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Samstag, 20. August 2016

Von der 3 Sekunden Regel und anderen Küchenmythen


Von der 3 Sekunden Regel und anderen Küchenmythen




Wenn einem der Lehrmeister früher als Azubi erzählt hat, man soll die Eier abschrecken, weil sie sich dann leichter schälen lassen, glaubte man das erstmal ohne groß darüber nachzudenken, weil erstens wird er schon recht haben und zweitens macht es die Mama daheim ja auch so. Aber weitgefehlt!

Das Problem dabei ist, dass leider beide falsch liegen und es gibt von diesen Küchenmythen so viele, dass ich heute damit einmal a bisserl aufräumen möchte.

Bei mir war der Auslöser für diesen Blog ein Erlebnis bei einer der letzten Abschlussprüfungen der Köche, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Für gewöhnlich stehen wir Prüfer da in der Küche und schauen den Prüflingen beim Kochen zu, ohne sie zu stören, denn sie sind ja eh bereits aufgeregt genug.

Und so war das auch dieses Mal, bis einem Prüfling etwas auf den Boden fiel, was nicht weiter tragisch gewesen wäre.

Was aber dann kam, war etwas schräg. Er hob das Stück auf, strahlte mich an und sagte kurz                „3 Sekunden Regel“ und wollte es wieder benutzen.

Ich hab ihn natürlich aufgeklärt und ein neues Stück gegeben, da er es halt leider einfach nicht besser wusste.

Aber nochmal für alle angehenden Köche da draußen:

Das ist ein Mythos - Es gibt keine 3 Sekunden Regel!!!! Und an alle Köche, die den Lehrlingen einen solchen Schmarrn auch noch einreden; wie blöd seid Ihr eigentlich, Ihr Vollpfosten?!

Aber genug geschimpft und zurück zum Ei! Es gibt nur einen Grund ein Ei abzuschrecken und der ist, um die Außentemperatur des Eis zu verringern, damit man es besser anfassen kann. Ansonsten macht es eigentlich keinen Sinn, denn das Abschrecken unter kaltem Wasser stoppt weder den Garprozess, noch lässt sich das Ei danach erkennbar besser schälen.

Einer meiner Lieblingsmythen ist aber der Klassiker. Fleisch anbraten, um die Poren zu schließen. Für alle, die es noch nicht wissen, Fleisch hat keine Poren, die man schließen könnte. Wenn wir etwas scharf anbraten, tun wir dies nur, um ein schöne Kruste zu bekommen mit einem wunderbaren Röstaroma. Desweiteren bleibt durch die Bratkruste mehr Fleischsaft im Inneren.

Und wo wir gerade beim Fleisch sind, noch ein sehr schöner Mythos ist, das Fleisch erst nach dem Braten zu salzen! Wenn man das tut, ist das Fleisch nur von außen gesalzen und der Salzgeschmack geht nicht ins Innere. Wenn man das Fleisch vor dem Braten salzt, zieht das Salz durch die hygroskopischen, also wasserziehenden Eigenschaften ins Innere und man erzielt ein besseres Ergebnis.

Und damit nicht genug. Bei Schweinefleisch hält sich immer noch der Mythos, dass man es durchbraten sollte. Aber mal ehrlich, wenn man frisches, hochwertiges Schweinefleisch hat, kann man das wirklich bedenkenlos rosa braten und servieren. Schweinefleisch gilt als ein Hauptüberträger von Trichinen, deswegen wurde früher die Empfehlung ausgegeben Schweinefleisch durchzubraten. Doch bei den  heute vorgeschriebenen Hygienestandards und Trichinenuntersuchungen bei Schlachtschweinen braucht man sich hierüber keine großen Gedanken mehr zu machen.

Die nächsten paar Mythen kommen aus der Zeit bevor es Kühlschränke gab, die sich aber immer noch hartnäckig halten und sogar Teil unserer Tradition wurden. Hierzu gehört natürlich der Weißwurst Mythos. Ich höre das immer noch sehr oft „ Ja, die Weißwürst schmecken doch nicht mehr am Abend, die derfen des 12 Uhr Läuten doch ned hören.“

Zur damaligen Zeit hatte diese Regel ihre Berechtigung, da Weißwürste in der Früh frisch gebrüht wurden und durch den Mangel an Kühlmöglichkeiten sofort verzehrt werden mussten. Heute ist dies mehr als Tradition zu sehen, Weißwürste nur in der Früh genießt.

Ein weiterer Kühlschrank- Mythos dreht sich um die Muscheln, die man ja bekanntlich nicht in den Sommermonaten verzehren soll. Die Erklärung ist wiederum sehr einfach, früher konnte man die Schalentiere einfach im Sommer schlecht gekühlt transportieren, deswegen hält sich bis heute hartnäckig der Glaube in der Bevölkerung, dass Muscheln und Schalentiere in den Sommermonaten nicht genießbar sind.

Ihr seht also, es gibt´s einiges, über das man vielleicht noch nicht nachgedacht hat.


Sehr weit verbreitet ist auch der Schwammerl Mythos, Pilze nicht zu waschen sondern nur abzubürsten oder abzureiben. Das ist völliger Quatsch. Ein Pilz besteht zwar allgemein fast zu 90% aus Wasser  kann aber unbedenklich gewaschen werden, da er nicht die Eigenschaft eines Schwamms, wie es landläufig behauptet wird, hat. Die Lamellen eines Pilzes wirken eher noch wasserabweisend. Des Weiteren werden Zuchtpilze auf Substraten angebaut, welche man vorher abwaschen sollte, wie auch den Schmutz und die Erde bei den Wald-Schwammerl. Wenn man sie hinterher gut abtrocknet und weit ausgelegt auf einem Tuck trocknen lässt, ist kein Unterschied erkennbar.

Aber da gibt es noch vieles mehr, was sich hartnäckig in den Köpfen hält, so wie beispielsweise beim Pasta-kochen Öl ins Wasser zu geben, um zu verhindern, dass diese zusammenkleben. Dieser Mythos ist aber eigentlich leicht als unnütz zu erklären: Öl ist leichter als Wasser, also schwimmt oben und hat so keinen positiven Effekt. Öl kommt also später an die Pasta meine Nudelfreunde. Wenn Ihr während des Kochvorgangs gut umrührt, dann klebt auch nix.

Damit aber noch nicht genug, bereits Aufgetautes kann man unbedenklich wieder einfrieren. Klar wird es dadurch nicht besser, aber Mikroorganismen, die sich eventuell vermehrt haben, werden beim Tiefkühlen wieder abgetötet oder gehemmt. Beim Wiedererhitzen besteht also kein Risiko. Natürlich spreche ich hierbei immer von unbedenklichen Zeiträumen, aber das sollte klar sein.

Ein Mythos der sich extrem hartnäckig hält, ist der, dass Holzbretter unhygienisch wären. Es ist erwiesen, dass Holz in der Regel keine höhere Belastung aufweist als Kunststoff, ganz im Gegenteil ist Holz oft im Vorteil, denn wenn die Kunststoffbretter alt sind, bilden sich in den Schnittfugen des Kunststoffbretts nämlich mehr Keime als im Holzbrett.

Und last but not least möchte ich noch loswerden, dass ein Mindesthaltbarkeitsdatum kein Grund ist am Ablaufdatum alles wegzuwerfen. Es ist, wenn es z.B. gut gekühlt aufbewahrt wurde, in der Regel noch Wochen danach in einem Großteil der Fälle vollkommen in Ordnung, also denkt bitte auch ab und an daran Eure Sinne zu nutzen,  wenn Ihr wieder einmal daheim am Kühlschrank steht. Denn wenn es nicht grau aussieht und schlimm riecht, sich verflüssigt hat oder mit einem spricht, dann kann es noch gut sein. Es explodiert nix und es wird Euch auch nicht umbringen, z.B. den Joghurt am Ablaufdatum zu essen. Wenn doch, dann habt Ihr ihn blöderweise im Backofen gelagert, dann kann ich Euch aber auch nicht mehr helfenJ.

Bleibt neugierig,

mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

Dienstag, 26. Juli 2016

Bei dir quarkt´s doch! Kochen mit Milchprodukten

Bei Dir quarkt´s doch! Kochen mit Milchprodukten

Es gibt wirklich nichts Schöneres als Kochen! Diesmal durfte ich im Auftrag des Milchlands Bayern und der Dehoga Bayern mit den Auszubildenden aus München ein cooles Menü rund um Milch und Milchprodukte kochen.

Zusammen mit Fritz Obojkovitz, der normalerweise für die IHK und den SES der Bundesregierung als kulinarischer Experte auf der ganzen Welt unterwegs ist, war es eine Riesengaudi mit unseren jungen Kollegen ein Milchmenü zu zaubern.

Damit die Theorie nicht zu kurz kommt, gab es natürlich auch noch allerhand Infos rund um den weißen Zaubertrank.
Und dann ging es auch schon los, da wurde ein Quarkteig hergestellt -  für die Tart aus sonnengetrockneten Tomaten mit getrüffelten Quarknockerln.


Mit vereinten Kräften wurde Gemüse geschnippelt und die Perlhühner mit Rucola, Ricotta und Wildkräutern gefüllt.

In einer anderen Ecke der Küche wurden Reherl geputzt und ein Risotto mit Creme Fraîche und einem bisserl Weißbier gekocht.
Von der Joghurtcrème für das Dessert wurde so ausgiebig genascht, dass wir nochmal eine Masse machen musstenJ
Das Portweinsaucerl köchelte auf dem Herd vor sich hin und langsam bekam man richtig Hunger.

Natürlich wurden noch die Frischkäsecremes, die wir vorher noch gezaubert hatten, auf den Tischen eingestellt und dann trafen auch schon die Gäste ein.
Molkereichefs aus ganz Bayern, Vertreter der Dehoga und aus der Industrie waren als Gäste geladen worden.

Also bloß kein Stress, sind ja nur die Leute, die wirklich was von Milch verstehen.

Aber wir hatten ja noch eine Geheimwaffe, meinen Chef Andreas Geitl, der den Gerichten dann noch den letzten Schliff verpasste, da konnte schon gar nix mehr passieren bei so einer Unterstützung. Ein toller Chef eben und ein Wahnsinns Fachmann, da macht kochen Spaß.

Wirklich der Hammer - ein Traumjob,  ein cooler Tag, rundum glücklich, kulinarisch verwöhnt und ich durfte mit jungen Kollegen kochen, besser geht nicht.

An festlich gedeckten Tafeln, von unserem wundervoll aufmerksamen Service Kollegen Herrn Hahn gezaubert, ging es dann ans Essen und die Auszubildenden stellten den Gästen die Gänge vor, die sie zubereitet hatten.
Ich wurde langsam aber sicher vollkommen zum glücklichen Milchbubi und erfreute mich ebenso an den Schmankerln.

Mein Dank für diesen schönen Tag geht auch an Frau Hohenhausen vom Förderverein der Dehoga, die wieder einmal alles super organisiert hatte und natürlich auch an das ganze Team vom Milchland Bayern.

Jetzt geht’s erst mal in den Urlaub und ich werde mich ausgiebig der italienischen Küche widmen und vielleicht auch a bisserl mit kochen, natürlich mit Milch & KäseJ

Also Ihr Lieben, bis bald und Ciao,
Euer
Alexander Reiter



Samstag, 16. Juli 2016

Granteln 2.0 - das macht mich kuli-narrisch!!

Granteln 2.0 -  Das macht mich kuli-narrisch!!


Ich Grantel ja normalerweise nicht rum, aber heute muas des einfach mal sein.
Liebe Gäste, die meisten von Euch sind wunderbare Kunden und hochgeschätzte Gäste für uns, die sowohl unsere Speisen, als auch unseren Service zu schätzen wissen und dafür ein herzliches Dankeschön.
Leider gibt es aber in der Hotellerie und Gastronomie nicht nur nette Gäste und daher möchte ich mich heute einmal ausgiebig diesem Teil der Gästeschicht widmen.

Da es jetzt gleich ein bisserl deftiger wird, bitte ich jetzt alle Zartbesaiteten, die sich nicht meinen Kraftausdrücken hingeben wollen, jetzt aufzuhören, diesen Blog zu lesen.
 Damit es leichter wird, habe ich mir erlaubt, mir die einzelnen Gästetypen in Kategorien einzuteilen.

Da gibt es zu allererst den Typ „Bösartiger Schreihals“ 
Der bösartige Schreihals ist eine besondere Spezies, der meist mit einer recht zurückhaltenden Frau auftaucht. Er ist auch zuhause der Pascha und glaubt, er kann sich überall aufführen, wie der letzte Depp. Wenn er loslegt, bleibt kein Auge trocken, meist beleidigt er zuerst auf´s Brutalste seine Servicekraft und dann lässt er sich grundsätzlich den Küchenchef kommen. Bei diesem will er dann genauso weiterbrüllen, was aber meistens nicht so funktioniert, wie er das gerne hätte, denn der Bösartige Schreihals hat einen Nachteil, er ist meist so blöd, wie die Nacht dunkel.

Meist beschwert er sich über die Qualität des Essens, das er aber zur allgemeinen Verwunderung restlos aufgegessen hat. Er ist ein durch und durch böser Charakter, dessen einzige Intension es ist, Menschen zu schikanieren. Wir verhalten uns natürlich auch hier immer professionell und freundlich, aber nach dem Motto „Die Gedanken sind frei“, geht uns meist folgendes durch den Kopf:

`Was fällt dir ein, dass du hier rumbrüllst und den ganzen Laden zusammenschreist, du Volldepp. Woher nimmst du Pfosten das Recht die Mitarbeiter anzuschreien und zu beleidigen. Wer gibt dir das Recht hier den Pascha raushängen zu lassen. Wenn du keinen verdammten Anstand im Leib hast, geh nicht Essen, bleib daheim und sei froh, dass dir deine Frau noch nicht weggelaufen ist, denn du bist ja sicher daheim nicht besser, du Spack.

Dies und noch viel mehr spielt sich natürlich alles nur in unseren Gedanken ab. Nach außen hören wir diesem Primaten aufmerksam zu und wenden uns anschließend wieder unserer Arbeit zu.

Aber das ist nicht der einzige Typ, den es gibt. Der nächste und nicht minder schwierige ist der Typ „Ich kenne Ihren Chef“ - dieser Gästetyp ist etwas ganz Besonderes, denn er kündigt bereits bei der Reservierung an, dass er einem das Leben zur Hölle machen möchte. Er bestellt seinen Tisch mit den Worten „Ich kenne den Chef persönlich“, der bei näherem Nachfragen noch nie von der Person gehört hat, aber auch egal. Dieser Gast besticht durch seine Unverschämtheit, sich wie der Hausherr aufzuführen und den Service bis zur Weißglut zu treiben. Er erzählt hierbei dann Geschichten und hält Monologe über dies und das und findet eine höllische Freude daran, die Servicekraft dauerhaft eines Besseren zu belehren. Beim Essen findet er natürlich auch immer etwas auszusetzten, aber das wusste man natürlich bereits schon vor der Bestellung. Küche wie Service haben alle Hände voll zu tun, weil er es schafft, alle paar Minuten eine neue Änderung zu haben. Wenn ihm irgendetwas nicht passt, kommt natürlich sein vermeintlicher Trump „Das wird Ihr Chef erfahren, Sie werden schon sehen was Sie davon haben…..blabla“.

Was wir natürlich ruhig und still hinnehmen, denn wir sind Profis. Die stillen Gedanken in diesem Fall hören sich meist so an:
`Bitte bleib zuhause und komm nie wieder!! Keiner kennt dich, weder der Chef noch sonst irgendwer hat dich hier schon mal gesehen, aber du führst dich auf wie der Kaiser von China. Wir laufen uns hier die Hacken wund und du findest an allem etwas auszusetzten. Wenn es dir nicht passt, geh und kauf dir was Schönes und bleib daheim, du arroganter Pfeifenkopf. Wenn es nur solche wie dich gäbe, bräuchten wir für jeden Gast fünf Mann Personal. Möge der Blitz sie treffen, wo sie hingehen, um ihre Notdurft zu verrichten, eure Durchlaucht. 

Natürlich gibt es auch einfachere Fälle, wie den Typen „Ich bin Allergiker und brauche eine 24std rundum Betreuung“, der dann nach umfassender Studie der Karte, minutenlanger Betreuung durch den Küchenchef und vielem mehr dann meist zu 99% sagt „Ich nehm dann einen kleinen Salat und einmal den Zander mit der Krustentiersauce“, obwohl hier nach eigener Aussage mehrere Allergien vorliegen, welche auch in der Karte gekennzeichnet sind. Wenn man ihn dann darauf aufmerksam macht, sagt er nur „Des geht heut schon amoi“.
Hierzu fällt meist nicht mal mir was ein, außer vielleicht „Oh Herr, hilf“.
Der nächste Fall ist da schon wieder ein bisserl schwieriger, nämlich der „Wo bleibt mein Essen“ Typ. Dieser Gäste Typ ist ein Primat Marke „Australopeticus robustus“. Man behauptet ja die Evolution hätte uns weiterentwickelt, aber ich glaube das nicht so ganz, denn Einige der wirklich primitiven Menschenrassen existieren noch immer.

Dieser Typ setzt sich ins Restaurant, bestellt ein Filetsteak und beginnt nach zwei Minuten zu rufen    „Wo bleibt mein Essen, ich warte schon seit einer halben Stunde“. Erstens sind 2 Minuten keine halbe Stunde, zweitens steht die Zeit der Bestellung auf dem Bon und drittens dauert ein Filetsteak länger als drei Minuten du irrer Vollhonk. (Denk ich mir natürlich nur)

Dieser Gästetyp hat übrigens einen Bruder. Der heißt „Ich bin mit einer Gruppe unterwegs, komme 1 Std zu spät will, aber sofort mein Essen!“ Ähnlich dumm und definitiv eine verwandte Art. Zu dieser Spezies gehört auch der „Ich bin in einer Gruppe unterwegs, habe vorab meinen Hauptgang auswählen müssen, kann mich aber jetzt nicht mehr erinnern, was das war.“
Es gibt so viele andere noch, wie z.B. den „Ich koche ja auch Zuhause“, den orientalischen „alles auf den Boden“ Gast oder den allseits beliebten Lieblingsgast von Küche und Service, den Mac Gyver der Gäste, den „Ich stelle mir meine ganz eigenen Gerichte zusammen!!“.
Das Dienstleistungsgewerbe hat uns gelehrt immer freundlich und höflich zu sein, egal was passiert, doch sollte ein Gast auch wissen, wie man sich als Gast benimmt.

Ansonsten, liebe Nörgler und Besserwisser, liebe Unzufriedene und Life Style Hipster, liebe Flexitarier und möchte gern Promis:  Lebt Euer Leben, so traurig es auch sein mag, aber lasst uns in Ruhe die Gäste bedienen, die wir lieben und schätzen. Wir arbeiten gerne in einer Dienstleistungsbranche, aber Eure Eigenarten machen es uns nicht leicht, Euch dennoch einen perfekten Besuch zu ermöglichen oder dies zu versuchen.
Kleiner Tipp, trefft Euch alle in einem Raum, tief unter der Erde, macht das Licht aus und schmeißt den Schlüssel weg!
Jetzt fühl ich mich schon viel besser,
mit kuli-narrischen Grüßen,

Alexander Reiter 

Samstag, 18. Juni 2016

Megatrend Street Food in aller Munde!

Megatrend Street Food - in aller Munde!


Street Food ist ja momentan sprichwörtlich in aller Munde. Aber was ist denn eigentlich dran am Megatrend und woher kommt der Hype um den schnellen Snack?

Street Food gibt es eigentlich schon immer. 
Überall da, wo Menschen arbeiten und feiern, leben und es sich gut gehen lassen.
Entstanden ist  Street Food wohl auf den kleinen Märkten an den einfachen Ständen der Händler am Straßenrand, schon lange bevor wir uns darüber Gedanken gemacht haben.


In Asien beispielsweise finden Sie in jeder Stadt die kleinen rollenden Garküchen, an denen Ihnen die frischen Köstlichkeiten zubereitet werden.
Das geht dann von kandierten Früchten über frittierte Speisen, Nudeln und allerhand Fleischgerichten. Meist sind die Gerichte sehr lokal und eben immer speziell auf die Bedürfnisse der Kundschaft abgestimmt.


So findet man in einigen Regionen Insektenspieße genauso auf der Karte, wie frisches, gebackenes Obst.
Wenn´s der Kunde wünscht, wird´s gemacht. Angebot und Nachfrage bestimmen das Geschäft und die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.

Im Orient sind die Street Food Stände eine der Anlaufstellen für die Menschen und es bilden sich Trauben an den Ständen und auf den Basaren. Nicht nur um zu Essen, nein, das soziale Leben und der Plausch mit dem Nachbarn wird gleich noch mit erledigt.


In Zentralafrika wird gerne auch am  Straßenrand die Ware angeboten und erreicht so ihre Kunden. Grundsätzlich wird überall verkauft was da ist; von Bushmeat bis zum Hirsebrei.

Doch das Interessante daran ist die Vielfalt. Köche, wie ich, können nie an einem Stand vorbeigehen und ich muss einfach in die Töpfe schauen. Wenn die Mama in der Karibik am Straßenrand allerhand Zutaten in ihrem Topf zubereitet, der über einem Ölfass köchelt, kann ich einfach nicht anders, als stehen zu bleiben und zu probieren; nicht immer zur Freude meiner Frau.


So hat jedes Land seine ganz eigene Street Food Kultur möchte ich schon fast sagen, die für mich auch ein bisschen die Identität und Lebensfreude der jeweiligen Region wiederspiegelt.

Doch eines haben alle gemeinsam, es muss schnell gehen und schmecken. So ist dieser Trend eigentlich wie für unsere Zeit gemacht, obwohl er schon viel älter ist, als der Schlips tragende Banker an der Ecke, der schnell mal was auf die Hand essen möchte.


Serviert wird meist in Schalen, Schüsseln oder auf Blättern. Bevorzugt werden Schälchen aus Papier oder Pappe hergenommen oder man bekommt die Speisen auf Holzspießchen angeboten.

Nach einer Studie der FAO aus dem Jahre 2007 ernähren sich täglich bis zu 2,7 Milliarden Menschen mit Street Food, was wohl mehr als beeindruckend ist, denke ich.

Letzte Woche hatte ich auch mal die Möglichkeit ein bisserl Street Food zu machen, was mir sakrisch viel Spaß gemacht hat. Mit den tollen Kollegen von Chefs Culinar ging es beim „Münchner Streetfood Day“ am Nockherberg so richtig zur Sache. 
Hier war ein richtiger Markt aufgebaut und an den einzelnen Ständen wurde gebruzelt, was das Zeug hält.

Ich durfte an diesem Tag als Gast Koch a bisserl mitwurschteln und hab natürlich das Ganze a bisserl Bayerischer interpretiert. 
Bei mir gab es Bavarian Crossover mit einen Kalbsbackerl-Burger mit Spargel und Australisches Flank Steak mit Zwiebelmarmelade und  Kräuter-Bergkäseknödel.

Und so wurde hier richtig Gas gegeben. Surf and Turf Rolls und Indien Pulled Lamb in Chapati Brot oder Pastrami von der Rinderbrust, alles in kleinen Portionen, wo man gerne nicht nur eine von „probierte“.


Es war ein wunderschöner Tag und ich hatte eine Menge Spaß. Vielen Dank nochmal an die Kollegen von Chefs Culinar, die mit viel Liebe zum Detail und tollen Ideen diesen Event auf die Beine gestellt haben. Ihr rockt Leute!

Wer auf der Welt unterwegs ist, sollte sich auch mal trauen, in die Töpfchen am Straßenrand zu schauen, denn vielleicht findet er gerade hier den unvergesslichen Geschmack.

In diesem Sinne, liebe Schlemmerlinge, bleibt neugierig und hungrig,

Euer

Alexander Reiter

Samstag, 4. Juni 2016

Vive la France! Der ultimative EM- Burger

Vive la France! Der ultimative EM-Burger

Nur noch eine Woche, dann geht´s endlich los mit der EM in Frankreich. Und damit es auch daheim ein bisserl Französisch zugeht, hab ich mir mal was anderes ausgedacht.
Zugegeben, sonst schmeiß ich auch meine Würstl und eine halbe Sau auf den Grill, aber das wird mir jetzt auf die Dauer doch zu langweilig.
Also rein in die Küche und ran an meine Mission EM Burger!

Anstatt einem Burger Brötchen nehm ich jetzt erst mal ein Baguette. Das toaste ich so richtig knusprig, dann ist das schon mal richtig guad.

Die Basis für den Burger bildet natürlich 100% iges Rinderhack, schön mager und eine richtige Männerportion. So 300g Fleisch darf das schon sein. Ein bisserl mit Fleur de Sel und schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen, sowie etwas frischem Oregano und Knoblauch. Dann machen wir daraus scheene Burger Pflanzerl.

Ansonsten haben wir noch folgendes auf dem Burger:
Eine Sauce aus körnigem DijonSenf, Mayonnaise und Honig und gehackten Röstzwiebeln ist sozusagen das Fundament, mit dem das Baguette bestrichen wird.

Darauf kommt Romana Salat, Tomate, rote Zwiebeln und ein paar Scheiben Salatgurkerl. Hollandaise, Speck, Preiselbeeren und Brie runden dann am Schluß den Burger ab; wie, dazu später mehr. 

Und dann geht´s auch schon los: Ab mit dem Pflanzerl auf den Grill und richtig heiß anbraten; ich will es natürlich innen noch schön rosa haben und brate es daher kurz und richtig heiß an.

Dann ab in die Pfanne, den französischen Brie drauf und im vorgeheizten Backofen fertig ziehen lassen, wo der Käse dann wunderbar schmilzt.

In der Zwischenzeit hab ich kurz eine Hollandaise gemacht (wie die geht, hab ich Euch ja bereits in einem meiner letzten Blogs erklärt, da könnt ihr das auch nochmal nachlesen)


Und was natürlich nicht fehlen darf ist Speck, schön kross gebraten, die Preiselbeeren kommen auf den geschmolzenen Käse und frische Kräuter für das Aroma.

Ich glaub, der Burger kann sich wirklich sehen lassen, da bleibt kein Auge trocken und ich verspreche Euch, dass Ihr damit bei euren Freunden Punkten könnt. Es sein denn, die sind Vegetarier oder faseln was von "Low-Carb", wie meine Frau zur Zeit. 

Ein paar coole Drinks, den ultimativen Burger und mit viel guter Laune geht´s dann für Euch direkt ins Finale!

Also in diesem Sinne, bleibt´s hungrig lasst es krachen und unterstützt unsere Jungs!

Euer

Alexander Reiter