paradies an. Da die Eva hier ja unbedingt kosten musste, wurden die Menschen aus dem Paradies verbannt.
Die Einzigen, die damals wirklich gut weggekommen sind, waren wohl die Bayern; ich glaub, die hat man damals nicht verstoßen, da die Oma immer gesagt hat „Weißt Alex, wir leben im Paradies! Bei uns in Bayern ist es einfach am Scheensten“.

Und wenn Ihr mir jetzt noch nicht glaubt, dann mal aufgepasst:
Das Ganze geht schon als Baby los. Da gibt’s Apfelbrei im Glas und davon nicht zu knapp.
Im Kindergarten finden wir immer einen Apfel in unserem Rucksack und das zieht sich durch die ganze Jugend, denn was Gesundes muss sein – danke Mama!
Daheim gibt’s einen hausgemachten Apfelstrudel oder einen Apfelkuchen mit Schlag.

Ab spätestens 18 stellen wir fest, dass es auch Apfelschnaps gibt, der auch einen ordentlichen Schädel macht, wenn man zu viel davon erwischt. Was uns natürlich nicht davon abhält, Unmengen davon zu vernichten.

Auf Reisen finden wir heraus, dass es auch Äpelwoi gibt, was zum selben Ergebnis führt, nur, dass man sich, nach zu viel von dem Zeug, mindestens einen Tag krank fühlt.

Wenn wir essen gehen, gibt’s da Apfelkompott zum Kaiserschmarrn oder auf dem Volksfest einen kandierten Apfel.

In der Heimat meiner Frau, im Rheinland, isst man Apfelmus auch zu Reibekuchen oder gebratenen Blut- und Leberwürsten. Äpfel wohin man schaut.
Tja und wenn wir dann mal alt sind, bekommen wir Apfelsaft aus der Schnabeltasse und so schließt sich der Kreis.

Und da soll noch einer sagen, dass ich als kloana Bua keine tiefschürfenden Gedanken hatte!

Ach und bevor ich es vergesse, im Arbeitsleben als Erwachsener sind die Äpfel auch auf dem einen oder anderen Computer, Tablet oder Smartphone zu finden. Und wer kennt sie nicht, die englische Redewendung „An apple a day, keeps the doctor away“.

Ihr seht, die Äpfel sind überall, rette sich wer kann:-).
Und für alle, die trotz dieser erschreckenden Tatsachen immer noch nicht genug haben, hier noch ein leckeres Rezept mit, wer hätte das gedacht, Äpfeln:

Pikantes Apfelsupperl

Zutaten für 4 Personen:

4 Äpfel (am besten aus dem eigenen Garten:-)
2 Stk Lauchzwiebeln
2 El frisch gehackter Ingwer
1 El Knoblauch fein gehackt
3 El Butter
3 EL rote Currypaste
0,75 ltr. Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zitronensaft zum Abschmecken.
Etwas Crème Fraiche zum verfeinern.

Zubereitung:

Die Äpfel schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und in Scheiben schneiden. Die Lauchzwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer fein würfeln und in Butter anschwitzen, dann die Currypaste einrühren und etwas mitschwitzen lassen.
Die Äpfel zugeben und mit Gemüsebrühe aufgießen. Nun ca. 20 min leicht köcheln lassen bis die Apfelscheiben zerfallen sind. Anschließend die Suppe fein pürieren. 
Mit Salz, Pfeffermühle, Muskatnuss, Zitronensaft und Crème Fraiche abschmecken und servieren.

Mmmhh, irgendwie habe ich jetzt auch Lust auf Äpfel. Dann werde ich doch mal den Apfelbaum im Garten erklimmen…….

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter


Samstag, 20. August 2016

Von der 3 Sekunden Regel und anderen Küchenmythen


Von der 3 Sekunden Regel und anderen Küchenmythen




Wenn einem der Lehrmeister früher als Azubi erzählt hat, man soll die Eier abschrecken, weil sie sich dann leichter schälen lassen, glaubte man das erstmal ohne groß darüber nachzudenken, weil erstens wird er schon recht haben und zweitens macht es die Mama daheim ja auch so. Aber weitgefehlt!

Das Problem dabei ist, dass leider beide falsch liegen und es gibt von diesen Küchenmythen so viele, dass ich heute damit einmal a bisserl aufräumen möchte.

Bei mir war der Auslöser für diesen Blog ein Erlebnis bei einer der letzten Abschlussprüfungen der Köche, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Für gewöhnlich stehen wir Prüfer da in der Küche und schauen den Prüflingen beim Kochen zu, ohne sie zu stören, denn sie sind ja eh bereits aufgeregt genug.

Und so war das auch dieses Mal, bis einem Prüfling etwas auf den Boden fiel, was nicht weiter tragisch gewesen wäre.

Was aber dann kam, war etwas schräg. Er hob das Stück auf, strahlte mich an und sagte kurz                „3 Sekunden Regel“ und wollte es wieder benutzen.

Ich hab ihn natürlich aufgeklärt und ein neues Stück gegeben, da er es halt leider einfach nicht besser wusste.

Aber nochmal für alle angehenden Köche da draußen:

Das ist ein Mythos - Es gibt keine 3 Sekunden Regel!!!! Und an alle Köche, die den Lehrlingen einen solchen Schmarrn auch noch einreden; wie blöd seid Ihr eigentlich, Ihr Vollpfosten?!

Aber genug geschimpft und zurück zum Ei! Es gibt nur einen Grund ein Ei abzuschrecken und der ist, um die Außentemperatur des Eis zu verringern, damit man es besser anfassen kann. Ansonsten macht es eigentlich keinen Sinn, denn das Abschrecken unter kaltem Wasser stoppt weder den Garprozess, noch lässt sich das Ei danach erkennbar besser schälen.

Einer meiner Lieblingsmythen ist aber der Klassiker. Fleisch anbraten, um die Poren zu schließen. Für alle, die es noch nicht wissen, Fleisch hat keine Poren, die man schließen könnte. Wenn wir etwas scharf anbraten, tun wir dies nur, um ein schöne Kruste zu bekommen mit einem wunderbaren Röstaroma. Desweiteren bleibt durch die Bratkruste mehr Fleischsaft im Inneren.

Und wo wir gerade beim Fleisch sind, noch ein sehr schöner Mythos ist, das Fleisch erst nach dem Braten zu salzen! Wenn man das tut, ist das Fleisch nur von außen gesalzen und der Salzgeschmack geht nicht ins Innere. Wenn man das Fleisch vor dem Braten salzt, zieht das Salz durch die hygroskopischen, also wasserziehenden Eigenschaften ins Innere und man erzielt ein besseres Ergebnis.

Und damit nicht genug. Bei Schweinefleisch hält sich immer noch der Mythos, dass man es durchbraten sollte. Aber mal ehrlich, wenn man frisches, hochwertiges Schweinefleisch hat, kann man das wirklich bedenkenlos rosa braten und servieren. Schweinefleisch gilt als ein Hauptüberträger von Trichinen, deswegen wurde früher die Empfehlung ausgegeben Schweinefleisch durchzubraten. Doch bei den  heute vorgeschriebenen Hygienestandards und Trichinenuntersuchungen bei Schlachtschweinen braucht man sich hierüber keine großen Gedanken mehr zu machen.

Die nächsten paar Mythen kommen aus der Zeit bevor es Kühlschränke gab, die sich aber immer noch hartnäckig halten und sogar Teil unserer Tradition wurden. Hierzu gehört natürlich der Weißwurst Mythos. Ich höre das immer noch sehr oft „ Ja, die Weißwürst schmecken doch nicht mehr am Abend, die derfen des 12 Uhr Läuten doch ned hören.“

Zur damaligen Zeit hatte diese Regel ihre Berechtigung, da Weißwürste in der Früh frisch gebrüht wurden und durch den Mangel an Kühlmöglichkeiten sofort verzehrt werden mussten. Heute ist dies mehr als Tradition zu sehen, Weißwürste nur in der Früh genießt.

Ein weiterer Kühlschrank- Mythos dreht sich um die Muscheln, die man ja bekanntlich nicht in den Sommermonaten verzehren soll. Die Erklärung ist wiederum sehr einfach, früher konnte man die Schalentiere einfach im Sommer schlecht gekühlt transportieren, deswegen hält sich bis heute hartnäckig der Glaube in der Bevölkerung, dass Muscheln und Schalentiere in den Sommermonaten nicht genießbar sind.

Ihr seht also, es gibt´s einiges, über das man vielleicht noch nicht nachgedacht hat.


Sehr weit verbreitet ist auch der Schwammerl Mythos, Pilze nicht zu waschen sondern nur abzubürsten oder abzureiben. Das ist völliger Quatsch. Ein Pilz besteht zwar allgemein fast zu 90% aus Wasser  kann aber unbedenklich gewaschen werden, da er nicht die Eigenschaft eines Schwamms, wie es landläufig behauptet wird, hat. Die Lamellen eines Pilzes wirken eher noch wasserabweisend. Des Weiteren werden Zuchtpilze auf Substraten angebaut, welche man vorher abwaschen sollte, wie auch den Schmutz und die Erde bei den Wald-Schwammerl. Wenn man sie hinterher gut abtrocknet und weit ausgelegt auf einem Tuck trocknen lässt, ist kein Unterschied erkennbar.

Aber da gibt es noch vieles mehr, was sich hartnäckig in den Köpfen hält, so wie beispielsweise beim Pasta-kochen Öl ins Wasser zu geben, um zu verhindern, dass diese zusammenkleben. Dieser Mythos ist aber eigentlich leicht als unnütz zu erklären: Öl ist leichter als Wasser, also schwimmt oben und hat so keinen positiven Effekt. Öl kommt also später an die Pasta meine Nudelfreunde. Wenn Ihr während des Kochvorgangs gut umrührt, dann klebt auch nix.

Damit aber noch nicht genug, bereits Aufgetautes kann man unbedenklich wieder einfrieren. Klar wird es dadurch nicht besser, aber Mikroorganismen, die sich eventuell vermehrt haben, werden beim Tiefkühlen wieder abgetötet oder gehemmt. Beim Wiedererhitzen besteht also kein Risiko. Natürlich spreche ich hierbei immer von unbedenklichen Zeiträumen, aber das sollte klar sein.

Ein Mythos der sich extrem hartnäckig hält, ist der, dass Holzbretter unhygienisch wären. Es ist erwiesen, dass Holz in der Regel keine höhere Belastung aufweist als Kunststoff, ganz im Gegenteil ist Holz oft im Vorteil, denn wenn die Kunststoffbretter alt sind, bilden sich in den Schnittfugen des Kunststoffbretts nämlich mehr Keime als im Holzbrett.

Und last but not least möchte ich noch loswerden, dass ein Mindesthaltbarkeitsdatum kein Grund ist am Ablaufdatum alles wegzuwerfen. Es ist, wenn es z.B. gut gekühlt aufbewahrt wurde, in der Regel noch Wochen danach in einem Großteil der Fälle vollkommen in Ordnung, also denkt bitte auch ab und an daran Eure Sinne zu nutzen,  wenn Ihr wieder einmal daheim am Kühlschrank steht. Denn wenn es nicht grau aussieht und schlimm riecht, sich verflüssigt hat oder mit einem spricht, dann kann es noch gut sein. Es explodiert nix und es wird Euch auch nicht umbringen, z.B. den Joghurt am Ablaufdatum zu essen. Wenn doch, dann habt Ihr ihn blöderweise im Backofen gelagert, dann kann ich Euch aber auch nicht mehr helfenJ.

Bleibt neugierig,

mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

Dienstag, 26. Juli 2016

Bei dir quarkt´s doch! Kochen mit Milchprodukten

Bei Dir quarkt´s doch! Kochen mit Milchprodukten

Es gibt wirklich nichts Schöneres als Kochen! Diesmal durfte ich im Auftrag des Milchlands Bayern und der Dehoga Bayern mit den Auszubildenden aus München ein cooles Menü rund um Milch und Milchprodukte kochen.

Zusammen mit Fritz Obojkovitz, der normalerweise für die IHK und den SES der Bundesregierung als kulinarischer Experte auf der ganzen Welt unterwegs ist, war es eine Riesengaudi mit unseren jungen Kollegen ein Milchmenü zu zaubern.

Damit die Theorie nicht zu kurz kommt, gab es natürlich auch noch allerhand Infos rund um den weißen Zaubertrank.
Und dann ging es auch schon los, da wurde ein Quarkteig hergestellt -  für die Tart aus sonnengetrockneten Tomaten mit getrüffelten Quarknockerln.


Mit vereinten Kräften wurde Gemüse geschnippelt und die Perlhühner mit Rucola, Ricotta und Wildkräutern gefüllt.

In einer anderen Ecke der Küche wurden Reherl geputzt und ein Risotto mit Creme Fraîche und einem bisserl Weißbier gekocht.
Von der Joghurtcrème für das Dessert wurde so ausgiebig genascht, dass wir nochmal eine Masse machen musstenJ
Das Portweinsaucerl köchelte auf dem Herd vor sich hin und langsam bekam man richtig Hunger.

Natürlich wurden noch die Frischkäsecremes, die wir vorher noch gezaubert hatten, auf den Tischen eingestellt und dann trafen auch schon die Gäste ein.
Molkereichefs aus ganz Bayern, Vertreter der Dehoga und aus der Industrie waren als Gäste geladen worden.

Also bloß kein Stress, sind ja nur die Leute, die wirklich was von Milch verstehen.

Aber wir hatten ja noch eine Geheimwaffe, meinen Chef Andreas Geitl, der den Gerichten dann noch den letzten Schliff verpasste, da konnte schon gar nix mehr passieren bei so einer Unterstützung. Ein toller Chef eben und ein Wahnsinns Fachmann, da macht kochen Spaß.

Wirklich der Hammer - ein Traumjob,  ein cooler Tag, rundum glücklich, kulinarisch verwöhnt und ich durfte mit jungen Kollegen kochen, besser geht nicht.

An festlich gedeckten Tafeln, von unserem wundervoll aufmerksamen Service Kollegen Herrn Hahn gezaubert, ging es dann ans Essen und die Auszubildenden stellten den Gästen die Gänge vor, die sie zubereitet hatten.
Ich wurde langsam aber sicher vollkommen zum glücklichen Milchbubi und erfreute mich ebenso an den Schmankerln.

Mein Dank für diesen schönen Tag geht auch an Frau Hohenhausen vom Förderverein der Dehoga, die wieder einmal alles super organisiert hatte und natürlich auch an das ganze Team vom Milchland Bayern.

Jetzt geht’s erst mal in den Urlaub und ich werde mich ausgiebig der italienischen Küche widmen und vielleicht auch a bisserl mit kochen, natürlich mit Milch & KäseJ

Also Ihr Lieben, bis bald und Ciao,
Euer
Alexander Reiter



Samstag, 16. Juli 2016

Granteln 2.0 - das macht mich kuli-narrisch!!

Granteln 2.0 -  Das macht mich kuli-narrisch!!


Ich Grantel ja normalerweise nicht rum, aber heute muas des einfach mal sein.
Liebe Gäste, die meisten von Euch sind wunderbare Kunden und hochgeschätzte Gäste für uns, die sowohl unsere Speisen, als auch unseren Service zu schätzen wissen und dafür ein herzliches Dankeschön.
Leider gibt es aber in der Hotellerie und Gastronomie nicht nur nette Gäste und daher möchte ich mich heute einmal ausgiebig diesem Teil der Gästeschicht widmen.

Da es jetzt gleich ein bisserl deftiger wird, bitte ich jetzt alle Zartbesaiteten, die sich nicht meinen Kraftausdrücken hingeben wollen, jetzt aufzuhören, diesen Blog zu lesen.
 Damit es leichter wird, habe ich mir erlaubt, mir die einzelnen Gästetypen in Kategorien einzuteilen.

Da gibt es zu allererst den Typ „Bösartiger Schreihals“ 
Der bösartige Schreihals ist eine besondere Spezies, der meist mit einer recht zurückhaltenden Frau auftaucht. Er ist auch zuhause der Pascha und glaubt, er kann sich überall aufführen, wie der letzte Depp. Wenn er loslegt, bleibt kein Auge trocken, meist beleidigt er zuerst auf´s Brutalste seine Servicekraft und dann lässt er sich grundsätzlich den Küchenchef kommen. Bei diesem will er dann genauso weiterbrüllen, was aber meistens nicht so funktioniert, wie er das gerne hätte, denn der Bösartige Schreihals hat einen Nachteil, er ist meist so blöd, wie die Nacht dunkel.

Meist beschwert er sich über die Qualität des Essens, das er aber zur allgemeinen Verwunderung restlos aufgegessen hat. Er ist ein durch und durch böser Charakter, dessen einzige Intension es ist, Menschen zu schikanieren. Wir verhalten uns natürlich auch hier immer professionell und freundlich, aber nach dem Motto „Die Gedanken sind frei“, geht uns meist folgendes durch den Kopf:

`Was fällt dir ein, dass du hier rumbrüllst und den ganzen Laden zusammenschreist, du Volldepp. Woher nimmst du Pfosten das Recht die Mitarbeiter anzuschreien und zu beleidigen. Wer gibt dir das Recht hier den Pascha raushängen zu lassen. Wenn du keinen verdammten Anstand im Leib hast, geh nicht Essen, bleib daheim und sei froh, dass dir deine Frau noch nicht weggelaufen ist, denn du bist ja sicher daheim nicht besser, du Spack.

Dies und noch viel mehr spielt sich natürlich alles nur in unseren Gedanken ab. Nach außen hören wir diesem Primaten aufmerksam zu und wenden uns anschließend wieder unserer Arbeit zu.

Aber das ist nicht der einzige Typ, den es gibt. Der nächste und nicht minder schwierige ist der Typ „Ich kenne Ihren Chef“ - dieser Gästetyp ist etwas ganz Besonderes, denn er kündigt bereits bei der Reservierung an, dass er einem das Leben zur Hölle machen möchte. Er bestellt seinen Tisch mit den Worten „Ich kenne den Chef persönlich“, der bei näherem Nachfragen noch nie von der Person gehört hat, aber auch egal. Dieser Gast besticht durch seine Unverschämtheit, sich wie der Hausherr aufzuführen und den Service bis zur Weißglut zu treiben. Er erzählt hierbei dann Geschichten und hält Monologe über dies und das und findet eine höllische Freude daran, die Servicekraft dauerhaft eines Besseren zu belehren. Beim Essen findet er natürlich auch immer etwas auszusetzten, aber das wusste man natürlich bereits schon vor der Bestellung. Küche wie Service haben alle Hände voll zu tun, weil er es schafft, alle paar Minuten eine neue Änderung zu haben. Wenn ihm irgendetwas nicht passt, kommt natürlich sein vermeintlicher Trump „Das wird Ihr Chef erfahren, Sie werden schon sehen was Sie davon haben…..blabla“.

Was wir natürlich ruhig und still hinnehmen, denn wir sind Profis. Die stillen Gedanken in diesem Fall hören sich meist so an:
`Bitte bleib zuhause und komm nie wieder!! Keiner kennt dich, weder der Chef noch sonst irgendwer hat dich hier schon mal gesehen, aber du führst dich auf wie der Kaiser von China. Wir laufen uns hier die Hacken wund und du findest an allem etwas auszusetzten. Wenn es dir nicht passt, geh und kauf dir was Schönes und bleib daheim, du arroganter Pfeifenkopf. Wenn es nur solche wie dich gäbe, bräuchten wir für jeden Gast fünf Mann Personal. Möge der Blitz sie treffen, wo sie hingehen, um ihre Notdurft zu verrichten, eure Durchlaucht. 

Natürlich gibt es auch einfachere Fälle, wie den Typen „Ich bin Allergiker und brauche eine 24std rundum Betreuung“, der dann nach umfassender Studie der Karte, minutenlanger Betreuung durch den Küchenchef und vielem mehr dann meist zu 99% sagt „Ich nehm dann einen kleinen Salat und einmal den Zander mit der Krustentiersauce“, obwohl hier nach eigener Aussage mehrere Allergien vorliegen, welche auch in der Karte gekennzeichnet sind. Wenn man ihn dann darauf aufmerksam macht, sagt er nur „Des geht heut schon amoi“.
Hierzu fällt meist nicht mal mir was ein, außer vielleicht „Oh Herr, hilf“.
Der nächste Fall ist da schon wieder ein bisserl schwieriger, nämlich der „Wo bleibt mein Essen“ Typ. Dieser Gäste Typ ist ein Primat Marke „Australopeticus robustus“. Man behauptet ja die Evolution hätte uns weiterentwickelt, aber ich glaube das nicht so ganz, denn Einige der wirklich primitiven Menschenrassen existieren noch immer.

Dieser Typ setzt sich ins Restaurant, bestellt ein Filetsteak und beginnt nach zwei Minuten zu rufen    „Wo bleibt mein Essen, ich warte schon seit einer halben Stunde“. Erstens sind 2 Minuten keine halbe Stunde, zweitens steht die Zeit der Bestellung auf dem Bon und drittens dauert ein Filetsteak länger als drei Minuten du irrer Vollhonk. (Denk ich mir natürlich nur)

Dieser Gästetyp hat übrigens einen Bruder. Der heißt „Ich bin mit einer Gruppe unterwegs, komme 1 Std zu spät will, aber sofort mein Essen!“ Ähnlich dumm und definitiv eine verwandte Art. Zu dieser Spezies gehört auch der „Ich bin in einer Gruppe unterwegs, habe vorab meinen Hauptgang auswählen müssen, kann mich aber jetzt nicht mehr erinnern, was das war.“
Es gibt so viele andere noch, wie z.B. den „Ich koche ja auch Zuhause“, den orientalischen „alles auf den Boden“ Gast oder den allseits beliebten Lieblingsgast von Küche und Service, den Mac Gyver der Gäste, den „Ich stelle mir meine ganz eigenen Gerichte zusammen!!“.
Das Dienstleistungsgewerbe hat uns gelehrt immer freundlich und höflich zu sein, egal was passiert, doch sollte ein Gast auch wissen, wie man sich als Gast benimmt.

Ansonsten, liebe Nörgler und Besserwisser, liebe Unzufriedene und Life Style Hipster, liebe Flexitarier und möchte gern Promis:  Lebt Euer Leben, so traurig es auch sein mag, aber lasst uns in Ruhe die Gäste bedienen, die wir lieben und schätzen. Wir arbeiten gerne in einer Dienstleistungsbranche, aber Eure Eigenarten machen es uns nicht leicht, Euch dennoch einen perfekten Besuch zu ermöglichen oder dies zu versuchen.
Kleiner Tipp, trefft Euch alle in einem Raum, tief unter der Erde, macht das Licht aus und schmeißt den Schlüssel weg!
Jetzt fühl ich mich schon viel besser,
mit kuli-narrischen Grüßen,

Alexander Reiter 

Samstag, 18. Juni 2016

Megatrend Street Food in aller Munde!

Megatrend Street Food - in aller Munde!


Street Food ist ja momentan sprichwörtlich in aller Munde. Aber was ist denn eigentlich dran am Megatrend und woher kommt der Hype um den schnellen Snack?

Street Food gibt es eigentlich schon immer. 
Überall da, wo Menschen arbeiten und feiern, leben und es sich gut gehen lassen.
Entstanden ist  Street Food wohl auf den kleinen Märkten an den einfachen Ständen der Händler am Straßenrand, schon lange bevor wir uns darüber Gedanken gemacht haben.


In Asien beispielsweise finden Sie in jeder Stadt die kleinen rollenden Garküchen, an denen Ihnen die frischen Köstlichkeiten zubereitet werden.
Das geht dann von kandierten Früchten über frittierte Speisen, Nudeln und allerhand Fleischgerichten. Meist sind die Gerichte sehr lokal und eben immer speziell auf die Bedürfnisse der Kundschaft abgestimmt.


So findet man in einigen Regionen Insektenspieße genauso auf der Karte, wie frisches, gebackenes Obst.
Wenn´s der Kunde wünscht, wird´s gemacht. Angebot und Nachfrage bestimmen das Geschäft und die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Im Orient sind die Street Food Stände eine der Anlaufstellen für die Menschen und es bilden sich Trauben an den Ständen und auf den Basaren. Nicht nur um zu Essen, nein, das soziale Leben und der Plausch mit dem Nachbarn wird gleich noch mit erledigt.


In Zentralafrika wird gerne auch am  Straßenrand die Ware angeboten und erreicht so ihre Kunden. Grundsätzlich wird überall verkauft was da ist; von Bushmeat bis zum Hirsebrei.

Doch das Interessante daran ist die Vielfalt. Köche, wie ich, können nie an einem Stand vorbeigehen und ich muss einfach in die Töpfe schauen. Wenn die Mama in der Karibik am Straßenrand allerhand Zutaten in ihrem Topf zubereitet, der über einem Ölfass köchelt, kann ich einfach nicht anders, als stehen zu bleiben und zu probieren; nicht immer zur Freude meiner Frau.


So hat jedes Land seine ganz eigene Street Food Kultur möchte ich schon fast sagen, die für mich auch ein bisschen die Identität und Lebensfreude der jeweiligen Region wiederspiegelt.

Doch eines haben alle gemeinsam, es muss schnell gehen und schmecken. So ist dieser Trend eigentlich wie für unsere Zeit gemacht, obwohl er schon viel älter ist, als der Schlips tragende Banker an der Ecke, der schnell mal was auf die Hand essen möchte.


Serviert wird meist in Schalen, Schüsseln oder auf Blättern. Bevorzugt werden Schälchen aus Papier oder Pappe hergenommen oder man bekommt die Speisen auf Holzspießchen angeboten.

Nach einer Studie der FAO aus dem Jahre 2007 ernähren sich täglich bis zu 2,7 Milliarden Menschen mit Street Food, was wohl mehr als beeindruckend ist, denke ich.

Letzte Woche hatte ich auch mal die Möglichkeit ein bisserl Street Food zu machen, was mir sakrisch viel Spaß gemacht hat. Mit den tollen Kollegen von Chefs Culinar ging es beim „Münchner Streetfood Day“ am Nockherberg so richtig zur Sache. 
Hier war ein richtiger Markt aufgebaut und an den einzelnen Ständen wurde gebruzelt, was das Zeug hält.

Ich durfte an diesem Tag als Gast Koch a bisserl mitwurschteln und hab natürlich das Ganze a bisserl Bayerischer interpretiert. 
Bei mir gab es Bavarian Crossover mit einen Kalbsbackerl-Burger mit Spargel und Australisches Flank Steak mit Zwiebelmarmelade und  Kräuter-Bergkäseknödel.

Und so wurde hier richtig Gas gegeben. Surf and Turf Rolls und Indien Pulled Lamb in Chapati Brot oder Pastrami von der Rinderbrust, alles in kleinen Portionen, wo man gerne nicht nur eine von „probierte“.


Es war ein wunderschöner Tag und ich hatte eine Menge Spaß. Vielen Dank nochmal an die Kollegen von Chefs Culinar, die mit viel Liebe zum Detail und tollen Ideen diesen Event auf die Beine gestellt haben. Ihr rockt Leute!

Wer auf der Welt unterwegs ist, sollte sich auch mal trauen, in die Töpfchen am Straßenrand zu schauen, denn vielleicht findet er gerade hier den unvergesslichen Geschmack.

In diesem Sinne, liebe Schlemmerlinge, bleibt neugierig und hungrig,

Euer

Alexander Reiter

Samstag, 4. Juni 2016

Vive la France! Der ultimative EM- Burger

Vive la France! Der ultimative EM-Burger

Nur noch eine Woche, dann geht´s endlich los mit der EM in Frankreich. Und damit es auch daheim ein bisserl Französisch zugeht, hab ich mir mal was anderes ausgedacht.
Zugegeben, sonst schmeiß ich auch meine Würstl und eine halbe Sau auf den Grill, aber das wird mir jetzt auf die Dauer doch zu langweilig.
Also rein in die Küche und ran an meine Mission EM Burger!

Anstatt einem Burger Brötchen nehm ich jetzt erst mal ein Baguette. Das toaste ich so richtig knusprig, dann ist das schon mal richtig guad.

Die Basis für den Burger bildet natürlich 100% iges Rinderhack, schön mager und eine richtige Männerportion. So 300g Fleisch darf das schon sein. Ein bisserl mit Fleur de Sel und schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen, sowie etwas frischem Oregano und Knoblauch. Dann machen wir daraus scheene Burger Pflanzerl.

Ansonsten haben wir noch folgendes auf dem Burger:
Eine Sauce aus körnigem DijonSenf, Mayonnaise und Honig und gehackten Röstzwiebeln ist sozusagen das Fundament, mit dem das Baguette bestrichen wird.

Darauf kommt Romana Salat, Tomate, rote Zwiebeln und ein paar Scheiben Salatgurkerl. Hollandaise, Speck, Preiselbeeren und Brie runden dann am Schluß den Burger ab; wie, dazu später mehr. 

Und dann geht´s auch schon los: Ab mit dem Pflanzerl auf den Grill und richtig heiß anbraten; ich will es natürlich innen noch schön rosa haben und brate es daher kurz und richtig heiß an.

Dann ab in die Pfanne, den französischen Brie drauf und im vorgeheizten Backofen fertig ziehen lassen, wo der Käse dann wunderbar schmilzt.

In der Zwischenzeit hab ich kurz eine Hollandaise gemacht (wie die geht, hab ich Euch ja bereits in einem meiner letzten Blogs erklärt, da könnt ihr das auch nochmal nachlesen)


Und was natürlich nicht fehlen darf ist Speck, schön kross gebraten, die Preiselbeeren kommen auf den geschmolzenen Käse und frische Kräuter für das Aroma.

Ich glaub, der Burger kann sich wirklich sehen lassen, da bleibt kein Auge trocken und ich verspreche Euch, dass Ihr damit bei euren Freunden Punkten könnt. Es sein denn, die sind Vegetarier oder faseln was von "Low-Carb", wie meine Frau zur Zeit. 

Ein paar coole Drinks, den ultimativen Burger und mit viel guter Laune geht´s dann für Euch direkt ins Finale!

Also in diesem Sinne, bleibt´s hungrig lasst es krachen und unterstützt unsere Jungs!

Euer

Alexander Reiter

Dienstag, 24. Mai 2016

2055- Die Geschichte vom letzten Koch

2055 - Die Geschichte vom letzten Koch


Es war der letzte Abend gewesen; er hatte, wie immer, alles aufgeboten, was sein alter Körper noch zu leisten imstande war und kochte auch an diesem Abend noch einmal mit allem, was ihn sein Leben lang ausgezeichnet hatte.

Mit viel Liebe zum Detail und der Hingabe eines wahren Meisters zauberte er an diesem Abend noch einmal in höchster Vollendung seine Kreationen auf die Teller.
Wohl noch bewusster als sonst, da ihm klar war, dass es das letzte Mal sein würde.
Morgen würde hier ein weiteres dieser gesichtslosen System-gastronomischen Restaurants entstehen - mit seinem vorgefertigten Gastro-Konzept, das so austauschbar war, wie un-inspiriert.

Aber scheinbar war das einfach eine andere Zeit, in die er nun nicht mehr hineinpasste.

Wir hatten nun das Jahr 2055 und als er seine Gedanken so zurückschweifen ließ, erfasste ihn sofort wieder die alte Leidenschaft, die sich durch sein ganzes Leben gezogen hatte.
In seiner Lehre und den anschließenden Wanderjahren schwärmte er von den großen Meistern, verehrte sie sogar und kämpfte sich unaufhörlich durch die besten Restaurants und Hotels, immer auf der Suche nach neuen Rezepten und Aromen. Getrieben vom Ehrgeiz und dem unbedingten Willen nach Erfolg lernte er das Leben eines Kochs kennen und lieben.

Im Laufe der Jahre merkte er jedoch, dass sich etwas änderte in seiner Branche. Es gab immer weniger Köche, was eine Entwicklung in Gang setzte, die er so nie für möglich gehalten hatte.
Hotelkonzerne stellten ihre Betriebe immer mehr auf Convenience um und standardisierten was das Zeug hielt; verkauft wurde es den Küchenchefs als Konzept und zur Qualitätssicherung. Fakt war, dass Fertigware warm gemacht wurde, die überall gleich schmeckte.

Da hier natürlich nicht mehr frisch gekocht wurde, leidete die Ausbildung stark und die Qualität der Köche sank mehr und mehr. Die Arbeitszeiten wurden nach wie vor nicht eingehalten, weil es ja nicht mehr genug Köche gab. Da mussten die übrigen einfach mehr tun und wer das nicht wollte, musste gehen oder wechselte von selbst in die Industrie.

Auch vor den Sterne Küchen machte dieser Trend nicht halt. Die ehemaligen Spitzenrestaurants mit ihren Köchen wurden geschlossen und durch kostengünstigere Trendkonzepte ersetzt.

Die Sterne Köche selbst mussten nach neuen Wegen suchen, um zu überleben, da auch hier Köche allmählich zur Mangelware wurden. Entweder stellten sie ihre Restaurants auf Casual Dinning um oder sie versuchten sich als Berater oder Entwickler für neue Speisekonzepte bei der Industrie. Manch einer versuchte auch übers Fernsehen genug Geld zu verdienen, um sich sein Restaurant noch weiter leisten zu können.

Um 2030 dann drehte sich die Spirale immer schneller, fast alle letzten echten Restaurants mussten die Segel streichen und die Gastro-Landschaft begann sich neu zu ordnen.
Ohne das der Kunde es merkte, waren wie über Nacht nur noch standardisierte Restaurants und Hotelkonzepte auf dem Markt, die voll auf die, von der Industrie, produzierten Speisen setzten.

In einigen von ihnen kamen Teile der Speiseproduktion aus dem 3 D Drucker, erstellt mit einem Nahrungsbrei, der dann nach der Formgebung aushärtete. Die Schreckensvision aus Louis de Funés „Brust oder Keule“ war Wahrheit geworden.
Köche waren nur noch „Aufwärmer“ und wurden mit Hungerlöhnen abgespeist, was dem Beruf endgültig den Todesstoß verpasste. Meist wurden diese Tätigkeiten auch nur noch von Hilfskräften ausgeführt.

Die letzten verbliebenen Küchenchefs waren lediglich Verwalter ihrer Küchen und die jährlichen Küchenchef Meetings der Konzerne waren zu einer Produktpräsentation der Industrie verkümmert, in denen man sich nur noch darüber unterhielt welches Gericht der beiden Fertigspeisen wohl das bessere wäre. Wo sich früher über Rezepte ausgetauscht wurde und man die Freude am Kochen zelebrierte, trafen sich jetzt nur noch ein paar Marionetten der Lebensmittelindustrie ohne Berufs-Ehre.

Hätte man sie gefragt, hätten sie wahrscheinlich geantwortet „Was soll ich denn machen, ich habe ja keine ausgebildeten Leute mehr und außerdem ist das ja viel wirtschaftlicher“.
Wohl wahr, aber sich mit seinem Schicksal abfinden und den Kopf in den Sand stecken, ist wohl auch nicht die Lösung gewesen. Erbärmlich, wie man für alles immer eine Ausrede finden kann.

2040 fiel dann der letzte große Stein im großen Lebensmittel Roulette. Bis auf ein paar wackere Köche, die in ihren Restaurants aushielten, war die Restaurant und Gastro-Welt zu 100% standardisiert.
Es gab nur noch 2 Großkonzerne auf der Welt, die alles unter sich aufteilten und der Beruf des Kochs in seiner Reinform war eigentlich verschwunden.
Die letzten Verbliebenen, wie er selbst auch, hatten Schwierigkeiten Gen-freie und unbehandelte Lebensmittel zu bekommen, was es auch im täglichen Geschäft immer schwerer machte, gesund und verantwortungsvoll zu arbeiten.
Um 2045 brachen dann alle Dämme. Die Lebensmittelvielfalt wurde geregelt. Alle Pflanzen, die nicht effizient genug oder schlicht nicht lukrativ genug, wurden nicht mehr angeboten.
Viele der alten Gemüse und Obstsorten fielen dieser Entwicklung zum Opfer. Die Vielfalt war tot!

Zum Wohle der Menschheit, wie man hörte, denn man brauche ertragreiche Lebensmittel, um alle Menschen auf Erden zu ernähren, anders ginge das nicht.

Aber das war irgendwie auch schon egal in einer Welt, in der Kinder den Geschmack frischer Lebensmittel gar nicht mehr kannten und Geschmack auch nur noch eine Frage der Garderobe war.
Der Mensch war verkümmert, das Essen zu einer reinen Nährstoffaufnahme geworden.

Ein Wunder, dass er so lange ausgehalten hatte mit seinem kleinen Restaurant.

Als er das Licht löschte, zum letzten Mal den Schlüssel im Schloss drehte und seine Küche verließ, starb ein großer Beruf für immer.
Denn was er an diesem Abend nicht wusste - er war der letzte wirkliche Koch gewesen.

Epilog:

Liebe Schlemmerlinge, Kollegen und Freude des guten Geschmacks - Ich habe heute zugegeben ein düsteres Bild der Zukunft gezeichnet. Ich wollte aber ganz bewusst mit Euch meine Sorge um die Zukunft der Branche teilen. Manche der hier angesprochene Punkte sind bereits Realität, die Profis unter Euch wissen genau von welchen ich hier spreche, andere sind noch in ferner Zukunft, könnten aber eintreten, wenn wir nicht Acht geben.
Mein Appell richtet sich an Alle von uns -  wir sind verantwortlich für die Speisen, die unsere Küchen verlassen. Wir sollten genau darüber nachdenken, ob wir unsere Seele der immer größer werdenden Lebensmittelindustrie mit ihren Voll Sortiment Convenience verkaufen möchten.
Denn wenn wir das tun, ist uns wirklich nicht mehr zu helfen.

Dann ist möglicherweise einer von uns irgendwann wirklich der letzte Koch.

Mit kulinarischen Grüßen
Euer

Alexander Reiter