Schlemmerregion München

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Sonntag, 13. November 2016

Alle Jahre wieder! Meine Frau der Platzerl- Back-Diktator!


Alle Jahre wieder! Meine Frau, der Platzerl- Back-Diktator!



Nachdem jetzt Wiesn und Kirchweih geschafft sind, wir erfolgreich alle Horrorclowns an Halloween abgewehrt haben und die Laternen an St. Martin vorbeigezogen sind, geht’s wieder los.

Pünktlich zur Plätzchenback-Orgie meiner wunderbaren Frau fallen die ersten Flocken vom Himmel und unser traumhaftes München taucht sich in ein schlichtes aber sexy anzusehendes schneeweiß. 

Bei mir daheim ist das der Startschuss für den Back-Wahnsinn; also mit dem riesen Einkaufszettel los zum Supermarkt und ab geht´s.
Die generalstabsmäßige Planung meiner Frau umfasst alle Zutaten, die man so braucht und so füllt sich der Wagen zusehends mit genug Zeug, so dass man eine Bunderwehr-Kompanie ein Jahr mit Gebäck versorgen könnte.

Anschließend darf ich noch zur großen Freude alle Tüten in die Küche tragen und bevor ich mich galant aus dem Staub machen kann, hab ich auch schon eine Schürze an.
Auch als ich versucht habe mit einem kurzen „Ich geh mal kurz tanken“ das Weite zu suchen, bekam ich nur diesen „Du bleibst hier Blick zugeworfen“, was mich schlagartig umstimmte.

Der Plan sah folgendes vor: Backen von "haushaltsüblichen" Mengen an Platzerl, Pralinen und Kleingebäck. Sprich 10 Sorten, je mindestens 5 Kg plus ca. 3 Kg schokolierten Rosinen und Nüssen.
„Straffes Programm Schatz, kennen wir überhaupt so viele Leute, oder backen wir noch für irgendeine Supermarktkette mit?“. Ich weiß jetzt, dass man so einen Satz besser nicht sagen sollte und habe dabei auch festgestellt, dass man Haselnüsse als Wurfgeschosse nicht unterschätzen sollte.




Also meine Frau mutiert da immer regelrecht zum Platzerl-Diktator! Und ehrlich, mit Sicherheit gab es im alten Rom Galeerensklaven mit besseren Arbeitsbedingungen als meine, wenn meine Frau wieder ihre Gebäck Psychose bekommt.
Aber ich schweife ab, jetzt wurde natürlich sauber und kontrolliert gebacken, verziert und gefüllt, gepudert und überzogen.

In der Küche sah es aus wie in Neapel, wenn mal wieder 3 Monate keine Müllabfuhr kommt und der Hund hatte bunten Streuseln im Fell, was ihm einen coolen 70er Jahre Look verpasste.
Keine Ahnung, wie der Schokoguss an die Decke kam, aber auch nicht weiter wichtig.




Nach unzähligen Blechen voller Platzerl und genauso vieler Flüche meinerseits war es irgendwann auch geschafft. Es war getan, sie waren fertig!

Die Weihnachtszeit konnte kommen, aufgereiht in bunten Blechdosen standen sie jetzt da und schauten, wie meine Frau, wieder einmal zum Anbeißen aus. Meine Frau daneben, glücklich, geschafft und mit reichlich Puderzucker im Gesicht, war richtig zufrieden mit ihren Weichnachts-Zuckerln und ich, nach einer ausgiebigen Verkostung, auch wieder versöhnt.

Und am Ende hab ich mich dann doch verkrümelt und wie jedes Jahr hatten die Heinzelmännchen alles aufgeräumt, als ich wieder heimkam.
Und damit Ihr da draußen auch richtig coole Platzerl backen könnt, anbei noch ein Rezept von meinem Engel Nicole nur für Euch.

Wir haben uns für ein klassisches Rezepte entschieden, denn sind wir mal ehrlich, kein Schwein braucht glutenfreies Weihnachtsgebäck mit Chia-Samen.




Vanillekipferl:

Zutaten:

300g Mehl
60g geriebene Mandeln
50g geriebene Haselnüsse
220g Butter
70g Sandzucker
1 Prise Salz
1 Msp Zimt
2 Eigelb
Das Mark von einer Vanilleschote
190g Zucker
100g Puderzucker

Und so wird´s gemacht:

Die Butter, den Sandzucker, das Salz und den Zimt verkneten, dann das Eigelb hinzugeben. Das Mehl sieben und mit den geriebenen Mandeln und den geriebenen Haselnüssen gut mischen. Dann unter die Eigelb-Butter-Masse heben und alles zu einem Mürbeteig verkneten. Diesen dann kaltstellen.
Wenn der Teig durchgekühlt ist, zu etwa bleistiftdicken Rollen formen und diese dann in 4 cm lange Stück teilen. Die Enden der Stücke leicht spitz rollen und in Kipferln / zu Hörnchen biegen.
Alle Kipferl auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech platzieren und bei 180° C ca. 10 min backen. In der Zwischenzeit den Zucker mit dem Mark der Vanilleschote gut mischen und dann die noch heißen Kipferl darin wälzen. Zum Abschluss noch leicht mit Puderzucker bestreuen. Man kann auch beide Hörnchen Enden in Schokolade tauchen oder anstatt Haselnüsse Macadamia Nüsse verwenden. 


Also, in dem Sinne, liebe Schlemmerlinge, bleibt´s brav und backt Euch die Seele aus dem Leib,

mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

Samstag, 8. Oktober 2016

Köche- Die Superhelden des guten Geschmacks!

Köche- Die Superhelden des guten Geschmacks!


Ja Superhelden gibt es viele, mit stahlhartem Blick und Kryptonid im Blut; so schnell wie der Blitz und unbesiegbar; voller Energie und mit einem Herz aus Gold.

Was? „Die gibt´s nur in Comics und meiner Phantasie“ sagt Ihr jetzt?.
Bullshi………. Superhelden gibt es wirklich, und ich darf täglich mit ihnen arbeiten.

Die wahren Helden unserer Zeit sind für mich die Köche, ihnen allein gebührt diese Ehre.
Was? Ihr fragt auch noch warum? Okay, ich erklär das dann mal.

Köche sind die einzigen Wesen auf diesem Planeten, die es schaffen, einer wild gewordenen Meute  Herr zu werden und das auch noch mehrmals am Tag.

Sie füttern und beruhigen sie, um sie anschließend wieder ruhig hinaus auf die Wiese zum Spielen zu schicken. Übermenschliche Kräfte schlummern in diesen Köchen. Guter Geschmack und vollkommene Resistenz gegen Schmerz und Umbestellungen.

Und wenn Ihr glaubt, der Blitz ist schnell, dann habt Ihr noch nie gesehen, wie ein Koch aus dem nichts ein veganes Menü zaubert, weil dem Gast grad eingefallen ist, dass er doch Veganer ist.

Ach ja und die Beherrschung, die es dafür braucht, dem Neu-Veganer nicht ins Gesicht zu springen, ist eine weitere Superkraft, die an ein Wunder grenzt.

Aber damit noch nicht genug, Köche haben auch noch telepathische Fähigkeiten, die man nicht für möglich halten möchte.

Sie stellen sich sogar auf Dinge ein, die sie gar nicht wissen können. Geradezu unheimlich, denn tatsächlich tauchen am Abend etliche Umbestellungen auf, obwohl man bei der Menüabsprache einige Male nachgefragt hat.

Wie also wussten es die Köche, wenn nicht durch Telepathie?
Ja, die Köche sind eine kampferprobte Truppe und wenn sie sich nicht im ständigen Training untereinander abhärten, dann kämpfen sie gegen die dunklen Mächte auf der anderen Seite des Passes.

Jederzeit bereit zuzuschlagen, sind sie wohl die stärkste Eingreiftruppe der Welt. Wo sie hinkommen, da brennt die Luft, wird Wasser in Wein verwandelt, wenn es sein muss und machen sie aus dem nichts auch noch was.
Auch schrecken sie vor nichts zurück und so verbünden sie sich gelegentlich sogar mit den dunklen Mächten, natürlich nur um sie zu bekehren oder bei Bedarf auszuschalten.

Ständig unterwegs im Namen des guten Geschmacks bekämpfen sie das fast unbesiegbare Monster der Fertigprodukte und setzten sich für die Armen und schwachen Bauern aus der Region ein.

Ohne Unterlass kreieren sie neue Waffen gegen den stetig wachsenden Anteil der Fast Food Zombies und versuchen diese wieder auf den richtigen Weg zu führen.

Ohne Schmerz zu spüren, gehen sie täglich über ihre Grenzen hinaus und bezaubern die Welt. Und wie bei Superhelden üblich, passiert dies meist im Verborgenen, anonym und ohne Dank. Täglich aufs Neue kämpfen sie für eine glückliche Welt und hauchen ihren Kreationen Leben ein.

Das Ziel, fragt Ihr? das ist doch klar: die Welt zu einem Ort des guten Geschmacks zu machen und insgeheim eine etwas bessere Welt für sie, denn selbst Superhelden werden manchmal müde, vom ständigen Kampf gegen die Windmühlen der Ignoranz.

Jetzt wisst Ihr, dass es Superhelden gibt und wenn Ihr mal in Gefahr seid oder nicht weiter wisst, geht bitte nicht aufs Dach und macht Lichtsignale. Geht einfach ins nächste Restaurant und Ihr werdet Sie finden!

Mit fantastischen Grüßen,
Euer

Alexander Reiter

Sonntag, 4. September 2016

Willst du mich ver-äp(f)eln!


Willst du mich ver-äp(f)eln?



Ich mag die Apfelernte, wenn wieder überall die Leute auf die Bäume steigen und man schon beim Hinschauen meist den Krankenwagen rufen möchte.
Doch irgendwie schaffen sie es dann doch und schütteln die Äpfeln von den Bäumen.

Als kloana Bua bin ich wahnsinnig gern im Apfelbaum gesessen, denn von da aus hatte ich den besten Blick und zum Essen war ja auch genug da.

Das einzige Problem daran war, dass es der Baum unseres Nachbarn war und so bekam ich regelmäßig eine drüber. Aber solange ich oben im Baum blieb, konnte er mir nix, weil er nicht grad der Schlankste war. So blieb ich meist im Baum, bis es ihm zu blöd wurde und er schimpfend abzog.


Und wenn man so im Apfelbaum sitzt, hat man auch genug Zeit zum Nachdenken und so bin ich irgendwann zu dem Schluss gekommen, dass sich das ganze Leben nur um Äpfel dreht!
Und erklären kann ich das natürlich auch.

Das fängt schon mit dem Apfel im Paradies an. Da die Eva hier ja unbedingt kosten musste, wurden die Menschen aus dem Paradies verbannt.
Die Einzigen, die damals wirklich gut weggekommen sind, waren wohl die Bayern; ich glaub, die hat man damals nicht verstoßen, da die Oma immer gesagt hat „Weißt Alex, wir leben im Paradies! Bei uns in Bayern ist es einfach am Scheensten“.

Und wenn Ihr mir jetzt noch nicht glaubt, dann mal aufgepasst:
Das Ganze geht schon als Baby los. Da gibt’s Apfelbrei im Glas und davon nicht zu knapp.
Im Kindergarten finden wir immer einen Apfel in unserem Rucksack und das zieht sich durch die ganze Jugend, denn was Gesundes muss sein – danke Mama!
Daheim gibt’s einen hausgemachten Apfelstrudel oder einen Apfelkuchen mit Schlag.

Ab spätestens 18 stellen wir fest, dass es auch Apfelschnaps gibt, der auch einen ordentlichen Schädel macht, wenn man zu viel davon erwischt. Was uns natürlich nicht davon abhält, Unmengen davon zu vernichten.

Auf Reisen finden wir heraus, dass es auch Äpelwoi gibt, was zum selben Ergebnis führt, nur, dass man sich, nach zu viel von dem Zeug, mindestens einen Tag krank fühlt.

Wenn wir essen gehen, gibt’s da Apfelkompott zum Kaiserschmarrn oder auf dem Volksfest einen kandierten Apfel.

In der Heimat meiner Frau, im Rheinland, isst man Apfelmus auch zu Reibekuchen oder gebratenen Blut- und Leberwürsten. Äpfel wohin man schaut.
Tja und wenn wir dann mal alt sind, bekommen wir Apfelsaft aus der Schnabeltasse und so schließt sich der Kreis.

Und da soll noch einer sagen, dass ich als kloana Bua keine tiefschürfenden Gedanken hatte!

Ach und bevor ich es vergesse, im Arbeitsleben als Erwachsener sind die Äpfel auch auf dem einen oder anderen Computer, Tablet oder Smartphone zu finden. Und wer kennt sie nicht, die englische Redewendung „An apple a day, keeps the doctor away“.

Ihr seht, die Äpfel sind überall, rette sich wer kann:-).
Und für alle, die trotz dieser erschreckenden Tatsachen immer noch nicht genug haben, hier noch ein leckeres Rezept mit, wer hätte das gedacht, Äpfeln:

Pikantes Apfelsupperl

Zutaten für 4 Personen:

4 Äpfel (am besten aus dem eigenen Garten:-)
2 Stk Lauchzwiebeln
2 El frisch gehackter Ingwer
1 El Knoblauch fein gehackt
3 El Butter
3 EL rote Currypaste
0,75 ltr. Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zitronensaft zum Abschmecken.
Etwas Crème Fraiche zum verfeinern.

Zubereitung:

Die Äpfel schälen, vierteln, vom Kerngehäuse befreien und in Scheiben schneiden. Die Lauchzwiebeln, den Knoblauch und den Ingwer fein würfeln und in Butter anschwitzen, dann die Currypaste einrühren und etwas mitschwitzen lassen.
Die Äpfel zugeben und mit Gemüsebrühe aufgießen. Nun ca. 20 min leicht köcheln lassen bis die Apfelscheiben zerfallen sind. Anschließend die Suppe fein pürieren. 
Mit Salz, Pfeffermühle, Muskatnuss, Zitronensaft und Crème Fraiche abschmecken und servieren.

Mmmhh, irgendwie habe ich jetzt auch Lust auf Äpfel. Dann werde ich doch mal den Apfelbaum im Garten erklimmen…….

Mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter


Samstag, 20. August 2016

Von der 3 Sekunden Regel und anderen Küchenmythen


Von der 3 Sekunden Regel und anderen Küchenmythen




Wenn einem der Lehrmeister früher als Azubi erzählt hat, man soll die Eier abschrecken, weil sie sich dann leichter schälen lassen, glaubte man das erstmal ohne groß darüber nachzudenken, weil erstens wird er schon recht haben und zweitens macht es die Mama daheim ja auch so. Aber weitgefehlt!

Das Problem dabei ist, dass leider beide falsch liegen und es gibt von diesen Küchenmythen so viele, dass ich heute damit einmal a bisserl aufräumen möchte.

Bei mir war der Auslöser für diesen Blog ein Erlebnis bei einer der letzten Abschlussprüfungen der Köche, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Für gewöhnlich stehen wir Prüfer da in der Küche und schauen den Prüflingen beim Kochen zu, ohne sie zu stören, denn sie sind ja eh bereits aufgeregt genug.

Und so war das auch dieses Mal, bis einem Prüfling etwas auf den Boden fiel, was nicht weiter tragisch gewesen wäre.

Was aber dann kam, war etwas schräg. Er hob das Stück auf, strahlte mich an und sagte kurz                „3 Sekunden Regel“ und wollte es wieder benutzen.

Ich hab ihn natürlich aufgeklärt und ein neues Stück gegeben, da er es halt leider einfach nicht besser wusste.

Aber nochmal für alle angehenden Köche da draußen:

Das ist ein Mythos - Es gibt keine 3 Sekunden Regel!!!! Und an alle Köche, die den Lehrlingen einen solchen Schmarrn auch noch einreden; wie blöd seid Ihr eigentlich, Ihr Vollpfosten?!

Aber genug geschimpft und zurück zum Ei! Es gibt nur einen Grund ein Ei abzuschrecken und der ist, um die Außentemperatur des Eis zu verringern, damit man es besser anfassen kann. Ansonsten macht es eigentlich keinen Sinn, denn das Abschrecken unter kaltem Wasser stoppt weder den Garprozess, noch lässt sich das Ei danach erkennbar besser schälen.

Einer meiner Lieblingsmythen ist aber der Klassiker. Fleisch anbraten, um die Poren zu schließen. Für alle, die es noch nicht wissen, Fleisch hat keine Poren, die man schließen könnte. Wenn wir etwas scharf anbraten, tun wir dies nur, um ein schöne Kruste zu bekommen mit einem wunderbaren Röstaroma. Desweiteren bleibt durch die Bratkruste mehr Fleischsaft im Inneren.

Und wo wir gerade beim Fleisch sind, noch ein sehr schöner Mythos ist, das Fleisch erst nach dem Braten zu salzen! Wenn man das tut, ist das Fleisch nur von außen gesalzen und der Salzgeschmack geht nicht ins Innere. Wenn man das Fleisch vor dem Braten salzt, zieht das Salz durch die hygroskopischen, also wasserziehenden Eigenschaften ins Innere und man erzielt ein besseres Ergebnis.

Und damit nicht genug. Bei Schweinefleisch hält sich immer noch der Mythos, dass man es durchbraten sollte. Aber mal ehrlich, wenn man frisches, hochwertiges Schweinefleisch hat, kann man das wirklich bedenkenlos rosa braten und servieren. Schweinefleisch gilt als ein Hauptüberträger von Trichinen, deswegen wurde früher die Empfehlung ausgegeben Schweinefleisch durchzubraten. Doch bei den  heute vorgeschriebenen Hygienestandards und Trichinenuntersuchungen bei Schlachtschweinen braucht man sich hierüber keine großen Gedanken mehr zu machen.

Die nächsten paar Mythen kommen aus der Zeit bevor es Kühlschränke gab, die sich aber immer noch hartnäckig halten und sogar Teil unserer Tradition wurden. Hierzu gehört natürlich der Weißwurst Mythos. Ich höre das immer noch sehr oft „ Ja, die Weißwürst schmecken doch nicht mehr am Abend, die derfen des 12 Uhr Läuten doch ned hören.“

Zur damaligen Zeit hatte diese Regel ihre Berechtigung, da Weißwürste in der Früh frisch gebrüht wurden und durch den Mangel an Kühlmöglichkeiten sofort verzehrt werden mussten. Heute ist dies mehr als Tradition zu sehen, Weißwürste nur in der Früh genießt.

Ein weiterer Kühlschrank- Mythos dreht sich um die Muscheln, die man ja bekanntlich nicht in den Sommermonaten verzehren soll. Die Erklärung ist wiederum sehr einfach, früher konnte man die Schalentiere einfach im Sommer schlecht gekühlt transportieren, deswegen hält sich bis heute hartnäckig der Glaube in der Bevölkerung, dass Muscheln und Schalentiere in den Sommermonaten nicht genießbar sind.

Ihr seht also, es gibt´s einiges, über das man vielleicht noch nicht nachgedacht hat.


Sehr weit verbreitet ist auch der Schwammerl Mythos, Pilze nicht zu waschen sondern nur abzubürsten oder abzureiben. Das ist völliger Quatsch. Ein Pilz besteht zwar allgemein fast zu 90% aus Wasser  kann aber unbedenklich gewaschen werden, da er nicht die Eigenschaft eines Schwamms, wie es landläufig behauptet wird, hat. Die Lamellen eines Pilzes wirken eher noch wasserabweisend. Des Weiteren werden Zuchtpilze auf Substraten angebaut, welche man vorher abwaschen sollte, wie auch den Schmutz und die Erde bei den Wald-Schwammerl. Wenn man sie hinterher gut abtrocknet und weit ausgelegt auf einem Tuck trocknen lässt, ist kein Unterschied erkennbar.

Aber da gibt es noch vieles mehr, was sich hartnäckig in den Köpfen hält, so wie beispielsweise beim Pasta-kochen Öl ins Wasser zu geben, um zu verhindern, dass diese zusammenkleben. Dieser Mythos ist aber eigentlich leicht als unnütz zu erklären: Öl ist leichter als Wasser, also schwimmt oben und hat so keinen positiven Effekt. Öl kommt also später an die Pasta meine Nudelfreunde. Wenn Ihr während des Kochvorgangs gut umrührt, dann klebt auch nix.

Damit aber noch nicht genug, bereits Aufgetautes kann man unbedenklich wieder einfrieren. Klar wird es dadurch nicht besser, aber Mikroorganismen, die sich eventuell vermehrt haben, werden beim Tiefkühlen wieder abgetötet oder gehemmt. Beim Wiedererhitzen besteht also kein Risiko. Natürlich spreche ich hierbei immer von unbedenklichen Zeiträumen, aber das sollte klar sein.

Ein Mythos der sich extrem hartnäckig hält, ist der, dass Holzbretter unhygienisch wären. Es ist erwiesen, dass Holz in der Regel keine höhere Belastung aufweist als Kunststoff, ganz im Gegenteil ist Holz oft im Vorteil, denn wenn die Kunststoffbretter alt sind, bilden sich in den Schnittfugen des Kunststoffbretts nämlich mehr Keime als im Holzbrett.

Und last but not least möchte ich noch loswerden, dass ein Mindesthaltbarkeitsdatum kein Grund ist am Ablaufdatum alles wegzuwerfen. Es ist, wenn es z.B. gut gekühlt aufbewahrt wurde, in der Regel noch Wochen danach in einem Großteil der Fälle vollkommen in Ordnung, also denkt bitte auch ab und an daran Eure Sinne zu nutzen,  wenn Ihr wieder einmal daheim am Kühlschrank steht. Denn wenn es nicht grau aussieht und schlimm riecht, sich verflüssigt hat oder mit einem spricht, dann kann es noch gut sein. Es explodiert nix und es wird Euch auch nicht umbringen, z.B. den Joghurt am Ablaufdatum zu essen. Wenn doch, dann habt Ihr ihn blöderweise im Backofen gelagert, dann kann ich Euch aber auch nicht mehr helfenJ.

Bleibt neugierig,

mit kulinarischen Grüßen,

Euer

Alexander Reiter

Dienstag, 26. Juli 2016

Bei dir quarkt´s doch! Kochen mit Milchprodukten

Bei Dir quarkt´s doch! Kochen mit Milchprodukten

Es gibt wirklich nichts Schöneres als Kochen! Diesmal durfte ich im Auftrag des Milchlands Bayern und der Dehoga Bayern mit den Auszubildenden aus München ein cooles Menü rund um Milch und Milchprodukte kochen.

Zusammen mit Fritz Obojkovitz, der normalerweise für die IHK und den SES der Bundesregierung als kulinarischer Experte auf der ganzen Welt unterwegs ist, war es eine Riesengaudi mit unseren jungen Kollegen ein Milchmenü zu zaubern.

Damit die Theorie nicht zu kurz kommt, gab es natürlich auch noch allerhand Infos rund um den weißen Zaubertrank.
Und dann ging es auch schon los, da wurde ein Quarkteig hergestellt -  für die Tart aus sonnengetrockneten Tomaten mit getrüffelten Quarknockerln.


Mit vereinten Kräften wurde Gemüse geschnippelt und die Perlhühner mit Rucola, Ricotta und Wildkräutern gefüllt.

In einer anderen Ecke der Küche wurden Reherl geputzt und ein Risotto mit Creme Fraîche und einem bisserl Weißbier gekocht.
Von der Joghurtcrème für das Dessert wurde so ausgiebig genascht, dass wir nochmal eine Masse machen musstenJ
Das Portweinsaucerl köchelte auf dem Herd vor sich hin und langsam bekam man richtig Hunger.

Natürlich wurden noch die Frischkäsecremes, die wir vorher noch gezaubert hatten, auf den Tischen eingestellt und dann trafen auch schon die Gäste ein.
Molkereichefs aus ganz Bayern, Vertreter der Dehoga und aus der Industrie waren als Gäste geladen worden.

Also bloß kein Stress, sind ja nur die Leute, die wirklich was von Milch verstehen.

Aber wir hatten ja noch eine Geheimwaffe, meinen Chef Andreas Geitl, der den Gerichten dann noch den letzten Schliff verpasste, da konnte schon gar nix mehr passieren bei so einer Unterstützung. Ein toller Chef eben und ein Wahnsinns Fachmann, da macht kochen Spaß.

Wirklich der Hammer - ein Traumjob,  ein cooler Tag, rundum glücklich, kulinarisch verwöhnt und ich durfte mit jungen Kollegen kochen, besser geht nicht.

An festlich gedeckten Tafeln, von unserem wundervoll aufmerksamen Service Kollegen Herrn Hahn gezaubert, ging es dann ans Essen und die Auszubildenden stellten den Gästen die Gänge vor, die sie zubereitet hatten.
Ich wurde langsam aber sicher vollkommen zum glücklichen Milchbubi und erfreute mich ebenso an den Schmankerln.

Mein Dank für diesen schönen Tag geht auch an Frau Hohenhausen vom Förderverein der Dehoga, die wieder einmal alles super organisiert hatte und natürlich auch an das ganze Team vom Milchland Bayern.

Jetzt geht’s erst mal in den Urlaub und ich werde mich ausgiebig der italienischen Küche widmen und vielleicht auch a bisserl mit kochen, natürlich mit Milch & KäseJ

Also Ihr Lieben, bis bald und Ciao,
Euer
Alexander Reiter