Samstag, 4. November 2017

Frei nach Pinocchio. Der ultimative Ratgeber, wie man sich einen Koch backt!

 ....................................wenn man nicht schnitzen kann!


Liebe Schlemmerlinge,
in einer Zeit, in der es immer weniger Köche und immer mehr schlechtes Essen gibt, sucht so mancher von uns nach einem Ausweg aus dieser Misere.

Auf dem freien Markt sind so gut wie keine Köche zu finden und so gehen unserer Zunft langsam aber sicher die Optionen aus.
Aber da es auch nicht hilft, Trübsal zu blasen oder den Kopf in den Sand zu stecken, gibt’s auch hier eine Lösung!

Liebe Kollegen, wie Meister Geppeto seinen Pinnoccio aus Holz geschnitzt hat, so können auch wir uns unsere Kollegen selbst machen, sozusagen backen.

Und wie immer bei uns Köchen gibt’s dafür auch ein Rezept!
Natürlich ist wie bei jedem Rezept ne Menge Übung nötig und manchmal wird’s nicht klappen, doch am Ende lohnt es sich, versprochen!

Wenn jetzt einige schon angefangen haben, vor lauter Verzweiflung, an einem Holzklotz herumzuschnitzen und Euren neuen Kollegen mit einer Autobatterie zum Leben erwecken wolltet, wart Ihr ein bisschen voreilig und solltet nochmal das Messer weglegen.
Hallo, kein Freestyle! Erstmal das Rezept lesen! Ihr seid nicht Dr. Frankenstein.

Also, zuerst einmal die Zutaten:

Als Erstes brauchen wir ca. 60-80 Kg Rohmaterial, sprich, einen Menschen jung oder alt, der uns unterstützen will.
Wenn dieser sogar noch den Beruf erlernen will, umso besser, ist aber von Fall zu Fall verschieden.

Die weiteren Zutaten sind: Verständnis, Wille, Respekt und viel Einfühlungsvermögen.
Dabei ist zu beachten, dass wir unbedingt all diese Zutaten in gleichem Maß benötigen, denn sonst wird es nichts.
Zuviel Einfühlungsvermögen und er geht auf und fällt wieder zusammen, wenn er auf Probleme trifft, wie ein Hefeteig. Zu wenig und er geht gar nicht auf!
Ihr seht, sehr schwieriges Ausgangsmaterial, aber doch gut formbar.
Und noch etwas ist zu bedenken, das Rohmaterial ist noch kein fertiges Endprodukt nur weil es eine weiße Jacke anhat! Also versucht das zu verstehen, sonst verschreckt Ihr es und dann ist die Hauptzutat sofort wieder draußen bei der Tür.

Zubereitung:
Ich höre schon die kritischen Kollegen (Aber man findet ja nix gescheidts, Du kannst guad reden usw.), spart Euch die Mails an mich. Solange Ihr noch nicht an allen Schulen, auf dem Landratsamt, Arbeitsamt, Jobbörsen und in den Flüchtlingsheimen wart, um Euren neuen Kollegen zu finden und wirklich alles getan habt, um jemanden zu bekommen, solltet Ihr vielleicht weiterlesen.

Eine unserer größten Tugenden als Köche ist es, dass wir alle Nationalitäten respektieren, kosmo-polit und völlig unpolitisch sind; es ist uns auch meist wurscht, wie andere aussehen und was sie sonst so machen, denn wenn jemand gut kocht, kann er gerne in seiner Freizeit auf dem Friedhof Schwarze Messen feiern, mir egal.
Und genau hier sollten wir ansetzen (nicht am Friedhof), bei der Persönlichkeit! Keiner von uns kennt jemanden wirklich sofort und wir sollten Menschen nicht nur nach ihren Noten oder dem Auftreten beurteilen.Traut Euch was, gebt auch Leuten eine Chance, die vielleicht nicht in Euer Bild passen, vielleicht werdet Ihr überrascht. Menschen brauchen Zeit, gebt ihnen Vertrauen und Ihr werdet es zurückbekommen.

Füge Verantwortung hinzu (nach und nach)

Speziell junge Menschen wollen Verantwortung, gib Ihnen welche und sieh, wie sie damit umgehen; kleinere Aufgaben, die sie immer wieder selbstständig durchführen dürfen, dabei die Durchführung kontrollieren, hilf und korrigiere und geb Feedback, wenn nötig. Aber wir rasten, wenn möglich nicht aus, wenn was in die Hosen geht, sonst ist er wiederum weg, der Kollege.

Ich rede nicht davon, die Leute weich zu spülen, nur sollte man sie langsam an die Dinge heranführen. (Jetzt denken schon wieder viele von Euch „Mir ham´s auch nix geschenkt in der Lehre“-
Für alle, die so denken, dann war dein Chef ein Depp!Tut mir leid für Dich, get over it! Und tue das Richtige!)

Würze mit Erfolgserlebnissen!

Dann geht es weiter im Programm! Menschen brauchen Erfolgserlebnisse! Gebt ihnen kleine Projekte und unterstützt sie dabei! Backt zusammen ein Lebkuchenhaus für die Hotelhalle oder überlegt Euch was anderes Spannendes. So lernt Ihr Euch besser kennen und schätzen. Und vergesst nicht, Ihr wart auch mal in dieser Situation, also denkt mal zurück, sicherlich gab es auch bei Euch in der Lehre jemanden, der Euch geholfen oder inspiriert hat, denn sonst wärt Ihr schon lang nicht mehr in der Branche.

Sprachprobleme verkochen

Sollte ein Sprachproblem vorliegen, gibt es seid Urzeiten eine totsichere Methode der Kommunikation (Nein, nicht die Sprache der Liebe Ihr Ferkel) Ich spreche davon anzuleiten und, wenn möglich, durch Bilder abzusichern. Mehrmaliges Vorführen und Wiederholen lassen, mit anschließender Kontrolle. Hilfreich ist es, wenn Fotos die Arbeitsschritte visuell darstellen.

Kochzeit beachten, sonst brennt´s an!

Zum Thema Arbeitszeit ist folgendes zu sagen, es liegt an uns Allen, ob unsere Branche eine Zukunft hat oder nicht. Wir bekommen nur Arbeitskräfte, wenn wir lernen, ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen. Und dazu gehören nun mal die Arbeitszeiten. Einige Kollegen machen hier bereits Werbung mit einer 4 Tage Woche und haben damit eine gute Außenwirkung erzielt. Aber das müsst Ihr selbst entscheiden. Attraktiv muss es sein, sonst macht keiner mehr den Job. Viele Betriebe arbeiten auch schon mit einem Arbeitszeitkonto, so dass man seine Überstunden in Freizeit einlösen kann. Aber dies sind nur Beispiele.Was auch immer möglich ist sollte man versuchen, denn so, wie es bisher in den meisten Läden läuft, so kommen wir nicht weiter, da sind wir uns, glaub ich, Alle einig.

Schrittweise Hitze erhöhen

Wenn Ihr merkt, dass da noch mehr geht und er langsam Feuer fängt, lasst den Kollegen ruhig an den Herd und erhöht langsam die Verantwortung. Doch mit Bedacht, nicht zuviel auf einmal, sonst geht das Schiff schnell unter und gerne auch mal was Nettes sagen. (Nennt man Lob, tut gut, unbedingt probieren!)

Regelmäßig ruhen lassen

Wie einen guten Teig sollte man auch nicht vergessen, den Kollegen regelmäßige Freitage zu geben, klingt banal und selbstverständlich, aber wie wir Alle wissen, ist es nicht!

Probieren und abschmecken

Wenn Ihr merkt, dass es langsam was wird, gebt Eurem Mitarbeiter auch mal einen Blick über den Tellerrand hinaus, zeigt ihm, wo die Produkte herkommen, geht mit ihm Bärlauch pflücken oder sucht mit ihm neue Produkte auf dem Markt. Zeigt ihm, dass es unendliche Möglichkeiten gibt, dass man, wenn man Laufen gelernt hat, vielleicht auch lernen kann zu fliegen. Macht ihm auch begreiflich, dass man in unserem Beruf alles erreichen kann, wenn man es wirklich will.

Abkühlen, Verpacken und MHD beachten

Nehmen wir an, Ihr habt es wirklich geschafft und vor Euch steht eines Abends plötzlich ein Koch am Herd. (Ihr werdet merken, wenn es soweit ist), dann ist es Zeit auch mal abzukühlen und zu akzeptieren, dass das, was jetzt da vor Euch steht, kein Auszubildender oder Hilfskoch mehr ist. Am Besten ist es, wenn Ihr gleich ein Gespräch mit ihm führt, welche Perspektiven und Möglichkeiten im Unternehmen noch vorhanden sind. Denn glaubt mir, egal wie gut ihr seid, er hört sich um; das habt Ihr ja auch.
Und wenn es denn sein soll, dass das MHD abläuft, er nach zwei, drei oder vier Jahren bei Euch ausscheidet, dann helft ihm, damit er weiter gute Erfahrungen machen kann. So, wie er sie auch bei Euch gemacht hat.

Abschließendes Zum Rezept

Wer dieses Rezept gewissenhaft verfolgt, hat es sicher auch nicht leichter, denn er muss mit Herzblut und Engagement bei der Sache sein und wird meist auch keinen Dank erhalten.

Aber es hilft auch nicht, auf den Weißen Ritter zu warten, der uns die Probleme löst, denn wir wissen Alle, der wird nicht kommen.

Doch ganz im Kleinen können wir alle weiße Ritter sein und unserer Branche einen Schritt weiterhelfen.Wenn wir nur einem Menschen den Beruf ans Herz legen können, ist das ein Koch mehr auf der Welt, der sich an die Zeit erinnern wird, als er „gebacken“ wurde und er wird dankbar zurückblicken, wenn irgendwann einmal ein Lehrling vor ihm steht.

`Gib einem Mann einen Fisch und er wird einen Tag satt, lehre ihn zu fischen und Du ernährst ihn ein Leben lang`, ist nicht von mir, ist von Konfuzius, war zwar kein Koch, aber ich finde, das passt.

Ich glaub, jetzt lass ich Euch mal backen, aber nix anbrennen lassen,

mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

Dienstag, 10. Oktober 2017

Rahner- Die Super-Rübe! Gesund und einfach Sakrisch Guad!





Liebe Schlemmerlinge,

im Herbst gibt´s einiges zu entdecken.

Und ich meine jetzt nicht den Kürbis, Wild oder Schwammerl. Heute soll es mal um ein ganz tolle Knolle gehen, die jetzt auch Saison hat, meist aber nur ein Nischendasein fristet. Die Rahner oder für alle nicht Bayern, die Rote Beete (gibt´s auch bei Euch im Preissenland, aber wurscht)


Wenn mir früher einer Rote Beete auf den Tisch gelegt hat, hab ich mir meistens nur gedacht: „Na toll, des gibt wieder eine Riesensauerei!“ Und als Lehrling war des dann auch so.

Mit den Jahren lernte ich diese tolle Knolle aber schätzen, und dies nicht nur wegen ihres einzigartigen Geschmacks, sondern auch, weil mehr in ihr steckt, als man auf den ersten Blick vermutet.
Die Rote Beete ist nämlich eine geballte Ladung an Mineralstoffen, Vitamin C, B-Vitaminen und Provitamin A sowie Calcium, Eisen, Eiweiß, Jod, Kalium, Magnesium, Natrium und Phosphor. 



Sogar die Blätter der Roten Beete sind voll von Vitaminen.
Somit gehört die Super-Rübe zu den gesündesten Gemüsen überhaupt und kann eine ganze Menge.




Sie wirkt blutbildend, entsäuernd, immun-steigernd, anti-oxidativ, krampflösend, hilft bei Müdigkeit und wirkt sogar stimmungsaufhellend.

Sprich, die kann fast alles, außer Wäsche waschen.

Aber jetzt amoi Spaß beiseite, es gibt kaum etwas Besseres für den Körper als Rote Beete. Doch wie kocht man denn eigentlich die Rübe?



Das ist gar nicht so schwer, oiso aufgepasst:

Zuerst einmal unter lauwarmem Wasser waschen. Die Blätter am Stielansatz abschneiden, den Stielansatz aber stehen lassen (sonst laugt die Knolle beim Kochen aus)

Anschließend braucht die Knolle je nach Größe 40-50 min, bis sie gekocht ist und wird anschließend unter kaltem Wasser geschält.
Verwenden kann man sie anschließend auf unterschiedlichste Arten: Als Salat, Suppe, Beilage, Saft, Mousse, Creme, Carpaccio, zum Färben usw.

Und da wir heute so gut drauf sind, machen wir gleich mal ein Rote-Beete-Supperl. 


Und damit des ned so langweilig aussieht, hab ich des noch a bisserl sexy angerichtet, mit rote Beete Frischkäse und ein paar gekochten Rote Beete Würfeln.

Da soll noch einer sagen, Rote Beete sind langweilig!

Aber das Rezept für die Suppe ist herrlich einfach, dass bekommt Ihr daheim auch hin, also aufgepasst:

Rote Beetesupperl

Zutaten:

1 Kg Rote Beete
2 Zwiebeln, geschält und fein gewürfelt
2 EL Butter
2 Stk. Äpfel (am Besten aus dem eigenen Garten:-)
2 ltr Gemüsebrühe
0,2 ltr trockener Weißwein
0,1 ltr Sahne 

und gewürzt wird mit Salz und Pfeffer aus der Mühle

Und so geht´s 

Die Rote Beete schälen und grob schneiden. Die gehackten Zwiebeln in Butter andünsten.
Die Äpfel schälen und in Würfel schneiden, zu den Zwiebeln dazu geben und mit andünsten.

Die Rote Beete anschließend zu den Zwiebeln & Äpfeln geben und mit Weißwein ablöschen. Anschließend mit Gemüsebrühe aufgießen und weich kochen lassen.




Mit einem Stabmixer pürieren, mit Gewürzen verfeinern und mit etwas Sahne vollenden. 

Dann je nach Gusto anrichten und genießen.



Des war doch ganz einfach oder? Aber wenn Ihr es doch nicht hinbekommen solltet, dann kommt´s einfach bei mir vorbei, dann koche ich Euch was Schönes - damit Ihr nicht verhungert´s, 

Ich wünsche Euch einen wunderbaren goldenen Herbst, bleibt´s brav und genießt unsere Heimat!

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer







Montag, 18. September 2017

Mein ganz besonderes Date mit einer Prinzessin! Wie es war? Honigsüß und höllisch Scharf!



Liebe Schlemmerlinge,

schon als junger Bua hab ich mir öfter mal gewünscht eine Prinzessin in Nöten zu retten, so mit Schwert, Rüstung und allem, was dazu gehört. So ein edles Fräulein, gerettet von mir, des hörte sich schon damals guad an!


Und wie es das Schicksal so will, wurde mein Jugendtraum heute endlich Wirklichkeit. Ich, in meiner weißen Rüstung und bewaffnet mit meinem Schwert (Kochlöffel), durfte heute die holde Maid aus den Fängen der Ratlosigkeit erretten und sie a bisserl mit meinen speziellen Genießer-Rezepten verführen.
Frohlocket Ihr Feinschmecker und für all meine Klassenkameraden von früher, die gesagt haben, Ritterspielen ist unrealistisch, ätsch, ich hatte ein Date mit einer Prinzessin!


Als die Prinzessin am Morgen unser Bayerisches Wirtshaus Der Pschorr am Viktualienmarkt betrat, erstrahlte unser ganzes Haus und begleitet von den bewundernden Blicken aller Kollegen, kam die Bayerische Milchprinzessin, Melanie Maier, dann zu uns in die Küche.
Jeder andere wäre jetzt schwach geworden, aber nicht ich (Schwitzt:-), die Edle brauchte Hilfe, jetzt war volle Konzentration gefragt.

Sogleich ging es auch schon direkt zur Sache.
Ein besonderes Gericht sollte für unsere Hoheit kreiert werden, aber mit ein bisserl mehr Glanz, viel Geschmack und halt einfach einer Prinzessin würdig!
Nichts leichter als das, Rettung naht!


Der bayerischen Milchprinzessin zu Ehren wollte ich etwas ganz Besonderes zaubern.
Doch was?
Honigsüß und höllisch scharf, fiel mir da direkt ein, als ich sie so anschaute……:-)…
meine vorbereiteten Lebensmittel auf dem Tisch für unser super Schmankerl.
So süß und scharf, wie die Prinzessin selbst. Schwierig, aber mir fiel gleich etwas ein!

Wir zaubern heute ein

Bergkäse-Muskatkürbis-Risotto mit Kastanienhonig und Chili



Und dann gibt’s noch ein ganz spezielles Winter Dessert hinterher:

Pochierte Winterbirne mit Mascarpone


Und eins sag ich Euch, wenn die Prinzessin Melanie mal loslegt, dann werden die Männer narrisch, nämlich „kuli“narisch und so war das Kreieren der folgenden Rezepte eine wahre Freude.


Und das brauchen wir für unser 

Bergkäse- Muskatkürbis Risotto mit Kastanienhonig und Chili:

Für 4 Portionen:

2 Schalotten (geschält und in Würfel geschnitten)
1 Knoblauchzehe (fein gewürfelt)
2 Chili Schoten Habanero (entkernt und fein gewürfelt)
3 El Kastanienhonig
700ml Gemüsefond
60g Allgäuer Bergkäse (wer braucht schon Parmesan…:-)
350g Muskatkürbis (geschält und gewürfelt)
50ml Olivenöl
250g Risottoreis
150 ml Weißwein (kann auch mehr sein, man muss ja probieren)
Bergsalz und Pfeffer aus der Mühle
50 g kalte Butter

Und so geht´s:

Die Schalotten, den Knoblauch, die Kürbiswürfel und den Chili in einem großen Topf mit Olivenöl anschwitzen, den Reis und den Honig zugeben und unter ständigem Rühren glasig andünsten.
Nun mit Weißwein aufgießen und bei milder Hitze unter weiterem Rühren einkochen lassen.


Dann ein Drittel des Gemüsefonds dazugeben und den Reis solange kochen lassen, bis die Körner die Flüssigkeit fast aufgesaugt haben.


Nun wiederum noch 2 Mal aufgießen und langsam weiterrühren, damit die Stärke in den Reiskörnern austritt und unser Risotto cremig macht.

Je nach Reissorte dauert der Kochvorgang zwischen 18-25 Minuten (genug Zeit für mich, um mit der Prinzessin zu flirten).



Das Risotto ist fertig, wenn das Korn außen weich und cremig und innen noch ganz leicht bissfest ist.
Anschließend schmecken wir unser Risotto mit Bergsalz und Pfeffer aus der Mühle ab, nehmen es vom Herd und rühren die kalte Butter unter.

Und nun zuletzt das Wichtigste!


Unser geriebener Allgäuer Bergkäse vollendet und adelt unsere Kreation und gibt ihr ihren unvergleichlichen Geschmack.
Nun heißt es nur noch: Sofort servieren und genießen!

Und nachdem wir gemütlich unser erstes Gericht verkostet hatten, ging es auch schon weiter mit unserer



Pochierten Winterbirne mit Mascarpone

Und das sind unsere Zutaten für 4 Personen:

Für die Birnen:  
              
4 Stück Winterbirnen (eine Pastorenbirne oder eine Gräfin von Paris eignen sich sehr gut)
250 ml Weißwein
1 Zimtstange
60g Zucker 
  
                                     
Für die Mascarponecreme:

250g Mascarpone
100g Sahne
75g Puderzucker
½ Vanillestange
1 Zitrone
2cl Birnenschnaps


Und so geht’s:

Die Birnen schälen und halbieren. Das Kerngehäuse entfernen und in Weißwein, Zucker und Zimtstange pochieren.

Wenn die Birnen weich sind, diese aus dem Sud nehmen und abkühlen lassen.

Den Mascarpone mit dem Puderzucker und dem Mark einer halben Vanillestange gut verrühren. Mit dem Saft einer halben Zitrone, Birnenschnaps und etwas Zitronenabrieb abschmecken.   
          
Die Sahne steif steifschlagen und unter die Mascarponecreme heben und für eine Stunde kaltstellen. Dann wird die Mascarponecreme in die Birnenhälften gespritzt und die beiden Hälften werden wieder zu einer ganzen Birne zusammensetzten.
  

                            
Nach Belieben dekorieren und servieren.                                                                                           
Tipp: Ein toller Effekt entsteht, wenn Ihr einen Teil der Birnen in Rotwein, den Anderen in Weißwein pochiert. Es versteht sich von selbst, dass es für die Prinzessin natürlich die zweifarbige Deluxe Version gab.              
               
Mei war des schee! Probieren, kreieren und mit der Prinzessin Melanie kochen, das war wirklich eine Schau.
Und wir glauben, dass das Ergebnis sich wirklich sehen lassen kann.

Leicht und raffiniert kommt unsere kleine Kreation daher, herausfordernd für den Gaumen und ansprechend für das Auge.
Die Milchhoheit glücklich, ich um eine kulinarische Erfahrung reicher und mein Kindheitstraum ist nun auch endlich erfüllt: Einmal eine Prinzessin retten.



Doch all das wäre nicht möglich gewesen ohne die freundliche Unterstützung von:




Melanie Maier und Jürgen Lochbihler 

So Ihr Lieben, wie Ihr seht, Träume werden doch wahr. Bleibt´s neugierig und genießt den Herbst, am besten mit unserem Schmankerl.

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer



Freitag, 1. September 2017

Surf and Turf auf Bayrisch!



Langsam wird’s draußen wieder ein bisserl kälter und die ersten Blätter fallen von den Bäumen. 

Es wird Herbst und da es a bisserl kühler wird, zieh ich meinem heutigen Schmankerl einfach mal einen Mantel an, nämlich einen Brotmantel.

Und da ich mit dem Sommer noch nicht so richtig abschließen kann, gibt’s a bisserl von allem: Ein Bayerisches Surf and Turf sozusagen.

Kalbsvögerl mit Reherl und Garnelen gefüllt im Tramezzini Brotmantel.
Das ist gar ned so schwer, glaubt´s mir, das bekommt Ihr auch daheim hin.

Die Zutaten sind gleich erklärt:
Für 4 Personen braucht man
4x 130g Schnitzerl aus der Kalbsoberschale (dünn plattiert)
300g Reherl (Pfifferlinge, für die Nicht-Bayern unter Euch)
350g Riesengarnelen
4 Schalotten (geschält und in Würfel geschnitten)
80g Landschinken
4 Scheiben Tramezzini- Brot
1 Ei
Salz, Pfeffer aus der Mühle
Und natürlich Öl zum Braten und Butter für den Geschmack :-)

Aber was machen wir da eigentlich heute? Und was um Himmels Willen sind Kalbsvögerl? Ist das überhaupt Jugendfrei?

Die Fragen sind berechtigt, Kalbsvögerl sind kleine Kalbsrouladen, man kennt es auch als „gewickeltes Kalbfleisch“. Ganz genau kommt die Bezeichnung von ausgelöstem Kalbfleisch aus der Hachse. Da dieses von seiner Größe her wie ein kleines Vogerl ausgesehen hat, bekam es im Laufe der Zeit diesen Namen. Aber jetzt genug gschafftelt, wir legen los!


Zuerst einmal schneiden wir unsere Reherl und die Schalotten in kleine feine Würfel, die wir anschließend sehr heiß anbraten.
Hierzu ein kleiner Tipp: Wenn man Schwammerl anbrät, sollte die Pfanne immer vorher rauchen, bevor Ihr die Pilze in die Pfanne gebt. Ist die Pfanne nämlich zu kalt, beginnen die Pilze zu kochen, da sie einen sehr hohen Wassergehalt aufweisen.


Anschließend stellen wir unsere Pfanne auf die Seite und beschäftigen uns schnell mit unseren Garnelen.


Die Garnelen werden kurz gewaschen, dann geschält und der Darm an der Oberseite der Garnele entfernt. Das dauert nicht lange und ist auch schon der letzte Schritt der Vorbereitung, bevor es ans Wickeln unserer Roulade geht.


Hierzu legen wir unsere dünnen Kalbsschnitzerl auf eine Arbeitsfläche, würzen diese mit Bergsalz und Pfeffer aus der Mühle und belegen sie jeweils mit einer oder auch zwei Scheiben Landschinken.


Darauf geben wir nun unsere Pilzwürfel.

Tipp: Wenn Ihr Kalbabschnitte haben solltet, könnt Ihr daraus natürlich ein bisserl Brät machen und mit unter die Masse mischen, das macht das Ganze ein bisserl kompakter.


Auf die Schwammerl geben wir nun unsere Riesengarnelen und wickeln das Kalbfleisch ein.


Das würde eigentlich schon reichen, denn man könnte es jetzt so braten und genießen.
Aber es fehlt ja noch unser Tramezzini- Brotmantel.
Tramezzini Brot kommt aus Italien und ist entrindeter Sandwichtoast, der längs in Platten geschnitten wird.


In unserem Fall ist dieser super geeignet, um unseren Brotmantel zu machen. Dafür rollen wir ihn mit einem Nudelholz noch ein bisschen aus, platzieren darauf unser Kalbsvögerl und rollen das Ganze ein. 

Die Enden noch mit ein bisschen Eistreiche bepinseln, dann geht unsere Rolle beim Braten auch nicht auf.


Jetzt braten wir unser Schmankerl in der Pfanne an und vollenden es bei 160C° für  ca.12-15 min im Ofen.


In der Zwischenzeit noch ein paar Garnelen gebraten, denn schön anrichten wollen wir es ja auch noch; in meinem Fall gebe ich ein bisserl Kürbispüree und ein paar angebratene Pfifferlinge dazu.


Und fertig ist unser Bayrisches Surf and Turf.

So könnt Ihr Euren Lieben immer eine Freude machen, ein Glaserl Wein dazu und dann heißt es nur noch genießen.


Apropos genießen, das werde ich jetzt auch tun, ich wünsche Euch einen wunderschönen Spätsommer,

bleibt´s brav und bis bald,

Euer

Alexander Reiter

Dienstag, 1. August 2017

Coole Ladies, sexy Drinks und wo geht´s denn hier nach ZELLAMSEE?



Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie sich die schönste Stadt der Welt so verändert, sobald die Sommer-Ferienzeit beginnt.


Am Marienplatz muss man jetzt erst einmal gegen eine Horde Selfie Stick Asiaten kämpfen und an G.I. Joe und seiner Familie vorbei, der im Ghetto Style und mit seinem Burger im Mund eigentlich fast jedem Klischee entspricht, das man sich so vorstellen kann, bevor man zum Viktualienmarkt kommt.


Im Hotel beginnt wieder das lustige Raten, was gemeint ist, wenn Arabische Gäste mit Händen und Füßen nach „ Zellamsee“ fragen, da diese alle, Dank perfektem geographischen Verständnis und Super Marketing von Seiten unserer österreichischen Freunde glauben, Zell am See ist ein Vorort von München und in Scharen umherirren, um das gelobte Land „Zellamsee“ zu finden!


Kulinarisch mutiert München zum Psycho Fiebertraum jedes Kochs: Da wird dann wild bestellt, Weißwürste mit Pommes, Haxen mit Spätzle oder mein persönlicher Klassiker, der Schweinebraten vom Lamm.
Die Pseudo Allergiker dieser Welt sind natürlich auch reichlich vertreten und jede neue Bestellung ist ein wahrer Quell der Freude. „Ich kann nur Lachs essen und Steinbutt, anderen Fisch vertrage ich nicht“ oder sehr schön ist auch der Satz „Bitte ohne Pilze, da bin ich allergisch drauf, aber mit viel Trüffel!“

Diese Lifestyle-Allergiker machen es für Personen, die mit echten Unverträglichkeiten zu kämpfen haben, echt schwer, noch ernst genommen zu werden, aber keine Sorge, wir Köche erkennen den Unterschied blind :-)

Die Anzahl an Voll-Verschleierten im Englischen Garten nimmt wieder zu, was einen schönen Kontrast zu den sonnenverbrannten Engländern in ihren kurzen Hosen mit passendem Manchester United Trikot, bildet.


Es ist halt alles a bisserl anders im Sommer in unserer Stadt. A bisserl surreal, aber mei, was soll´s. Uns kann´s ja wurscht sein, weil mir Münchner san eh alle am Gardasee oder an der Adria, wenn die wilden Horden einfallen, sagen da viele.


Zwar eine guade Taktik, aber für die meisten doch ned ganz so einfach möglich!
Und so machen wir sie halt glücklich, die indischen Reisegruppen, die ihre Weißwürste mit Ketchup und Darm essen.

Im Gourmetrestaurant sitzen plötzlich die Touristengruppen aus Tokio und wollen a zünftige Brotzeit.Wurscht, mach ma a!

Oh Herr, so sehr wir die Touristen lieben, die uns Devisen in unser wunderschönes Bayernland bringen, warum hast du so viele von ihnen so deppert gemacht?

An manchen Tagen könnte man wirklich glauben, dass du uns bestrafen willst, weil wir Vater und Mutter erschlagen haben, oder für die Sünden vergangener Leben.

Aber Herr, wir bleiben stark, auch wenn die Prüfung hart ist!

Und Ihr lieben Touristen, Reisegruppen, Ghetto-Rapper usw., genießt die Zeit bei uns in Bayern. Aber bitte, bitte esst keine Weißwürste mit Ketchup.



Ihr Engländer, versuchts es halt mal mit Sonnencreme und Bayern Trikot. Ihr Asiaten, stecht um Himmels willen keinem die Augen aus mit eurem Selfie Stick und an G.I Joe und Familie, bei dir wird es a bisserl schwieriger, denn da kann man nimmer viel machen, sorry.



Ich mach´s mir jetzt dahoam im Garten so richtig schee und hab Euch mit meine Ribiseln (Johannisbeeren für alle nicht-Bayern) noch eine fruchtige Sommer-Cocktail-Idee zusammen gemixt, weil ich den bleeden Hugo boid nimmer sehn kann und dann spring ich zu meiner Frau ins Wasser.


Und später wird noch schön gegrillt, denn meine Frau hat eingekauft: Grillfleisch aus Amerika, einen schönen schottischen Whiskey und ein paar arabische Salate.

Hmmmmm, irgendwas stimmt ned? Egal, was soll´s, irgendwie hab ich da jetzt Bock drauf, keine Ahnung warum.

Aber bevor ich Euch jetzt einen Super-Sommerferien August wünsche, hier noch mein Cocktail Rezept für Euch. 

Ich nenn ihn mal ….


Munich Summer Nights

Zutaten:
2 cl Campari
2 cl Johannisbeersaft (aus dem eigenen Garten, kurz gemixt und passiert)
4cl Orangensaft
Aufgespritzt mit Prosecco

Zubereitung:
Campari und Johannisbeersaft in ein, mit Eiswürfeln, gekühltes Glas geben, mit Orangensaft aufgießen und mit Prosecco aufspritzen.

Oiso, Ihr Lieben, macht´s nichts, was ich nicht auch tun würde, genießt den Sommer, lasst es krachen und bleibt´s Kosmopolit:-)

Euer
Alexander Reiter