Montag, 2. Januar 2017

Was sind die Food-Trends 2017

Was sind die Food-Trends 2017


Jetzt sind sie vorbei, die Feiertage. Vorbei die Zeit der Lichter und Genüsse, der Düfte und Verführungen.
Doch was gibt´s Neues 2017?

Viele der Trends aus dem letzten Jahr werden uns weiter begleiten; so ist der Street Food Trend weiter auf dem Vormarsch und wir können gespannt sein, was hier noch alles auf uns zu kommt.

Regional, nachhaltig und gesund darf´s auch im neuen Jahr wieder sein, wobei ich die Rückkehr der Regionalküchen weniger für einen Trend halte, als mehr für ein Rückbesinnen auf Bewährtes. Mich freut`s aber trotzdem sakrisch.

Was wirklich auf uns zukommt, sind die jährlich neuen Superfood- Knaller.

Dieses Jahr werden wohl viele von uns Moringa kennen lernen, eine der eiweißreichsten Pflanzen überhaupt. Sie wird bald wohl als alternative Eiweißquelle für unsere vegetarischen und veganen Freunde den Speiseplan bereichern.
Des weiteren werden wir die Baobab kennen lernen, die Frucht des Affenbrotbaumes.

Doch was sehr bald zu uns herüberschwappen wird, ist der Birkenwasser Trend aus Osteuropa, der in Russland bereits das IN Getränk des vergangenen Jahres war.
Tja, wer´s braucht - Prost!

Toll wird der nächste Trend, der bei den Vegetariern vor der Tür steht. Die Jackfrucht. Noch nie gehört? Kein Problem, denn das wird sich sicher bald ändern! Eine tolle Frucht und eine echte Bereicherung auf der Speisenkarte.

Doch mein Lieblingstrend 2017 wird wohl das Sous Vide Garen. Hier steig auch ich mit ein und werde versuchen, einfach mal mehr aus meinen Gerichten rauszuholen. Ein Mehr an Vitaminen und Nährstoffen nämlich, das bei diesem sehr schonenden Vakuum Garverfahren besonders im Vordergrund steht. Des weiteren ist die Haltbarkeit der Lebensmittel hier ein großes Thema, sowie die Entwicklung der Aromen.
Eine tolle Sache, wie ich finde!

Eingelegte Gemüse erleben dieses Jahr ihre Renaissance, was ich sehr begrüße, denn ich liebe es einzuwecken!

Sonst gibt es noch einen spannenden Trend, den meine Frau grad mit viel Freude ausprobiert und den man auch das Comeback der Urgetreidesorten nennen könnte: Emmer, Dinkel und Einkorn sind wieder stark im Kommen und man darf gespannt sein. Also bei mir daheim ist dieser Trend schon voll angekommen!

Und die Liebe zum Hausgemachten geht weiter, was ich sehr schön finde, denn scheinbar besinnt man sich doch wieder mehr auf das besondere Gefühl, das man empfindet, wenn man selbstgemachtes  genießt und die Freude, die man bei Kochen empfindet.

Ich glaub das wird ein tolles 2017 und ich freu mich schon sehr drauf, sprichwörtlich alles in mich aufzunehmen.
Und was soll´s, dann nehm ich halt noch ein paar Kilos zu, aber jedes Kilo reiner Genuss, soviel ist sicher.

Also in diesem Sinne,

bleibt´s neugierig und genießt das neue Jahr,

mit kulinarischen Grüßen,
Euer Alexander Reiter


Sonntag, 11. Dezember 2016

Franzls Weihnachtswunder



Franzls Weihnachtswunder



Es war wieder Weihnachtstag. Der Schnee glitzerte auf den Dächern der Häuser und die Straßen waren fast menschenleer.
Nur Franzl war draußen und ließ sich die Sonne auf die Nase scheinen. Seine Eltern waren zum Einkaufen weggefahren, und um Tante Trude vom Zug abzuholen. Die wie jedes Jahr bei ihnen die Weihnachtstage verlebte.

 Franzl sollte derweil den Schnee aus der Einfahrt wegräumen, was auf den ersten Blick nach einer Menge Arbeit aussah; weswegen er erstmal ein bisserl in der Nachbarschaft spazieren ging.

Den Nikolaus hatte er ja ganz gut überstanden, dachte er so bei sich und war froh, dass dieser ihn nicht in seinem Sack mitgenommen hatte. Aber er hatte sich da schon allerhand anhören müssen von dem alten Typen!

Lausbub und nur Blödsinn im Kopf und noch viel mehr! Der hatte so rumgeschimpft, dass man hätte meinen können, es zerreißt ihn gleich. Und wenn sich das nicht bessern würde, so sagte er, nähme er den Bub im nächsten Jahr einfach mit! „Überhaupt, der hatte eh keine Ahnung; der mit seinem roten Mantel kann sich schleichen, aber echt!“ motzte Franzl still vor sich hin.

Aber der Nikolaus hatte auch was von Nächstenliebe gesagt und dass er, Franzl, schauen sollte, dass er sich auch mal um andere kümmere und nicht nur um sich selbst.

„Was meint der wohl mit Nächstenliebe, der dickwammperte  Oide?" - wie er so nachdachte und durch die verschneite Nachbarschaft streifte, bemerkte er, dass viele der Nachbarn allein in ihren Wohnungen saßen und aus den Fenstern schauten. So wie der Huber von gegenüber, der ihm immer mit dem Besen nachlief, wenn er wieder mit dem Fußball gegen Huber`s Garagentor hämmerte. Oder die Frau Schwabl, die den ganzen Tag ihre Rosen im Garten schnitt - ein Wunder, dass da überhaupt noch was zum Schneiden da war so oft, wie die das machte!

Liebe deinen Nächsten hatte der rotnasige Zipfe gesagt. Mmmhh, des musste es sein... Die Nächsten zu uns san die Nachbarn. Oiso, liebe deine nächste Nachbarschaft!

Jetzt war ihm sofort alles klar und es formte sich ein Plan in seinem Kopf. Dem Nikolaus würde er es zeigen! Der nimmt mich nicht mit in seinem Sack der Viehtreiber, der windige! Dem werden die Augen ausfallen, wenn er sieht, wie brav i bin, dann steck ich den in den Sack!

Schnell lief er durch den Schnee und klingelte an der ersten Tür.
Da stand er jetzt, der Franzl, mit seinem dicken Cristkindlpullover und der Wollmütze mit Rentiergeweih vor der Tür vom Huber.

Er klopfte an und als geöffnet wurde, begann er gleich aus voller Kehle zu singen „Bei mir dahoam ist Weihnacht heut und feiern tun heut alle Leut, so pack dei Zeug und komm schnell mit, denn es gibt Plätzchen, Glühwein und Bisquit“.

So falsch er auch sang, dem Huber traten die Tränen in die Augen und er konnte sich des kleinen Buben mit seiner Rentiermütze nicht erwehren. Schnell schnappte er sich seine dicke Jacke und folgte dem Franzl von Haus zu Haus.

 Nach und nach sammelte Franzl so alle Leute aus der Nachbarschaft ein und als er seiner Meinung nach alle Nächsten" zusammen hatte, lief er mit seiner kleinen Weihnachtsprozession direkt nach Haus. Dort bewirtete er sie mit Plätzchen und Glühwein, trug Mamas vorbereitete Würstel und den Kartoffelsalat ins Wohnzimmer und schaltete die Musik ein.

So sangen sie bald alle zu den Weihnachtsliedern und Herr Huber und Frau Stangl wagten sogar ein Tänzchen miteinander.

Draußen vor dem Haus waren grad Franzls Eltern mit Tante Trude im Gepäck in die Einfahrt gebogen und als sie von außen, sahen was im Haus so vor sich ging, saßen die drei wie versteinert mit offenem Mund im Auto und sagten nur alle gleichzeitig „Oh Gott, Franzl!“

Als sie die Haustüre öffneten kam ihnen als Erstes sofort Frau Schmidt entgegen, fiel allen drei in die Arme und sagte „Frohe Weihnachten und vielen Dank für die Einladung!“ Franzls Vater stammelte nur „Einladung?“ und Frau Schmidt fuhr fort mit „Und dass Sie den Franzl vorbeigeschickt haben uns alle einzuladen, mei, was für ein Engerl Sie da haben. „Ein Engerl? Der Franzl?“ wiederholte der Vater ungläubig. „Ja und wie er uns bewirtet hat, mei all die guten Sachen, oiso das ist für uns alle das schönste Weihnachtsfest seit langem, ein Geschenk des Himmels“; mit diesen Worten drückte Frau Schmidt Franzls Vater nochmal so fest, dass ihm fast die Luft wegblieb.

Tante Trude hatte ihre gesamte Gesichtsfarbe verloren, genauso wie Franzls Mama, die sich ähnliche Lobpreisungen auf den kleinen Lausbuben anhören durften und beide hielten Ausschau nach dem Urheber der ganzen Partygesellschaft.

Dieser kam gerade mit einem Teller Äpfeln und Nüssen aus der Küche die er auf dem Wohnzimmertisch abstellte, sah seine Eltern und rannte mit strahlenden Augen direkt auf sie zu.

„Mama, Papa! Schön, dass ihr endlich da seid! Schee, jetzt können wir mit allen zusammen feiern!“.

Die beiden knieten sich zu ihrem kleinen Bub hinunter und fragten ihn: „Franzl, wie bist du denn auf die Idee gekommen?“. Franzl stemmte die Hände in die Hüfte und begann seinen Plan zu erklären „Der Nikolaus hat gesagt, dass er mich in seinem Sack mitnimmt, wenn ich mich nicht mehr um die Nächstenliebe kümmere. Nur, jetzt kann er mich nicht mehr mitnehmen, denn alle Nächsten sind bei uns dahoam! Aber Leut, ich hab jetzt keine Zeit für Euch, der Kaffee läuft grad durch für den Huber!“.

Mit diesen Worten drehte sich Franzl um und lief zurück in die Küche. Die Eltern schauten sich gegenseitig an und konnten nicht anders als zu schmunzeln, denn seine kindliche Logik war einfach unschlagbar.

Und als sich die Beiden so umschauten und die glücklichen Gesichter sahen und die Freude um sich herum spürten, merkten sie, dass Franzl, wenn auch aus anderen Beweggründen, den Weihnachtsgedanken auf wunderbare Weise umgesetzt hatte; christliche Nächstenliebe, die in unserer Gesellschaft so rar geworden ist.

Als Franzls Vater das begriff, war er unendlich glücklich und eine Träne kullerte ihm über die Wange, die seine Frau liebevoll mit einer kleinen Handbewegung wegwischte „Er ist halt doch ein Engerl unser Franzl“. Tante Trude, die sich in der Zwischenzeit von dem Schock erholt hatte, kam mit einer Flasche Eierlikör und drei Gläsern zu den beiden und meinte, “Kommt, jetzt stoßen wir erst einmal an, der ist auch selbst gemacht“.

So wurde das Weihnachtsfest bei Franzl zum schönsten, dass sie je hatten. Man feierte zusammen und fühlte regelrecht den Geist der Weihnacht, der die Herzen erhellte und Franzl wird wohl nicht in den Sack gesteckt, vorerst jedenfalls nicht.

Wenn Euch die Geschichte gefallen hat, dann bitten ich Euch den „Gefällt mir“- Button zu drücken, denn für jedes Like spenden der Schlemmerblog und Giving Gamers je 0,50 € für einen guten Zweck.

Also lasst den Button glühen, denn helfen kann man überall und wie wir dank Franzl gesehen haben meist schon vor der eigenen Haustür.

Euch Allen eine gesegnete Weihnacht und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2017,

mit kulinarischen Grüßen,


Euer Team vom Schlemmerblog Herbert Hörnlein und Alexander Reiter mit unserer Gastbloggerin Nicole Savels.

Sonntag, 13. November 2016

Alle Jahre wieder! Meine Frau der Platzerl- Back-Diktator!


Alle Jahre wieder! Meine Frau, der Platzerl- Back-Diktator!



Nachdem jetzt Wiesn und Kirchweih geschafft sind, wir erfolgreich alle Horrorclowns an Halloween abgewehrt haben und die Laternen an St. Martin vorbeigezogen sind, geht’s wieder los.

Pünktlich zur Plätzchenback-Orgie meiner wunderbaren Frau fallen die ersten Flocken vom Himmel und unser traumhaftes München taucht sich in ein schlichtes aber sexy anzusehendes schneeweiß. 

Bei mir daheim ist das der Startschuss für den Back-Wahnsinn; also mit dem riesen Einkaufszettel los zum Supermarkt und ab geht´s.
Die generalstabsmäßige Planung meiner Frau umfasst alle Zutaten, die man so braucht und so füllt sich der Wagen zusehends mit genug Zeug, so dass man eine Bunderwehr-Kompanie ein Jahr mit Gebäck versorgen könnte.

Anschließend darf ich noch zur großen Freude alle Tüten in die Küche tragen und bevor ich mich galant aus dem Staub machen kann, hab ich auch schon eine Schürze an.
Auch als ich versucht habe mit einem kurzen „Ich geh mal kurz tanken“ das Weite zu suchen, bekam ich nur diesen „Du bleibst hier Blick zugeworfen“, was mich schlagartig umstimmte.

Der Plan sah folgendes vor: Backen von "haushaltsüblichen" Mengen an Platzerl, Pralinen und Kleingebäck. Sprich 10 Sorten, je mindestens 5 Kg plus ca. 3 Kg schokolierten Rosinen und Nüssen.
„Straffes Programm Schatz, kennen wir überhaupt so viele Leute, oder backen wir noch für irgendeine Supermarktkette mit?“. Ich weiß jetzt, dass man so einen Satz besser nicht sagen sollte und habe dabei auch festgestellt, dass man Haselnüsse als Wurfgeschosse nicht unterschätzen sollte.




Also meine Frau mutiert da immer regelrecht zum Platzerl-Diktator! Und ehrlich, mit Sicherheit gab es im alten Rom Galeerensklaven mit besseren Arbeitsbedingungen als meine, wenn meine Frau wieder ihre Gebäck Psychose bekommt.
Aber ich schweife ab, jetzt wurde natürlich sauber und kontrolliert gebacken, verziert und gefüllt, gepudert und überzogen.

In der Küche sah es aus wie in Neapel, wenn mal wieder 3 Monate keine Müllabfuhr kommt und der Hund hatte bunten Streuseln im Fell, was ihm einen coolen 70er Jahre Look verpasste.
Keine Ahnung, wie der Schokoguss an die Decke kam, aber auch nicht weiter wichtig.




Nach unzähligen Blechen voller Platzerl und genauso vieler Flüche meinerseits war es irgendwann auch geschafft. Es war getan, sie waren fertig!

Die Weihnachtszeit konnte kommen, aufgereiht in bunten Blechdosen standen sie jetzt da und schauten, wie meine Frau, wieder einmal zum Anbeißen aus. Meine Frau daneben, glücklich, geschafft und mit reichlich Puderzucker im Gesicht, war richtig zufrieden mit ihren Weichnachts-Zuckerln und ich, nach einer ausgiebigen Verkostung, auch wieder versöhnt.

Und am Ende hab ich mich dann doch verkrümelt und wie jedes Jahr hatten die Heinzelmännchen alles aufgeräumt, als ich wieder heimkam.
Und damit Ihr da draußen auch richtig coole Platzerl backen könnt, anbei noch ein Rezept von meinem Engel Nicole nur für Euch.

Wir haben uns für ein klassisches Rezepte entschieden, denn sind wir mal ehrlich, kein Schwein braucht glutenfreies Weihnachtsgebäck mit Chia-Samen.




Vanillekipferl:

Zutaten:

300g Mehl
60g geriebene Mandeln
50g geriebene Haselnüsse
220g Butter
70g Sandzucker
1 Prise Salz
1 Msp Zimt
2 Eigelb
Das Mark von einer Vanilleschote
190g Zucker
100g Puderzucker

Und so wird´s gemacht:

Die Butter, den Sandzucker, das Salz und den Zimt verkneten, dann das Eigelb hinzugeben. Das Mehl sieben und mit den geriebenen Mandeln und den geriebenen Haselnüssen gut mischen. Dann unter die Eigelb-Butter-Masse heben und alles zu einem Mürbeteig verkneten. Diesen dann kaltstellen.
Wenn der Teig durchgekühlt ist, zu etwa bleistiftdicken Rollen formen und diese dann in 4 cm lange Stück teilen. Die Enden der Stücke leicht spitz rollen und in Kipferln / zu Hörnchen biegen.
Alle Kipferl auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech platzieren und bei 180° C ca. 10 min backen. In der Zwischenzeit den Zucker mit dem Mark der Vanilleschote gut mischen und dann die noch heißen Kipferl darin wälzen. Zum Abschluss noch leicht mit Puderzucker bestreuen. Man kann auch beide Hörnchen Enden in Schokolade tauchen oder anstatt Haselnüsse Macadamia Nüsse verwenden. 


Also, in dem Sinne, liebe Schlemmerlinge, bleibt´s brav und backt Euch die Seele aus dem Leib,

mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

Samstag, 8. Oktober 2016

Köche- Die Superhelden des guten Geschmacks!

Köche- Die Superhelden des guten Geschmacks!


Ja Superhelden gibt es viele, mit stahlhartem Blick und Kryptonid im Blut; so schnell wie der Blitz und unbesiegbar; voller Energie und mit einem Herz aus Gold.

Was? „Die gibt´s nur in Comics und meiner Phantasie“ sagt Ihr jetzt?.
Bullshi………. Superhelden gibt es wirklich, und ich darf täglich mit ihnen arbeiten.

Die wahren Helden unserer Zeit sind für mich die Köche, ihnen allein gebührt diese Ehre.
Was? Ihr fragt auch noch warum? Okay, ich erklär das dann mal.

Köche sind die einzigen Wesen auf diesem Planeten, die es schaffen, einer wild gewordenen Meute  Herr zu werden und das auch noch mehrmals am Tag.

Sie füttern und beruhigen sie, um sie anschließend wieder ruhig hinaus auf die Wiese zum Spielen zu schicken. Übermenschliche Kräfte schlummern in diesen Köchen. Guter Geschmack und vollkommene Resistenz gegen Schmerz und Umbestellungen.

Und wenn Ihr glaubt, der Blitz ist schnell, dann habt Ihr noch nie gesehen, wie ein Koch aus dem nichts ein veganes Menü zaubert, weil dem Gast grad eingefallen ist, dass er doch Veganer ist.

Ach ja und die Beherrschung, die es dafür braucht, dem Neu-Veganer nicht ins Gesicht zu springen, ist eine weitere Superkraft, die an ein Wunder grenzt.

Aber damit noch nicht genug, Köche haben auch noch telepathische Fähigkeiten, die man nicht für möglich halten möchte.

Sie stellen sich sogar auf Dinge ein, die sie gar nicht wissen können. Geradezu unheimlich, denn tatsächlich tauchen am Abend etliche Umbestellungen auf, obwohl man bei der Menüabsprache einige Male nachgefragt hat.

Wie also wussten es die Köche, wenn nicht durch Telepathie?
Ja, die Köche sind eine kampferprobte Truppe und wenn sie sich nicht im ständigen Training untereinander abhärten, dann kämpfen sie gegen die dunklen Mächte auf der anderen Seite des Passes.

Jederzeit bereit zuzuschlagen, sind sie wohl die stärkste Eingreiftruppe der Welt. Wo sie hinkommen, da brennt die Luft, wird Wasser in Wein verwandelt, wenn es sein muss und machen sie aus dem nichts auch noch was.
Auch schrecken sie vor nichts zurück und so verbünden sie sich gelegentlich sogar mit den dunklen Mächten, natürlich nur um sie zu bekehren oder bei Bedarf auszuschalten.

Ständig unterwegs im Namen des guten Geschmacks bekämpfen sie das fast unbesiegbare Monster der Fertigprodukte und setzten sich für die Armen und schwachen Bauern aus der Region ein.

Ohne Unterlass kreieren sie neue Waffen gegen den stetig wachsenden Anteil der Fast Food Zombies und versuchen diese wieder auf den richtigen Weg zu führen.

Ohne Schmerz zu spüren, gehen sie täglich über ihre Grenzen hinaus und bezaubern die Welt. Und wie bei Superhelden üblich, passiert dies meist im Verborgenen, anonym und ohne Dank. Täglich aufs Neue kämpfen sie für eine glückliche Welt und hauchen ihren Kreationen Leben ein.

Das Ziel, fragt Ihr? das ist doch klar: die Welt zu einem Ort des guten Geschmacks zu machen und insgeheim eine etwas bessere Welt für sie, denn selbst Superhelden werden manchmal müde, vom ständigen Kampf gegen die Windmühlen der Ignoranz.

Jetzt wisst Ihr, dass es Superhelden gibt und wenn Ihr mal in Gefahr seid oder nicht weiter wisst, geht bitte nicht aufs Dach und macht Lichtsignale. Geht einfach ins nächste Restaurant und Ihr werdet Sie finden!

Mit fantastischen Grüßen,
Euer

Alexander Reiter

Sonntag, 4. September 2016

Willst du mich ver-äp(f)eln!


Willst du mich ver-äp(f)eln?



Ich mag die Apfelernte, wenn wieder überall die Leute auf die Bäume steigen und man schon beim Hinschauen meist den Krankenwagen rufen möchte.
Doch irgendwie schaffen sie es dann doch und schütteln die Äpfeln von den Bäumen.

Als kloana Bua bin ich wahnsinnig gern im Apfelbaum gesessen, denn von da aus hatte ich den besten Blick und zum Essen war ja auch genug da.

Das einzige Problem daran war, dass es der Baum unseres Nachbarn war und so bekam ich regelmäßig eine drüber. Aber solange ich oben im Baum blieb, konnte er mir nix, weil er nicht grad der Schlankste war. So blieb ich meist im Baum, bis es ihm zu blöd wurde und er schimpfend abzog.


Und wenn man so im Apfelbaum sitzt, hat man auch genug Zeit zum Nachdenken und so bin ich irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass sich das ganze Leben nur um Äpfel dreht!
Und erklären kann ich das natürlich auch.

Das fängt schon mit dem Apfel im Paradies an. Da die Eva hier ja unbedingt kosten musste, wurden die Menschen aus dem Paradies verbannt.
Die Einzigen, die damals wirklich gut weggekommen sind, waren wohl die Bayern; ich glaub, die hat man damals nicht verstoßen, da die Oma immer gesagt hat „Weißt Alex, wir leben im Paradies! Bei uns in Bayern ist es einfach am Scheensten“.

Und wenn Ihr mir jetzt noch nicht glaubt, dann mal aufgepasst:
Das Ganze geht schon als Baby los. Da gibt’s Apfelbrei im Glas und davon nicht zu knapp.
Im Kindergarten finden wir immer einen Apfel in unserem Rucksack und das zieht sich durch die ganze Jugend, denn was Gesundes muss sein – danke Mama!
Daheim gibt’s einen hausgemachten Apfelstrudel oder einen Apfelkuchen mit Schlag.

Ab spätestens 18 stellen wir fest, dass es auch Apfelschnaps gibt, der auch einen ordentlichen Schädel macht, wenn man zu viel davon erwischt. Was uns natürlich nicht davon abhält, Unmengen davon zu vernichten.

Auf Reisen finden wir heraus, dass es auch Äpelwoi gibt, was zum selben Ergebnis führt, nur, dass man sich, nach zu viel von dem Zeug, mindestens einen Tag krank fühlt.

Wenn wir essen gehen, gibt’s da Apfelkompott zum Kaiserschmarrn oder auf dem Volksfest einen kandierten Apfel.

In der Heimat meiner Frau, im Rheinland, isst man Apfelmus auch zu Reibekuchen oder gebratenen Blut- und Leberwürsten. Äpfel wohin man schaut.
Tja und wenn wir dann mal alt sind, bekommen wir Apfelsaft aus der Schnabeltasse und so schließt sich der Kreis.

Und da soll noch einer sagen, dass ich als kloana Bua keine tiefschürfenden Gedanken hatte!

Ach und bevor ich es vergesse, im Arbeitsleben als Erwachsener sind die Äpfel auch auf dem einen oder anderen Computer, Tablet oder Smartphone zu finden. Und wer kennt sie nicht, die englische Redewendung „An apple a day, keeps the doctor away“.

Ihr seht, die Äpfel sind überall, rette sich wer kann:-).
Und für alle, die trotz dieser erschreckenden Tatsachen immer noch nicht genug haben, hier noch ein leckeres Rezept mit, wer hätte das gedacht, Äpfeln:

Pikantes Apfelsupperl

Zutaten für 4 Personen:

4 Äpfel (am besten aus dem eigenen Garten:-)
2 Stk Lauchzwiebeln
2 El frisch gehackter Ingwer
1 El Knoblauch fein gehackt
3 El Butter
3 EL rote Currypaste
0,75 ltr. Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zitronensaft zum Abschmecken.
Etwas Crème Fraiche zum verfeinern.

Zubereitung:

Die Äpfel schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und in Scheiben schneiden. Die Lauchzwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer fein würfeln und in Butter anschwitzen, dann die Currypaste einrühren und etwas mitschwitzen lassen.
Die Äpfel zugeben und mit Gemüsebrühe aufgießen. Nun ca. 20 min leicht köcheln lassen bis die Apfelscheiben zerfallen sind. Anschließend die Suppe fein pürieren. 
Mit Salz, Pfeffermühle, Muskatnuss, Zitronensaft und Crème Fraiche abschmecken und servieren.

Mmmhh, irgendwie habe ich jetzt auch Lust auf Äpfel. Dann werde ich doch mal den Apfelbaum im Garten erklimmen…….

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter