Dienstag, 8. September 2015

Ein bisserl Mac Gyver steckt in jedem von uns!

Ein bisschen Mac Gyver steckt in jedem von uns !



Es gibt Momente im Leben eines Mannes, da steht man wirklich mit dem Rücken an der Wand.
Da steht die partnerschaftliche Harmonie auf des Messers Schneide.
Der Moment, in dem man sich schon damit abfindet, bis zum Ende der Menschheit auf der Couch zu schlafen. Aber bevor ich zu sehr abschweife, erklär ich Euch erst einmal den Grund für meine wilden Gedanken.
Dadurch, dass ich eigentlich den ganzen Tag esse, ist bei mir zuhause meist nicht viel im Kühlschrank und just letzten Sonntag war so ein Tag.
Das wäre ja nicht weiter schlimm, aber wenn dann die Frau kommt und beiläufig sagt „Ach übrigens, du denkst doch daran, dass ich heut Nachmittag zum Kaffee eingeladen hab und du hast mir doch versprochen einen tollen Kuchen zu backen“.
Ich konnte mich noch wage daran erinnern, in einem schwachen Moment mal so etwas gesagt zu haben. War das heute gewesen, oh-oh.
Wichtig  ist, sich in so einer Situation nichts anmerken lassen, cool und gelassen bleiben und möglichst Panik vermeiden. Sie darf nichts merken und wir alle wissen, das unsere Frauen mit Supersinnen ausgestattet sind, wenn es darum geht herauszufinden, wenn wir was ausgefressen haben oder ähnliches.
Ich küsste sie auf die Stirn mit einem „ aber natürlich mein Schatz“ und ging locker weg.
Okay, irgendwie bin ich im Garten gelandet, ich habe noch ca. 1,5 Std lang Zeit einen „tollen Kuchen“ zu backen. Es ist Sonntag, kein Geschäft offen, nichts im Kühlschrank.

Okay, nachdenken, was hätte Wicki gemacht oder Mac Gyver. Scheiße, die können nicht kochen.
Mein Blick fiel auf meinen Zwetschgenbaum, nix wie rauf und schnell genug gebrockt, damit es für die Ladys für heut Nachmittag reicht. Mein Glück nur, dass mein Engel noch nicht in den Kühlschrank geschaut hat.

Ich öffnete den Kühlschrank und war nicht gerade begeistert.
250 g Quark
4 Eier
Und meine Zwetschgen.
Das ist ja mal nicht so viel. Auf dem Wohnzimmertisch lag noch eine Tafel Weiße Schokolade (100g) -nehm ich auch.
Das muss jetzt reichen. Gott sei Dank bin ich Koch und das hilft in einer solchen Situation ungemein. Es soll ja Leute geben, die nicht kochen, aber ich treff so selten welche; das muss an meiner artgerechten Haltung in der Küche liegen. Wahrscheinlich eh nur ein Gerücht:-))
So weit so gut.
Erst einmal müssen wir die Eier trennen und Eigelb und Eiweiß schaumig schlagen.

Danach die Weiße Schokolade schmelzen, kann man in der Mikrowelle machen, spart Zeit, die ich eh nicht hab.
Und dann das schaumige Eigelb mit dem ausgedrücktem Quark und der Weißen Schokolade verrühren.
Schaut schon mal nicht schlecht aus. Jetzt heben wir noch das geschlagene Eiweiß unter und fertig ist eine luftig, leckere Masse.

Nun schnell die Zwetschgen gewaschen, halbiert und in die Form gelegt und ab in den Ofen.
Ich hab auch noch zwei kleine gemacht im Soufflé-förmchen, weil noch Masse übrig war. So würde ich es wahrscheinlich auch in der Arbeit machen.

Das Ganze hab ich im vorgeheizten Ofen auf 200°C gebacken für 14 Minuten, dann den Ofen runter drehen auf 140°C und weitere 8 Minuten backen. Dann denn Ofen ausmachen und mit der Resthitze weitere 12 Minuten weiter gar ziehen lassen.
Es kommt natürlich darauf an, in welcher Form man den Kuchen backt.
Was herauskam, hat mich mal echt hoffen lassen, nicht auf der Couch schlafen zu müssen.

Jetzt noch einen Namen für den Spaß - Soufflierter Zwetschgenkuchen, glutenfrei.
Da werden die Mädels schauen.

Wie Ihr merkt, ist das jetzt schon ein paar Tage her; ich lebe noch und schreibe drüber. Ach ja und das Kaffeekränzchen war scheinbar auch okay.

Männer da draußen - wir müssen zusammenhalten! Wenn Ihr mal in Not seid, ich helfe Euch gerne.
Bis dann,
Mit kulinarischen Grüßen,
Euer
Alexander Reiter